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Die Wahrheit des Wortes

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Ein unrentables Geschäft

22. Oktober 2010

Viele Menschen vertreten noch immer die Meinung, dass in unserem Wirtschaftssystem alles furchtbar normal verläuft und Begriffe, wie zum Beispiel Raubtierkapitalismus oder auch Turbokapitalismus unangemessen wären. Da ist es natürlich wichtig Belege dafür zu sammeln, warum solche Begriffe sehr wohl angebracht sind. In weiten Teilen der Wirtschaft geht es ganz offensichtlich nur noch um die totale Gewinnmaximierung und der Mensch, der vielfach sogar auch noch Kunde ist, verschwindet immer mehr in der Bedeutungslosigkeit. Dies ist natürlich auch gerade deshalb so gut möglich, da es zu einer immer höheren Konzentration in den einzelnen Bereichen der Wirtschaft kommt und so durch diverse Fusion oftmals mindestens monopolartige Marktstellungen entstehen und der Kunde so auch keine wirklich große Auswahlmöglichkeit mehr am Markt hat. Genau dies stärkt dann natürlich denen den Rücken, die scheinbar am liebsten die Gewinne direkt ganz ohne jegliche Leistung erhalten würden, denn profitabler könnte man schließlich nicht arbeiten.

Immer wieder die Deutsche Bahn
Nicht erst durch Stuttgart 21 und ständig steigende Preise gerät die Deutsche Bahn immer wieder in die Kritik. Man hat lange Zeit versucht mit dem Bahnchef Hartmut Mehdorn den schlechten Ruf loszuwerden, um dann mit seinem Nachfolger Rüdiger Grube auftrumpfen zu können aber auch bei dieser Person zeigt sich nun mehr und mehr das wahre Gesicht, welches sich von dem eines Mehdorns scheinbar kaum unterscheidet. Ein großer Kritikpunkt mit dem die Bahn auch immer wieder zu kämpfen hat, ist das scheinbar die Wartung und die Sicherheit im Unternehmen im Rahmen der Gewinnmaximierung doch sehr weit nach hinten rücken mussten. Nimmt man die Katastrophe von Eschede einmal raus, stellt man fest, dass die Bahn bisher vor allem oftmals Glück hatte und scheinbar nur dieser Faktor weitere Katastrophen verhinderte. Von den Störungen zu denen es im letzten Winter kam, weil in Deutschland ganz überraschend Kälte und Schnee einkehrten oder von den Problemen mit den Klimaanlagen, in diesem ebenfalls  so überraschenden (Kurz-) Sommer, ganz zu schweigen. Man erkennt an dieser Stelle sehr schön, dass es viele Gründe für die Bahn gäbe, an ihrem Image zu arbeiten.

Und dann das. Es wird immer schwerer für Bahnkunden an Bahnhöfen Toiletten zu finden. Jeder der schon einmal mit dem Zug gefahren ist, weiß wie es um die Bahntoiletten oftmals bestellt ist. Wer nun meint auf die des Bahnhofs ausweichen zu können, hat oftmals Pech, denn Bahnhofstoiletten sind immer häufiger geschlossen und die Bahn sagt auch ganz offen und ehrlich voran es liegt, die Betriebskosten sind zu hoch oder anders formuliert, es handelt sich hierbei, im wahrsten Sinne des Wortes, um ein unrentables Geschäft. Dies ist wieder einer dieser Beweise, worum sich in diesem Wirtschaftssystem alles dreht, eben um die totale Gewinnmaximierung. Sobald die Märkte es hergeben, dass sich Toiletten rechnen, wird wohl auch die DB wieder welche bereitstellen und bis dahin bleibt der Kunde einmal mehr nicht der König und den sonst so gerne hochgehaltenen Servicegedanken sucht man hier ebenfalls vergeblich. Preiserhöhungen sind bei der Bahn etwas völlig Normales aber dann sollte man zu mindestens die Standards halten oder viel eher noch ausbauen, denn so baut man kein positives Image auf.

Nicht nur die Deutsche Bahn
Es wäre natürlich falsch jetzt so zu tun, als würde es diese Gedanken nur bei der Bahn geben, denn es ist in anderen Unternehmen nicht zwingend besser. Nehmen wir die Rheinbahn in Düsseldorf, hier sieht es mit dem Gewinnmaximierungsgedanken ähnlich aus. Seit geraumer Zeit gibt es die so genannten Umweltzonen in Deutschland, die von Dreckschleudern nicht mehr befahren werden dürfen, was auch für die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt gilt. Die Rheinbahn hatte für ihre Busse, die diese notwendigen Kriterien nicht erfüllten, eine Ausnahmegenehmigung, die nun aber auch bald ausläuft. Nun sollte man annehmen, dass sich gerade auch ein Unternehmen, wie zum Beispiel die Rheinbahn in Düsseldorf, doch auch für die Umwelt einsetzt, was sie scheinbar aber nur dann tut, wenn auch an dieser Stelle die Rentabilität stimmt. So setzt man die Busse, die in der Umweltzone bald nicht mehr fahren dürfen, dort ein, wo es diese Zonen nicht gibt. Dies bedeutet alles bleibt gleichermaßen rentabel, nur die Umwelt wird, wie auch vorher, weiterhin im Stich gelassen. Dies ist scheinbar ein Weg den viele Unternehmen gehen. Wenn man mit Umweltschutz sparen kann, ist man ganz weit vorne mit dabei, erhöhen sich die Kosten und schmälern somit den Gewinn, sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.

Man sieht es gibt genügend Beispiele in diesen Tagen, die sehr deutlich machen, was Raubtierkapitalismus oder auch Turbokapitalismus wirklich bedeuten. Es wird einfach keine Rücksicht mehr genommen und viele Unternehmen gehen damit mittlerweile auch sehr offensiv um, da sie wissen, dass die Menschen so sehr mit vermeintlichen Informationen in den Medien überflutet werden, dass solche Nachrichten sehr schnell untergehen, man aber immer behaupten kann die Sachverhalte offen und ehrlich dargestellt zu haben, völlig egal, ob man von geschlossenen Bahnhofstoiletten oder aber vom direkten Verzicht mancher Busse der Umwelt wegen, redet. Die Menschen müssen nun mehr und mehr lernen, die Flut an Informationen besser zu selektieren und sich vielleicht ein bisschen weniger um Dieter Bohlen und wie sie alle heißen, zu kümmern. Geschieht dies nicht, wird sich diese Wirtschaftsform auch weiterhin, wie ein bösartiges Krebsgeschwür ausbreiten und irgendwann einmal gar nicht mehr zu heilen sein bzw. irreparable Schäden hinterlassen und dies kann sich wirklich niemand wünschen.

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Kategorie: Gesellschaft · Technik · Wirtschaft

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