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Die Wahrheit des Wortes

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Ein Jahr nach dem Dubai-Crash

26. November 2010

Heute vor gut einem Jahr machte die Krise in Dubai Schlagzeilen, es war die Zeit des Dubai-Crashs. Nun ist man wieder ein Jahr weiter und man versucht, wo es nur geht, gute Stimmung zu machen und dies ist eine wirklich schwere Aufgabe, gerade auch in Deutschland. Wer nun meint mit dieser Welt sei alles in Ordnung und die Krise wäre nicht so schlimm gewesen und schon lange vorbei, sollte einfach einen Blick nach Irland oder in die USA riskieren, dann weiß man, dass man gerade mittendrin ist, im Wahnsinn des globalisierten Raubtierkapitalismus. Natürlich versuchen Politiker in einer wundervoll geschmiedeten Allianz mit den wirtschaftsgesteuerten Medien eine heile Welt zu inszenieren aber immer mehr Menschen verstehen, dass es schlichtweg nicht die Wahrheit ist. Dies liegt natürlich auch daran, dass die Menschen es ganz direkt am eigenen Leib erfahren, was man unter Aufschwung, der Verbesserung der wirtschaftlichen Lage versteht und das die meisten von ihnen gar nichts damit zu tun haben.

Milliarden für das Selbstbewusstsein
Das der Wahnsinn noch lange nicht aufgehört hat und die Wirtschaft, wie auch die Politik, in weiten Teilen noch immer keinen Bezug zur Realität haben, konnte man in der letzten Woche sehr schön am Beispiel von Irland erleben. Da konnte man in den Medien miterleben, wie verbreitet wurde, dass Irland eigentlich gar keine Gelder aus dem Rettungsfonds bräuchte, sondern es nur um die Stützung des Selbstbewusstsein gehen würde. Man spricht hier von einem zweistelligen Milliarden Eurobetrag. Man überlege sich, wie wohl der Banker der Hausbank reagieren würde, wenn man als Kunde kurzfristig nur einen sechsstelligen Eurobetrag für das Ego beantragen würde. Wahrscheinlich würde die Person hinter dem Schalter einen Lachkrampf bekommen oder aber das Konto mangels Geschäftsfähigkeit kündigen. Natürlich kann man das wieder nicht miteinander vergleichen und auch dies ist eine dieser Standardantworten der vermeintlichen Eliten, wenn sie nicht mehr weiter wissen. Faktisch ist es doch so, dass sich der Stil, wie hier mit Staatsgeldern umgegangen wird, noch immer nicht geändert hat.

Mittlerweile macht sogar schon manch Finanzdienstleistung damit Werbung, dass man Geld nicht als Spielgeld ansieht und man fragt sich als Kunde, was einem eine solche Werbung sagen will und eigentlich will man auch gar nicht weiter darüber nachdenken. Ein weiteres Problem ist es natürlich, wenn der Personenkreis der von Berufswegen damit betraut ist Kapital zu hüten, dazu nicht in der Lage ist. Wie soll es dann einem ganz normalen Durchschnittsbürger gehen? Warum sollte er behutsam und mit Augenmaß handeln, wenn er es an jeder anderen Stelle anders vorgemacht bekommt? So wird der Kreis der finanziellen Verdammnis natürlich immer größer und die Rotationsgeschwindigkeit mit dem das System nach unten in den Abgrund gesogen wird, wird auch immer schneller. Ein fataler Kreislauf, den es zu stoppen gilt. Am Anfang stand die Gier einiger, weniger Personen. Diese Grundeinstellung übertrug sich allerdings rasend schnell, wie ein Virus und nun ist die Menschheit schwer erkrankt und man sollte vermuten, dass krampfhaft nach einer Medizin gesucht wird aber auch dies passiert im Moment nicht im Ansatz.

Von Realismus und Pessimismus
Schnell wird bei solchen Schilderungen der Vorwurf eines gewissen dauerhaften Pessimismus laut und genau dies ist ein weiterer großer Fehler, denn es geht nicht um Pessimismus, sondern ganz einfach nur um Realismus. Denn auf die erste Krise folgte die nächste und so weiter. Wenn man es genau betrachtet und nicht so vereinzelt ansieht, stellt sich heraus, dass es ein Prozess ist, eine Krise die wellenförmig verläuft und man ist noch lange nicht am Ende angelangt. Die Medien mögen auch weiterhin jeden kleinen Anstieg, als das endgültige Ende der Krise ansehen und so verkaufen aber man kann die Uhr danach stellen, wann es irgendwo wieder krachen wird. Man muss sich nur einmal daran erinnern, wie oft in den letzten zwei Jahren das Ende der Krise in den Medien verkündet wurde. Eigentlich komisch, denn eine Krise kann schlecht mehrere Ende haben, außer natürlich man zerlegt sie in viele kleine Bausteine, was aber trotzdem am Fakt nichts ändert. Jeder sollte sich noch auf einiges in der Zukunft gefasst machen und erst in der letzten Woche machte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) mit seiner Gesundheitsreform und den Ideen zur Pflegeversicherung klar, was Aufschwung und das Ende der Krise für die breite Masse bedeuten wird.

Es ist natürlich spannend mitzuverfolgen, wie die etablierten Massenmedien hier ganz im Sinne der Wirtschaft und der Politik agieren und das obwohl sie behaupten unabhängig und überparteilich zu sein. Auf der anderen Seite führt es natürlich auch zu einem verzerrten Bild, um nicht zu sagen zu einem Bild, welches eben mit der eigentlichen Realität nichts zu tun hat. Bis vor einigen Monaten funktionierte dies alles auch noch halbwegs aber mittlerweile ist eine Schmerzgrenze erreicht, die auch die bürgerliche Mittelschicht auf die Strasse treibt und das sollte vor allem den Politikern zu denken geben, denn sie werden die ersten Leidtragenden sein und sind es zum Teil auch jetzt schon. Vor einem Jahr war es der Dubai-Crash, die Crashs und Krisen die es in den letzten zwölf Monaten von Griechenland bis zum Euro gab, die Milliarden die verbrannt worden waren und das obwohl die Krise auch damals schon als beendet galt, blenden wir an dieser Stelle kurz aus und schauen einfach nur gespannt auf die kommenden zwölf Monate und zählen natürlich fleißig mit, wie oft auch in dieser Zeit die Krise wieder für beendet erklärt wird und vor allem, wie teuer die nächsten Stufen des Aufschwungs für die Bundesbürger werden.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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