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Die Wahrheit des Wortes

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Düstere Prognosen 2009

3. November 2008

Diese Woche ist vermutlich eine der spannendsten des Jahres. Die USA entscheiden sich für Demokraten oder Republikaner und die EU beginnnt die Woche mit düsteren Wirtschaftsprognosen für 2009.

Man spricht in Österreich schon lange nicht mehr von “schwierigen Zeiten”. Nein, es geht jetzt um die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise. 800 jugendliche Arbeitslose mehr in diesem Monat, prognostizierter Zuwachs der Jugendarbeitslosigkeit für 2009 und Mangel an Lehrstellen, und ein deprimierender Ausblick auf das Weihnachtsgeschäft – das bewegt Österreich heute. Ganze 288,00 Euro will Frau und Herr Österreicher heuer für Geschenke ausgeben. Das sind für eine Familie gerechnet vielleicht drei ordentliche Wocheneinkäufe, oder die Spritkosten fürs Pendeln zum Arbeitsplatz. Und die Wirtschaftsprognosen für 2009 der EU sagen für Österreich eine Stagnation voraus – Deutschland sitzt übrigens im selben Boot. Und in Großbritannien erwartet man sogar ein Schrumpfen der Wirtschaft im kommenden Jahr. Aufwärts geht es frühestens 2010.

Übrigens hat die nächste Bank in Österreich die staatliche Hilfe angemeldet: die Hypo Tirol. Und die Kommunalkreditbank, welche der Volksbankgruppe gehörte, wechselt in staatlichen Besitz. Rund 14 Prozent verbleiben beim Gemeindebund. Der Rest wird verstaatlicht. Ob das die Lösung ist? Fragt sich nur, wann die nächste Sparbuch-Werbewelle auf Österreich hernieder schwappt, denn mit den vielen kleinen Spareinlagen lassen sich wieder Gelder für die Banken akquirieren.

Die einzig gute Meldung war, dass die Inflationsraten sinken werden. Wem das zugute kommt, wird sich zeigen. Denn die kleinen Unternehmen kämpfen zunehmend ums Überleben, jene, die zu klein für Projektaufträge sind. Und gleichzeitig will man mit Innovationsprogrammen ausländische Betriebe ansiedeln. Da wird von Export nach Dubai und Doha gesprochen, von Großaufträgen für heimische Metall verarbeitende Betriebe und die Baubranche. Das kennt man doch von wo! Tönte es nicht ähnlich, als man die STRABAG den Investoren im russischen Osten anbot? Und für solche Aufträge muss man als Unternehmen schon ein wenig Größe beweisen. Einpersonen-Unternehmen, die fast 40 % der unternehmerischen Kraft in Österreich ausmachen fallen bei diesen Konjunkturprogrammen deutlich durch den Rost. Denn die PolitikerInnen lassen sich zu keinerlei Kommentaren hinreissen, welche Pläne in Wien für diese kleinen kämpfenden UnternehmerInnen des Landes geschmiedet werden.

Fakt ist: eine spannende Woche hat begonnen.

AMW

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Neues aus Österreich · Politik · Wirtschaft

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