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Die Wahrheit des Wortes

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Du bist Vertrauen-Du bist Deutschland

9. Oktober 2008

Ganz unter diesem Motto scheint der Zeit eine großflächige Medienoffensive für mehr Vertrauen in die deutsche Finanz-und Wirtschaftswelt zu stehen. Man bekommt an jeder Ecke erklärt, wie sicher Banken in Deutschland sind, wie gut es doch eigentlich unserer Wirtschaft geht und das man unbedingt in das System vertrauen sollte. Leider fehlen, wie so oft bei solchen Kampagnen, die Fakten im Hintergrund. Denn die Gründe, warum man in dieses System, unabhängig davon ob man es national oder international betrachtet, vertrauen sollte, sind doch eher gering. Im Moment scheinen aber die Großkonzerne festzustellen, dass man das Volk, die Gesellschaft doch mehr braucht als man dachte. Aber warum sollte die Gesellschaft jetzt blind diesen Rufen folgen, gerade auch wenn man deutlich merkt, dass es trotz der Wirtschaftskrise keinen grundlegenden Umdenkungsprozess bei den Verantwortlichen gibt.

Der große Sieger steht fest

Natürlich haben die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland auch einen gewissen staatlichen Auftrag aber das was im Moment geschieht, schießt ganz offensichtlich weit über das Ziel hinaus. Die ARD sendete zum Beispiel mehrfach fast deckungsgleiche Inhalte bei `Hart aber fair` in denen immer wieder nur versichert wurde, wie hoch die Sicherheit des deutschen Systems ist. Kritik wurde zwar auch kurz angenommen aber direkt wieder zerredet. So gibt es zum Beispiel Staatsrechtler die darauf hinweisen, dass die Garantie der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) juristisch gesehen eigentlich bedeutungslos ist. Dies muss wohl so gedeutet werden, dass es letztendlich keine erweiterte Garantie für die Spareinlagen der Bürger in Deutschland gibt. In der ARD-Runde war man aber sehr froh, dass der Staat so positiv für die Bürger arbeitet. Wo auch immer diese Expertenrunde hier die Fakten gesehen hat.

Die Sparkassen verkünden der Zeit Rekordzuläufe, auch dies ist nicht ganz überraschend, laufen doch auf allen Kanälen die Hinweise, wie sicher das Geld dort sei. Hierbei geht völlig unter, dass laut Medienberichte doch auch zum Beispiel eine Sparkasse aus Frankfurt, dass Geld ihrer Kunden vernichtete, in dem es mit Lehman Brothers Produkten handelte. So viel zum Thema Sicherheit auf dieser Seite. Das momentan größte Sorgenkind in Deutschland, die Hypo Real Estate (HRE) gilt der Zeit als gerettet aber warten wir auch hier ein Mal ab, was noch alles passiert und ob man nicht doch irgendwann ein Mal von einem gescheiterten Rettungsversuch für die viertgrößte Bank in Deutschland sprechen muss. Während im ZDF mit Wolfgang Büser ein Finanzexperten das Wort ergreift, der eigentlich andere Schwerpunkte hat und so massiv als Finanzexperte noch nicht in Erscheinung trat, zeigt sich in den USA, dass es munter so weiter geht wie bislang.

Steuerzahler zahlt AIG-Party

Die Führungsriege des AIG-Versicherungsgroßkonzern gaben gerade gut eine halbe Millionen Dollar aus. Man musste eben die Rettung des Konzerns mit Steuergeldern feiern und tat dies im schönen Kalifornien, wo man es sich zwischen Golfkurs, Kuranwendungen und der Bar richtig gut gehen ließ. Warum sollte man noch gleich in dieses turbokapitalistische System, welches ganz offensichtlich völlig ohne die Begriffe Ethik und Moral auskommt, vertrauen? Warum sollte man in Deutschland Menschen vertrauen, die ständig die Unwahrheit sagen und sich nachher auf Zufälle berufen? Nachdem man, bis es nun wirklich gar nicht mehr anders ging, die Bankenkrise, wie auch die Finanzkrise verleugnete, soll man diesen Menschen nun glauben, wenn sie sagen es gäbe keine Wirtschaftskrise? Man sollte davon ausgehen, dass auch hier das Vertrauen gänzlich aufgebraucht ist. Man verweist darauf, dass der massive Einbruch in der Automobilbranche kaum etwas mit der Finanzkrise zu tun hätte, da es branchenspezifische Probleme seien. Warten wir ab, welche Ausreden man für folgende Branchen bereithält.

Nicht nur das manch einer in Deutschland die Arroganz besitzt, sich gegen die klaren Fakten des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu stellen, es geht sogar soweit, dass man flächendeckend versucht die reale Krise zu verdrängen. Einbrüche, unabhängig woher sie kommen mögen, in der Automobilebranche, immerhin mit etwas über 800.000 Arbeitnehmern in der BRD die zweitgrößte Branche, werden ignoriert. Weiterhin steigen die Energiepreise undimensioniert. Gas explodiert förmlich und das unter der Maßgabe, dies läge an der Kopplung an den Ölpreis. Hierbei ist interessanterweise festzustellen, dass die Gaspreise ganz offensichtlich aber nur an steigende, allerdings nicht an fallende Ölpreise gekoppelt sind. Weiterhin werden völlig bedenkenlos Anlagetipps gegeben und das in Zeiten absolut irrationaler und damit nicht kalkulierbarer Märkte. All das sind Faktoren die beweisen, dass trotz der Krise, die sich von einer Bankenkrise über eine Finanzkrise hinzu einer Wirtschaftskrise entwickelt hat, sich an genau dem System, welches die Verantwortung trägt, nichts verändert hat. So lange kein grundlegender Systemwechsel hinzu einer besseren Positionierung von moralischen und ethischen Aspekten in der Wirtschaft stattfindet, bleibt die Krise. Man sollte also schleunigst damit aufhören, dieses zerstörerische System zu unterstützen und sich viel mehr für ein neues, ein besseres System einsetzen und an dieser Stelle dann um Vertrauen kämpfen.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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