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Die Wahrheit des Wortes

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Die zahlende Seite

3. August 2010

Schon oft genug wurde die Rettung von Karstadt vermeldet und die Angestellten werden sich gefreut haben. Aktuell zeigt sich, dass auch die letzte Rettung wieder zu früh vermeldet wurde, denn bislang scheint noch nichts wirklich gerettet zu sein, so ist nun sogar schon wieder die Rede von neuen Bietern und die neuste Frist ist der 10. August. Ein weiteres schönes Beispiel dafür, wie in Deutschland auch weiterhin fleißig gezockt wird. Nebenher versuchen die Medien dann wieder den konjunkturellen Flair dieser vermeintlichen Aufschwungstage unters Volk zu bringen, während sich viele Menschen einfach nur fragen, wo der Aufschwung sich denn jetzt versteckt hat. Es scheint gerade so, als würde wieder eine Schar von vermeintlichen Eliten einen Aufschwung erleben und feiern, für den allerdings auch diesmal wieder die breite Masse bezahlen soll.

Arbeit gegen die Langeweile
Ende der letzten Woche gab es die Nachricht, dass immer mehr Menschen einen Minijob haben wollen, um so noch einem Zweitjob nachgehen zu können. Es klingt fast wie die Propaganda eines zu Grunde gehenden Systems, welche hier über die etablierten Medien verbreitet wird. Denn in den allermeisten Fällen kann man wohl kaum davon sprechen, dass diese Menschen einen Zweitjob wollen, als viel mehr, dass sie ihn dringend brauchen um zu überleben. Die Darstellung, dass Menschen arbeiten weil sie Langeweile haben, hinkt doch etwas. Natürlich könnten die Menschen auch auf einiges verzichten und damit vielleicht so über die Runden kommen aber wer will das schon, wenn auf der anderen Seite der Schere immer mehr verdient wird. Die Zeiten verändern sich, man befindet sich im totalen Umbruch und das Ende der Fahnenstange scheint noch lange nicht erreicht. Der DAX kletterte auch im vergangenen Monat fleißig nach oben, wenn auch nicht so massiv wie der Dow Jones. Auch hier erkennt man sehr schön an welcher Stelle der Aufschwung, auf wessen Kosten stattfindet. Es bleibt ein Spiel mit klar getrennten Lagern und den immer gleichen Gewinnern und Verlierern.

Der Durchschnittsbürger wird immer mehr belastet. Bestes Beispiel sind die aktuellen Pläne von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) im Bezug auf das marode Gesundheitssystem in Deutschland. Hier wird die Ungerechtigkeit sehr schön deutlich, denn nach diesen Plänen geht die Hauptlast der Beitragserhöhungen auf das Konto der Arbeitnehmer und die Arbeitgeber werden einmal mehr entlastet. Dieses Prinzip zieht sich mittlerweile wie ein roter Faden durch die Umstrukturierung des Landes. Unfassbar ist dabei nur, dass die breite Masse es scheinbar noch immer so hinnimmt, denn Großdemonstrationen zog auch dies nicht nach sich. Wer nun meint, dass es ein guter Zeitpunkt für die Gewerkschaften wäre endlich einmal wieder Macht zu demonstrieren, stellt auch schnell fest, dass dem nicht so ist. Warum dies so ist, kann nur zwei Gründe haben, entweder ist der Gewerkschaftseinfluss in Deutschland mittlerweile einfach nur noch unbedeutend oder man ist so wirtschaftsnah, dass man nichts gegen das raubtierkapitalistische System tun mag. Beide Optionen kann man wohl kaum als etwas Positives einstufen.

Die Blase wird platzen
Man sollte sich auch nicht immer von den Mainstreamnachrichten der etablierten Medien beeinflussen lassen, die ein positives Bild vermitteln, welches mit der heutigen Realität im Land kaum etwas zu tun hat. Arbeitsplätze sind da auch ein sehr spannendes Thema an dem sich in diesen Tagen viele Protagonisten beteiligen, gerade auch wenn es in diesem Kontext um die Frage der Zuwanderung geht. Es hat den Anschein, als würde es immer mehr Jobs geben, von denen man einfach in Deutschland nicht mehr leben kann und da ist es natürlich nicht überraschend, dass diese Jobs nicht sehr begehrt sind. Dies bedeutet, dass die Bezahlung von Arbeit auch ein großes Thema in diesem Land ist. Während Topmanager überproportional bezahlt werden und dies für eine Verantwortung, die es am Ende des Tages scheinbar oftmals gar nicht gibt, soll man auf der anderen Seite positiv durch Lohnverzicht auffallen. So geht die Schere im Bereich Armut und Reichtum immer weiter auf und genau dies sollte verhindert werden, denn hier baut sich eine immer größer werdende Blase voller Unzufriedenheit und ähnlichem auf.

Diese Blase wird irgendwann einmal platzen, dies steht fest und dieser Fakt könnte das Land in schwere Turbulenzen führen. Unter dem Einfluss dieses Wissens, sieht man auch sehr schön, wie verfehlt die Politik ist, die aktuell in Berlin gemacht wird. Da die Wirtschaft von alleine nicht vom raubtierkapitalistischen Weg abrücken möchte, wäre es nun eigentlich die Aufgabe der Politik hier im Sinne der Bürger, im Sinne der Wähler einzugreifen, stattdessen tut man aber so, als sei alles in bester Ordnung. Aber nicht nur die Politiker machen sich hier schuldig, zu einem großen Teil gilt dies auch für die Medien, denn auch hier sucht man in vielen Fällen völlig vergeblich nach Berichterstattungen, die dieses System entlarven würden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr Vize Guido Westerwelle (FDP) waren angetreten um zu verändern, davon erkennt man allerdings im Moment gar nichts. Es scheint ein eingeschworener Club aus Wirtschaft, Politik und Medien zu sein, dem leider auch kaum etwas aus der Mitte der Gesellschaft entgegengesetzt wird und gerade dieser Punkt sollte sich schnellstens ändern, bevor es endgültig zu spät ist.

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Kategorie: Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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