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Die Wahrheit des Wortes

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Die Weltwirtschaftskrise und die Rolle der Medien

5. Februar 2009

Auch hier, auf dieser journalistischen Internetplattform, gibt es seit Monaten nun schon einen Schwerpunkt zur Berichterstattung über das Thema Weltwirtschaftskrise. Ein Bergriff der in der Welt der etablierten Massenmedien zum Teil erst seit Ende des letzten Jahres verwendet wird. Diesen Fakt kann man durchaus als ersten Hinweis auf die Art, wie eine Krise zum Positiven manipuliert werden soll, werten. Selbst in desaströsen Zeiten, wie diesen, hört manch ein Journalist nicht auf diese wirtschaftliche Katastrophe zu beschönigen. Die Frage die natürlich aufkommt ist die, ob es sich bei dieser Form der Berichterstattung um Unfähigkeit handelt oder ob eine gewisse Systematik dahinter steckt? Also nehmen wir uns doch ein Mal die Medien in Deutschland mit einem Schwerpunkt auf den Bereich des Fernsehens etwas genauer vor.

Nachrichtensender oder Magazinsender?

Beginnen wir mit den beiden großen deutschen privaten Nachrichtensendern n-tv und N24. Schaut man sich diese regelmäßig an, fallen einem spontan einige Merkwürdigkeiten auf. Warum ersetzt man Nachrichten immer mehr durch anderen Content? Dies bedeutet immer häufiger sehen wir Magazine, Dokumentationen und ähnliches für die man sehr, sehr viel Fantasie braucht, um noch an den Bereich Nachrichten zu denken. Dies ist natürlich einfacher zu senden als ständig aktuell produzierte Nachrichten, wodurch die Gewinnmaximierung wesentlich besser laufen dürfte. Der Ansatz großes Geld zu verdienen ist auch erst ein Mal völlig legitim aber man sollte dann auch schauen inwieweit der Content noch zu dem passt, was man von einem Nachrichtensender erwartet oder man muss sich eben in Magazinsender oder ähnliches umbenennen. Manche dieser hier beschriebenen Magazine muten übrigens teilweise wie reine Werbesendungen für Kreditinstitute oder ähnliches an. Erschreckend ist, dass hier zum Teil bis heute, die Produkte angeboten werden, dessen Verwandte mitschuldig an der Weltwirtschaftskrise sind. Diese offensichtliche enge Bindung zwischen Sendern und Unternehmen aus dem Banken-und Finanzsektor, erklärt dann natürlich auch die oftmals sehr schöngefärbte Berichterstattung in diesem Bereich.

Das einzige was es zum Teil schafft diese Magazine zu verschieben oder gar ganz ausfallen zu lassen, sind Pressekonferenzen. Aber auch hier ist es merkwürdig, was zum Teil geschieht. Man hat förmlich das Gefühl, dass hier im Vorfeld Zeiten festgelegt werden, wie lange die Schalte gehen darf, ist die Zeit verstrichen, geht es zurück ins Alltagsgeschehen und dies geschieht in den meisten Fällen unabhängig davon, ob noch wichtige Informationen folgen oder nicht. So haben wir es uns, hier in der Redaktion angewöhnt Pressekonferenz, gerade auch aus dem politischen Bereich, nur noch auf Phoenix zu schauen, da hier meistens am ausführlichsten und längsten berichtet wird. Am aller schlimmsten sind allerdings noch immer die Wochenenden, wo sich dem Konsument von Nachrichten oftmals die Frage stellt, ob wohl die ganze Belegschaft bis auf den Hausmeister im Wochenende ist. Auch dies drückt natürlich noch ein Mal massiv auf die Stimmung derer, die sich ausgiebig im Fernsehen über das Tagesgeschehen informieren wollen. Man darf bei all diesem hier vor allem auch nicht vergessen, dass eine ausreichende und vor allem auch unabhängige Berichterstattung auch ein hohes Gut in einer funktionierenden Demokratie ist. Man hat aber oftmals das Gefühl gerade von dieser Seite her nicht ausreichend informiert zu werden.

Anpassung an die Privaten

Und wie schaut es im öffentlich-rechtlichen Bereich aus, wo man natürlich erst ein Mal von höherer Qualität ausgeht. Positiv ist hier festzuhalten, dass der Unterschied zwischen Wochentagen und Wochenendtagen nicht ganz so massiv erscheint. Allerdings werden hier nach und nach die Bausteine außerhalb der großen Nachrichtensendungen auch scheinbar mehr und mehr dem Programm der privaten Sender angepasst. Gerade in diesen Tagen der Weltwirtschaftskrise denkt man doch schon Mal über die tiefere Bedeutung solcher Entwicklungen nach und könnte zu dem Schluss kommen, dass hier gezielt verdummt wird. Denn dumme Massen sind viel leichter zu steuern und zu manipulieren. Wie weit dies führen kann dürften wir zuletzt auch im US-Wahlkampf sehen. An dieser Stelle wird es natürlich mehr als beängstigend, denn es zeigt sich mehr und mehr, dass der jenige, der den meistens Einfluss auf die Medien hat am Ende des Tages auch das Rennen macht. Von welcher Seite dieser Einfluss kommt, also ob aus einer politischen Ecke oder aus Teilen der Wirtschaft ist erst ein Mal egal. So lange diese Aussagen, welche zum Teil glatte Werbeaussagen sind die nur als Nachricht deklariert wurden, teilweise unrecherchiert weitergegeben werden, ist Manipulation Tor und Tür geöffnet.

Allgemein gilt aber auch ein Qualitätsdefizit, so übernimmt ganz offensichtlich jeder Sender, dass was schon ein Mal bei den Kollegen war, dies auf Richtigkeit zu überprüfen wird oftmals scheinbar aus Personalmangel und Kostengründen unterlassen. Auch dies ist kein positives Zeichen für unabhängige Medien. All diese Faktoren zusammen genommen führen oftmals zu einem falschen Gesamtbild, zu einer falschen Darstellung der Lage. Gerade in den Zeiten der Weltwirtschaftskrise passiert dies fast täglich. Wenn dann neue Hiobsbotschaften eintreffen, die absehbar gewesen wären, hätte man sich mit dem jeweiligen Thema im Vorfeld angemessen auseinandergesetzt und nicht zum hundertsten Mal die gleichen Experten gehört, die auch die letzten Male immer falsch lagen, tut man gerne sehr überrascht. Sehr beliebt ist es an dieser Stelle allerdings auch auf die Medien oder das Fernsehen im Allgemeinen zu verweisen und so zu tun, als hätte man selbst nichts damit zu tun. Die Leidtragenden  sind letztendlich die Menschen die großen Namen aus dem Mediensektor vertrauen. Man sollte aber auch darüber nachdenken, dass diese Menschen letztendlich nicht nur Konsumenten, sondern auch Zielgruppe im Konetext der Werbung und den damit verbundenen Einnahmen sind. In sofern würde am Ende des Tages eine höhere Qualität alle zu Gewinnern machen, wenn man es denn will.

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Kategorie: Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 4 Kommentare ↓

  • 1 Carsten Kriska // 5. Feb 2009 at 13:35

    Ich habe gerade gestern noch N24 gesehen – oder besser gesagt, gehört – ich lass immer den Fernseher im Nebenraum laufen, wenn ich am PC arbeite – und wenn man Fernsehen nur hört, dann fallen einem ebenfalls Dinge auf, die einem nicht auffallen, wenn man gleichzeitig mit visuellen Eindrücken abgelenkt wird.

    Was mir auffiel ist, den ganzen Tag hört man nix anderes wie Finanzkrise!

    Krise – Krise – Krise – was können Sie tun – Krise – die Banken sind Platt – Krise – die Autoindustrie leidet – Krise – und irgendwie kam mir das bekannt vor – nach dem 11 September war die Worte Terror und Terrorismus neu erfunden worden, von Bush, Rumsfeld und Co.

    Terror – Terror – Terror – Terrorismus in USA – Terror – Afghanistan und Irak sind Schuld – Terror – in England explodieren Bomben – Terror – Osama Bin Laden – Terror – und bis heute glauben die Menschen das Terror aus dem Islam entstanden ist – doch Terror ist amerikanischer als wir denken!

    Amerikanische Banken sollen an einer weltweiten Finanzkrise schuld sein?

    Ich denke, die Finanzkrise ist ein lange gehegter Plan … nur wofür, das wissen nur die, die es zu verantworten haben!

  • 2 so // 6. Feb 2009 at 10:57

    Na ja, ehrlich gesagt ist das schon nervig, wenn die Sender mitten in einer Pressekonferenz einfach “abschalten”. Bei wichtigen Konferenzen schaue ich mir das Ganze auch auf Phoenix an, da man dort mehr “Objektivität” erwarten kann. N24 ist meiner Meinung nach noch eine Idee “schlechter” als N-TV, da auf dem Sender eigentlich mehr Dokus laufeb, als echte Nachrichten, aber wir wollen ja nicht nur meckern, denn in den USA wird man auf “Nachrichtensendern” damit beglückt, dass eeiner Frau die Katze weggelaufen ist und durch den heroischen Einsatz der Feuerwehr aus Buxtehude das Tier gerettet werden konnte. dann lieber Dokus ;)

  • 3 Daniel // 10. Mrz 2009 at 10:35

    Die weltweiten Börsen haben es vorweggenommen: der MSCI World erreichte 2007 sein vorläufiges Hoch und befindet sich seit Mitte 2008 im freien Fall. Jetzt hat die Weltbank vor einer globalen Rezession in 2009 gewarnt und bestätigt damit sozusagen die „Prognose“ der Börsen. So soll die globale Wirtschaft zum ersten Mal seit dem zweiten Weltkrieg schrumpfen. Der Welthandel soll sogar den stärksten Rückgang seit 80 Jahren verzeichnen.

    Vieles davon haben wir ja den Medien zu verdanken, die durch ihr pushen alles noch schlimmer machen.

    Hier hab ich noch mehr zu diesem Thema gefunden:

    http://www.sharewise.com/news_articles/3414-MSCIWorld-Chart-Kurse

  • 4 Lena // 14. Apr 2009 at 09:52

    Ich finde es schade,
    wenn teilweise absolut richtige Beobachtungen
    der Medienlandschaft so
    undifferenziert und unbelegt
    dargestellt werden,
    dass sie sich eher nach
    Verschwörungstheorie anhöhren als nach Wahrheit.

    Macht nicht den gleichen Fehler wie die Medien!

    Denn auch bei Nachrichten fällt
    (jedenfalls einigen Rezipienten) Unsachlichkeit auf !!!

Schreib was dazu