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Die Wahrheit des Wortes

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Die Weisheit der Wirtschaft

12. November 2008

Heute ist es wieder soweit und die fünf Wirtschaftsweisen, auch bekannt als Sachverständigenrat, übergeben der Regierung ihr Gutachten. Man mag jetzt meinen, dass dies ein spannender Moment ist, aber ist es dies wirklich? Bei den Wirtschaftsweisen sprechen wir ein Mal mehr von der Elite in diesem Land. Es geht um die Menschen, die wirklich großen Einfluss auf die wirtschaftliche aber letztendlich auch politische Entwicklung in Deutschland haben. Aber die letzten Wochen und Monate haben auch immer wieder gezeigt, dass man gerade auch bei der Elite, bei den Experten in diesem Land sehr vorsichtig sein muss. Denn, wo uns Eliten und Experten hingeführt haben, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Man muss ein Mal die Frage stellen, wo uns die Weisheit der Wirtschaft noch hinführen wird?

Wann wird General Motors zur Bank?

In dem oben beschriebenen Kontext wird immer wieder darauf verwiesen, dass man keine Pauschalverurteilungen vornehmen darf, denn in den meisten Fällen handelt es sich angeblich immer um Einzelfälle. Dann muss man diese mutmaßlichen Einzelfälle einfach ein Mal beleuchten. Da ist der scheinbar  ständige ethische und moralische Ausfall eines Josef Ackermanns von der Deutschen Bank, da ist das Steuerhinterziehungsverfahren gegen Ex-Postchef Klaus Zumwinkel, da hätten wir die Schmiergeldaffäre bei Siemens, den Datenschutzskandal bei der Telekom, den Skandal um die Bonifikationen bei der Deutschen Bahn usw. Bei all dem haben wir jetzt noch nicht die Highlights der Finanzkrise im Bankensektor besprochen. Wenn man diese Einzelfälle betrachtet, lässt sich schon eine gewisse flächendeckende Systematik erkennen, die es unmöglich macht von Einzelfällen in der deutschen Wirtschaft zu sprechen.

Die fünf Wirtschaftsweisen werden am heutigen Tag wohl auch etwas Positives in der Krise vermelden können und das im Kontext zur Bankenkrise, denn man geht wohl davon aus, dass die Systemfehler behoben sind. Eine Einschätzung der man durchaus kritisch gegenüber stehen kann, vor allem wo gerade im Moment die Hypo Real Estate (HRE) verlauten lässt, dass man wohl mit den bisherigen 50 Milliarden Euro nicht auskommt und mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), laut Medienberichten, auch so jemand wie der Klassenprimus unter den Landesbanken, erhebliche Probleme hat. Die Lage am deutschen, wie auch am internationalen Finanzmarkt hat sich nur scheinbar beruhigt, denn Fakten, wie zum Beispiel, dass American Express (Amex) nun kurzfristig zu einer Geschäftsbank mutiert ist, um auch an die Rettungsgelder der US-Regierung zu kommen, zeigen wo es lang geht. Bald wird dann wohl auch General Motors (GM) eine Bank. Wundern würde auch dieser Schritt keinen mehr.

Sozialismus und Kapitalismus haben beide verloren

Egal wie schön uns Eliten und Experten die Lage nun versuchen zu reden, man muss festhalten, dass die beiden großen Systeme, der Sozialismus, wie auch der Kapitalismus gescheitert sind. Man darf in beiden Fällen davon ausgehen, dass es beim Niedergang dieser beiden System aber gar nicht ein Mal die Systeme selbst waren die zum Untergang führten. Es sind immer wieder die Menschen, die diese Ideologien nach eigener Gier steuern. Wenn sich aus gewissen wirtschaftlichen, wie aber auch politischen Interessen, gewisse Eliten von einem immer größer werdenden Rest abtrennen, dauert es meist nicht mehr lange bis das System scheitert. Diese Erfahrung zeigte sich schon im Sozialismus, im Kommunismus und der Zeit beweist es sich auch für den Kapitalismus. Ob einem diese Fakten schmecken oder nicht, sollte erst ein Mal irrelevant sein. Anstatt zu jammern, wie übel uns allen jetzt die Globalisierung mitspielt, die immer oberstes Ziel war, sollte man neue Konzepte für eine lebenswerte Zukunft schaffen.

Anstatt das gerade angesprochene Ziel zu verfolgen, wird aber einfach an sehr vielen Stellen weitergemacht, als wäre nie etwas geschehen. Es ist, wie mit dem Autobahnring rund um Köln, man legt den Verkehr lahm, um eine neue Spur zu bauen, ist dieser Punkt nach Jahren erreicht, stellt man überrascht fest, dass wieder eine Spur fehlt, also alles wieder von vorne. Aber nicht das man jetzt zwei Spuren mehr bauen würde um mehr Zukunftssicherheit zu haben, lieber setzt man, wie auch in der heutigen Politik, auf kurzfristige Lösungen. Jetzt bastelt man an der Kfz-Steuer herum und kommt ebenfalls zu kurzfristigen Lösungsansetzen, die keinem weiterhelfen werden. Legitimation für solche Experimente ist immer wieder, dass man überhaupt etwas tut und das besser sei als nichts. Man sieht die Argumentationsketten sind ähnlich. Das alles hat mit Nachhaltigkeit nichts zu tun. Eine nachhaltige Systemveränderung ist aber das einzige, was dem Land nun hilft. Denn selbst wenn wir dies Mal das Glück haben und all dies halbwegs unbeschadet überstehen, kann man bei den heutigen Systeme die Uhr danach stellen, wann es dann richtig knallt.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Neues aus Österreich · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 trends // 14. Nov 2008 at 23:31

    Konkurs bei Opel – die Spitze vom Eisberg…

    General Motors – GM – der Stammkonzern der Adam Opel AG ist platt, pleite! Um 1 000 000 Arbeitsplätze in Amerika zu retten, wären etwa 50 000 000 000 $ notwendig. Die Finanzkrise hat längst die Wirtschaft erfasst und ist in Deutsc…

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