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Die Wahrheit des Wortes

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Die Rente ist sicher

23. April 2008

Das die Rente sicher ist, ist einer der Kernsätze der deutschen Rentenpolitik, den der damalige Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung Norbert Blüm (CDU) prägte. Diese Kernaussage muss man sogar bis in die heutige Zeit als Fakt ansehen, auch wenn man es kaum glauben mag. Aber wenn man diese Aussage genauer betrachtet, stellt man schnell fest, dass in dieser Aussage weder von dem Renteneintrittsalter, noch von der Rentenhöhe die Rede ist. Es heißt einfach nur, dass sie sicher ist. Von diesem Fakt sollte man einfach ein Mal ausgehen. Aber es gibt weitere Fakten von denen man auch ausgehen muss, so zum Beispiel dass die Zeitspanne bis man das Renteneintrittsalter erreicht hat, immer größer wird und das die Leistungen die man dann erhält, immer weniger zum alltäglichen Leben reichen werden.

Rente mit 50 oder 70

Die Bundesbank geht, laut Informationen des Nachrichtensenders n-tv, mittlerweile von einem möglichen Renteneintrittsalter von 68,5 Jahren aus. Bei dieser Zahl muss man sich auch vor Augen halten, dass man es auch erst ein Mal schaffen muss, mit fast 70 Jahren noch voll einsatzfähig zu sein. Denn mit dem stetig steigenden Druck am Arbeitsplatz, ergeben sich auch hier ganz neue Fakten. So sanken zuletzt ein Mal mehr die durchschnittlichen Fehlzeiten durch Krankheit, was schlichtweg damit zu begründen ist, dass immer mehr Menschen Angst haben ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Diese Zahlen zeigen aber auch, dass sich die Menschen immer weniger Zeit für ihre Rekonvaleszenz nehmen, welche Auswirkungen dies langfristig haben wird, wird sich erst noch zeigen. Unabhängig ob mit 68,5 Jahren, wie es die Bundesbank nun andeutete oder mit einem gegebenenfalls noch höheren Renteneintrittsalter, bleibt es jedem relativ freigestellt, wann er in den Ruhestand geht.

Bis zum heutigen Tag gehen viele Menschen vor dem eigentlichen Renteneintrittsalter in den Ruhestand und dies freut letztendlich vor allem die Rentenkassen, denn für die bedeutet es vor allem auch, dass sie weniger zahlen müssen, da die Renten in diesen Fällen natürlich drastisch gekürzt werden. Die private Altersvorsorge spielt eine vermeintlich immer wichtigere Rolle in diesem Kontext. Denn natürlich muss man sehen, dass die Lücke, die unabhängig vom Renteneintrittsalter immer größer wird, sich aber natürlich durch ein früheres Ausscheiden noch ein Mal enorm vergrößert. Jetzt gibt es viele Menschen in Deutschland, die in den verschiedensten Arten vorsorgen. Sie legen ihr Geld bei Banken, Sparkassen oder Versicherungen an. Manch anderer erwirbt auch eine Immobilie, um im Alter keine Miete mehr zahlen zu müssen. Diese Dinge scheinen auf den ersten Blick auch sehr sinnvoll zu sein aber man sollte sich auch über die Risiken im klaren sein. Denn die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, wie schnell auch solch scheinbar grundsolide Absicherungen ins wanken geraten können.

Der Staat tut was er will

Man stelle sich vor, man schließt heute eine private Rentenversicherung bei einem privatwirtschaftlichen Versicherungsunternehmen ab und vereinbart eine Rentenzahlung ab dem 65. Lebensjahr mit der Maßgabe bis zu diesem Zeitpunkt die vollen Beiträge zu bezahlen. Wenn man 55 Jahre alt ist, teilt einem dann das Unternehmen mit, dass man nun bis zum 70. Lebensjahr einzahlen müsste und erst dann eine Summe, die sagen wir Mal, noch zehn Prozent unter dem vertraglich vereinbarten liegen würde, ausgezahlt bekäme. Der Aufstand, die Protest- und Prozessflut wäre wohl vorprogrammiert. Nimmt der Staat nun solche Einschnitten, solch gravierende Systemveränderungen vor, scheint dies das normalste der Welt zu sein. Man sollte sich, wie man es im privatwirtschaftlichen Bereich auch tut, ein Mal Gedanken darüber machen, wie zuverlässig und vertrauenswürdig dieser Staat als Sozialpartner noch ist.

Wenn man sich den Bereich Hartz VI genauer ansieht, könnte der ein oder andere Politiker  da vielleicht Zukunftsideen für die Rentenkasse sehen. Man wird sehen wohin der Weg der leeren Kassen führt. Vielleicht heißt irgendwann ein Mal, dass von der Rente ein Mietanteil abgezogen wird, da man über eine abbezahlte Immobilie verfügt oder man zieht als Einsparmassnahme schlicht den Betrag der Privatvorsorge von der staatlichen Rente ab. Manch einer wird dann im Alter feststellen, dass er mit Zitronen gehandelt hat. Dann dürfte es allerdings zu spät sein. Das Rentensystem wird nicht besser, denn wenn man sich nur die Fakten des demografischen Wandels in der Bundesrepublik Deutschland ansieht und sich überlegt, dass der Teil der Geringverdiener auch immer größer wird, was letztendlich bedeutet das immer weniger Geld in die Kassen kommt aber eigentlich immer mehr ausgezahlt werden müsste, dürfte jedem klar sein, dass das so nicht funktionieren kann. Aber irgendwie wird es am Ende des Tages doch wieder funktionieren und wenn auch nur mit einer einheitlichen Minigrundsicherungsrente. Auch in diesem Fall kann man nur sagen: `Die Rente ist sicher. `

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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