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Die Wahrheit des Wortes

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Die raubtierkapitalistische Freiheit des Josef A.

1. August 2011

In der Wirtschaftswelt passieren immer wieder die spannendsten Dinge und es scheint noch immer eine große Menge an Menschen zu geben, die noch nicht begriffen haben , was sich hier abspielt. Man muss wegen der Fairness natürlich auch einräumen, dass es schwer zu begreifen ist, da, was die Aufklärung angeht, auch gerade die etablierten Massenmedien, wie aber natürlich auch die Politik, völlig versagen und hier scheint es sich nicht um Zufälle zu handeln, sondern um ein gewisses Prinzip. Lange, lange Monate ging das Gerangel, der Machtkampf um die Nachfolge von Josef Ackermann, dem Vorzeigebanker überhaupt, der sich auch immer gerne siegesgewiss zeigt. Wie durch den immer wieder gerne zitierten Zufall, entschied sich seine Nachfolge pünktlich zum Beginn des Sommerlochs und dies minimiert das Interesse der Medien natürlich so oder so schon einmal massiv. Josef Ackermann folgt an der Spitze der Deutschen Bank nun ein Führungsduo. Da muss Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wohl demnächst zwei Geburtstagsfeiern in ihrem Kanzleramt für diese wichtige Bank einkalkulieren. Kalkulieren ist übrigens genau das richtige Wort in diesem Kontext, denn sowohl die Wahl der Personen, wie auch die Verteilung der Positionen, kann man durchaus als gut kalkuliert bezeichnen.

Eine große Familie?
Die zukünftige Doppelspitze bei der Deutschen Bank, die wohl ab Mai nächsten Jahres die Geschäfte des Schweizers Josef Ackermann übernehmen wird, besteht auf der einen Seite aus dem bisherigen Deutschlandchef, des so wichtigen deutschen Bankhauses, Jürgen Fitschen und auf der anderen Seite aus dem bisherigen Chef der Investmentsparte, Anshu Jain. Nun stellt sich schon einmal grundsätzlich die Frage, ob eine solche Doppelspitze, wie man sie hier gerne hätte, überhaupt legal ist aber diese Grenzen testet man beim Klassenprimus des deutschen Bankenwesens scheinbar öfters gerne einmal aus, wie die weltweiten Skandale der letzten Wochen und Monate auch immer wieder gezeigt haben. Aber auch wenn man hier eine Grenzlinie überschritten hätte, was in der Finanzwelt nun wirklich auch nichts Neues mehr wäre, bleibt noch eine ganz andere Frage offen. Denn auch hier stellt sich die Frage nach der Legalität und Banalitäten, wie Ethik und Moral, werden in diesem Bereich scheinbar so oder so einfach nur noch ignoriert. Denn, wie es die etablierten Massenmedien so positiv ausdrücken, soll Ackermann der Bank erhalten bleiben. Natürlich ist es verständlich, dass man einen solchen Siegertyp nicht gerne abgibt und es gibt auch ausreichend Posten, die er übernehmen könnte, ohne dass es auch nur den Ansatz eines Problems geben würde, allerdings soll er nun Chef des Aufsichtsrats werden und hier kommen natürlich noch mehr Fragen auf, die eben nicht nur juristischer Natur sind.

Der Aufsichtsrat soll eigentlich verhältnismäßig unabhängig die Geschicke einer Aktiengesellschaft überwachen. Nun kann man sich überlegen, wie unabhängig der Ex-Chef eines Unternehmens diese Aufgabe wahrnimmt. Man spricht bei den DAX-Unternehmen auch immer gerne von einer großen Familie, was die Unabhängigkeit dieses speziellen Kontrollorgans so oder so häufig in Frage stellt. Nun scheint man aber auch hier einen weiteren Schritt gehen zu wollen und Kontrollen noch mehr aufzuheben. Man erinnert sich noch an die ganzen leeren Worthülsen, gerade auch aus der Politik, als die aktuelle Weltwirtschaftskrise, die die Armut und das Leid in der Welt übrigens noch immer größer werden lässt, begann. Es war immer wieder von mehr Kontrolle, gerade auch im Bereich der Finanzwirtschaft, die Rede, im Moment scheint man das klare Gegenteil zu erleben und es wird auch ohne jede Scham in die Öffentlichkeit transportiert. Wie gesagt, man redet hier nicht umsonst von einem Siegertyp, der sich auch diesmal seiner Sache ganz sicher zu sein scheint und dies ist natürlich außerordentlich erschreckend, denn wenn die wirtschaftsinternen Kontrollmechanismen schon  versagen und dies tun sie scheinbar schon seit langem, hier nun auch noch den Rest an Kontrolle zu deinstallieren, müsste die Politik auf den Plan rufen.

Siegt Ackermann erneut?
Es sind natürlich erst einmal alles nur Pläne und noch lange keine Fakten, dies muss man auch einräumen, allerdings sind die Ideen alleine schon besorgniserregend genug und wenn man ganz ehrlich ist, wäre man wohl kaum überrascht, wenn sich der Mann, der schon für so viel Aufsehen gesorgt hat, welches nicht im Ansatz immer nur positiv war, auch diesmal am Ende des Tages wieder in seiner ganz eigenen Art durchsetzen würde und dann sein breites Siegesgrinsen aufsetzen würde. Nun stellt man dies in den Medien gerne immer so dar, dass hier etwas für die gesamte Gesellschaft getan würde, wo alle von profitieren und dann kann man scheinbar auch schon einmal auf einige wichtige Bausteine einer freien Marktwirtschaft gut verzichten. Dem gegenüber stehen dann natürlich die Nachrichten, die zeigen, wo das globalisierte, raubtierkapitalistische System hinführt und hier ist die Eurokrise und der daran gekoppelte Zerfall der Europäischen Union (EU) nur ein Beispiel. Dies Zusammenhänge werden allerdings so gut wie niemals aufgezeigt, was natürlich auch wieder einige Vermutungen über die Einflussbereiche der Wirtschaft auf die Medien zulässt. Staaten werden aktuell schon völlig skrupellos von der Finanzwelt angegriffen, ohne das man auf den Einfall käme an dieser Stelle von Terrorismus zu sprechen und letztendlich ist es nichts anderes. Ein Ziel dieser Wirtschaftsterroristen scheint mittlerweile auch Europa ganz allgemein geworden zu sein aber auch so etwas scheint niemanden mehr in der Tiefe zu irritieren oder gar zu beunruhigen.

Man muss sich auch klar vor Augen halten, wo dieser Weg hinführt. Ein Weg in dem scheinbar die Wirtschaft völlig unbehelligt von den Medien und der Politik, was auf Deutschland bezogen das politische Berlin bedeutet, machen kann, was sie will. Im positivsten Fall bedeutet es, so zynisch es klingen mag, einfach nur noch mehr Armut und Leid für weite Teile der Bevölkerung dieser Welt, im Gegensatz zu immer massiveren Reichtum einer kleinen, vermeintlichen Elite. Die letzten Jahre, gerade auch das letzte Jahrzehnt seit 911, hat allerdings gezeigt, dass es auch zu mehr Extremismus und Radikalismus führt und spätestens seit den grauenhaften Anschlägen von Norwegen, weiß man, dass es nicht einfach nur ein Kampf der Kulturen ist, sondern noch viel weitreichendere Bereiche betroffen sind. Nun fragen sich viele Menschen wieder, was sie denn nur tun können und dies kann man im hier behandelten Fall ganz deutlich sagen, denn bei Aktiengesellschaften entscheiden die Aktionäre mit und da es kein reines Problem der Deutschen Bank ist, sondern ein systembetreffendes Problem, haben viele Menschen die Möglichkeit, positiv einzugreifen, für eine bessere Welt. Dies kann natürlich schon einmal negativ auf die Aktienkurse schlagen und damit gegen die ganz persönliche Gier gehen aber man kann etwas tun und wenn man es unterlässt, muss man festhalten, dass man sich mitschuldig macht.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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