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Die Wahrheit des Wortes

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Die neue Rechte

14. September 2010

Thilo Sarrazin (SPD), der noch Bundesbankvorstand, Vertriebenenpräsidentin Erika Steinbach (CDU) und viele mehr zeigen eine klare Tendenz deutschen Gedankengutes auf und publizieren diese auch auf den verschiedensten Gebieten. In den Medien nimmt man dieses Gedankengut auf und steuert es scheinbar auch gerne in eine gewisse Richtung, so darf es nicht überraschen, dass dieses Gedankengut auch immer mehr in der breiten Masse der Bevölkerung angenommen wird. Oberflächlich kann in diesen Tagen schon einmal schnell der Eindruck entstehen, dass alle Moslems dumm wie Stroh sind und nicht Adolf Hitler den 2. Weltkrieg begonnen hätte, sondern die Polen. Man muss nicht sonderlich clever sein, um zu begreifen über welches Gedankengut man in solchen Fällen spricht und sollte gerade auch bei der Union nicht allzu irritiert oder gar verängstigt sein, wenn sich eine neue Rechte in Deutschland formiert. Der Prozess als solches, ist in Deutschland auch gar nichts Neues.

Links von der SPD
Es liegt in der deutschen Geschichte, dass Parteien rechts von der Union zu mehr Wellenschlag führen, als Parteien die sich links neben der SPD etablieren. Denn an die Linke, die in Teilen auch aktuell noch im Visier des Verfassungsschutz steht, hat man sich schon ein ganzes Stück gewöhnt und diskutiert sogar schon ihre Regierungsfähigkeit auf Bundesebene. Egal wie hoch die Wellen an welchen Stellen schlagen, muss man aber wohl doch festhalten, dass das Extreme in Deutschland auf dem Vormarsch ist und auch hier sollten Politiker sich nicht allzu überrascht zeigen, denn immerhin haben sie einen großen Teil zur Politikverdrossenheit in diesem Land beigetragen und ihre Mitglieder nach links bzw. rechts abgedrängt. Die einheitliche Mainstreampolitik der letzten Jahre und Jahrzehnte scheint sich nun langsam, mehr und mehr, zu rächen. Es hat sich in diesem Zeitrahmen eine wirtschaftliche Situation aufgebaut, die immer mehr Menschen ins Abseits geführt hat und genau die sind oftmals besonders einfach zu radikalisieren.

Menschen die in Armut leben müssen und dabei täglich vom Aufschwung hören und zusehen müssen, wie Milliarden Eurobeträge verschoben werden, suchen Schuldige. Wenn diese Menschen nun als Steilvorlage Araber und Moslems als Feindbild geliefert bekommen, nimmt man dies gerne an. Wir reden hier von Tendenzen, die ganz schnell auch in Hass und Gewalt umschlagen können, dies sollte allen Protagonisten aus Politik und Medien, die aktuell doch teilweise sehr wahrlässig mit diesem Thema umgehen, bewusst sein. Unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich der konservative Flügel in der CDU immer weiter ausgedünnt, dass dies natürlich Folgen haben würde, muss auch ihr bewusst gewesen sein. Sollte sich nun wirklich etwas weit rechts neben ihr aufbauen und vielleicht sogar ähnlich etablieren, wie die Linke, sollte sie nicht überrascht tun, denn das könnte man ihr wohl kaum abnehmen. Heuchelei ist natürlich auch ein großes Thema der Medien, die zum Teil auch durch ihre Berichterstattung zur momentanen Situation beigetragen haben und sich deshalb später mit trauernden Kommentaren, wenn das Kind am Brunnenboden zerschellt ist, doch besser zurückhalten sollten.

Rechts von der Union
Man stelle sich einfach einmal Thilo Sarrazin (SPD) und Erika Steinbach (CDU) als Führungsduo einer neuen Rechten in Deutschland vor, da würden interessante Zeiten auf Deutschland zu kommen. Viele der Menschen, die sich jetzt noch ganz sicher fühlen, könnten dann ganz plötzlich wesentlich mehr Probleme bekommen, als sie es im Moment noch erahnen. Allerdings muss man auch festhalten, dass es dann zu spät sein dürfte. Man sollte gegen diese extremen Politikwege jetzt schon kämpfen und nicht erst wenn es zu spät ist. Ultralinks haben wir nun schon, ob man nun noch ein ultrarechtes Lager, quasi als Gegengewicht, braucht, ist doch eher als sehr fraglich einzustufen. Die Parteien und dies gilt sowohl für die SPD, wie auch für die Union, sollten sich angewöhnen, sich doch ein bisschen mehr auf die Inhalte und die Wünsche der Basis zu konzentrieren. Der Nachteil, es könnte doch an der einen oder anderen Stelle Machtverlust bedeuten und dies scheint man nicht zu wollen.

Ob diese Trends nach Jahrzehnten der verfehlten Politik in Deutschland überhaupt noch zu stoppen sind, wird auch noch eine spannende Frage werden. Wie schnell sich radikale Parteien in Deutschland etablieren können, hat in der jüngsten Vergangenheit gerade erst die Linke bewiesen und man darf davon ausgehen, dass die Entwicklungen bei einer neuen Rechten im Land mindestens ebenso rasant wären, wenn nicht sogar noch rasanter. Die Linke und auch dies darf man nicht vergessen, hat ihre Wurzel in der SED, die über Jahrzehnte für ein Unrechtsregime in Ostdeutschland stand. Würde sich nun eine neue Rechte begründen, würde diese wohl für eine gesamtdeutsche, nationale Bewegung stehen und könnte somit noch schneller, noch viel größer werden. Man sieht, wie die Weichen in Deutschland langsam aber sicher gestellt werden und man kann nur hoffen, dass nicht nachher wieder keiner etwas gewusst bzw. mitbekommen hätte. Radikalität außerhalb des Rechtssystems schadet dem Land und hilft nicht wirklich bei einem angemessenen Systemwandel, den dieses Land so dringend benötigt, auch dies gilt es abschließend festzuhalten.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Kultur · Medien · Politik

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