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Die Wahrheit des Wortes

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Die Lüge vom Systemwechsel oder wenn Haribo die Wahrheit sagt

11. Mai 2009

Wortbruch, Vertrauensbruch etc. sind alles Begriffe die in der heutigen Zeit scheinbar einfach dazugehören. Verantwortung, Reue und ähnliches scheinen hingegen mehr und mehr aus dem Vokabular zu verschwinden. Diese Entwicklung, die schon seit längerem Einzug gehalten hat, verschärft sich, wie so viele andere Dinge in diesem Kontext auch, in Zeiten der Weltwirtschaftskrise noch ein Mal massiv. Übertroffen wird dies nur noch durch den massiven Anstieg an Zynismus und Dreistigkeit, den viele Verantwortliche aus dem Bereich des öffentlichen Lebens und gerade auch aus den Bereichen Politik und Wirtschaft an den Tag legen. Es wird Zeit die Krise und die Rufe nach einem Systemwechsel ein Mal im Detail zu analysieren um zu sehen, wo es in der Zukunft hingehen wird und zu hinterfragen, ob sich der Kurs wirklich ändern wird.

Der nette Werbeträger von Haribo

Thomas Gottschalk, einigen noch als Riesennase bekannt, zählt in der heutigen Zeit wohl zu den bekanntesten deutschen Entertainern und ist auch berühmt für seine Werbung, die er seit 1991 für einen großen Bonner Süßwarenhersteller macht. Der aktuelle Werbespot mit ihm ist durchaus als skandalös einzustufen und er bezeugt auch noch ein Mal, wie in diesem Land mit der Krise und deren Folgen umgegangen wird. Da klafft die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander und immer mehr Menschen empfinden große Ungerechtigkeit in diesem Staat und Gottschalk verkündet sinngemäß, ganz unbekümmert, dass natürlich immer die Großen die kleinen fressen, als wäre es das Normalste der Welt. Immerhin ehrlich könnte man da sagen. Auf der anderen Seite könnte man auch vom puren Zynismus reden, wie Personen des öffentlichen Lebens im Auftrag von Konzernen in Zeiten der Weltwirtschaftskrise agieren. In Zeiten, in denen endlich auch Gewerkschaftler und Politiker vor sozialen Unruhen in Deutschland warnen, ist eine scheinbar amoklaufende Süßware, nicht wirklich das was dieses Land braucht.

Niemand sollte mehr glauben, dass es wirklich zu einem Systemwechsel kommen wird. Denn gerade auch in Deutschland zeigt sich, dass die Menschen stillhalten, auch wenn sie zu tausenden ihre Arbeitsplätze verlieren und der Staat sie steuerlich und wahrscheinlich irgendwann auch im Sinne der Sozialversicherungen, in eine Art Geiselhaft nimmt. Sehen wir ein Mal von der Abwrackprämie bzw. Umweltprämie, die auch vor allem durch Überforderung und Pannen glänzt, ab, scheint kein Geld für die Bürger und die Ankurbelung der Binnenwirtschaft vorhanden zu sein. An dieser Stelle zeigt man dann auf die Weltwirtschaftskrise und die böse Lehman Brothers Bank die im Herbst letzten Jahres alles auslöste. Die unzähligen Milliarden, die man seitdem in den Bankensektor pumpt bzw. für die man per Bürgschaft den Kopf hinhält, sind ganz offensichtlich trotz Krise vorhanden. Das diese Gelder die Kreditklemme nicht nachhaltig auflösten, scheint niemanden zu interessieren. Es scheint viel mehr so, als volle man die Zocker weiterhin mit Kapital versorgen. Dies hat mit einem Systemwechsel gar nichts zu tun, um nicht zu sagen, dass man die Krise nur noch weiter ankurbelt und zwar auf Kosten der Bürger.

Nichts als leere Reden

Der G-20-Gipfel von London ist gerade ein Mal knapp über einen Monat her und hat den Mächtigen wohl gezeigt, dass sich der Zorn in der Gesellschaft noch in Grenzen hält. Man scheint sich also zu sagen, dass man dann auch gerne weitermachen kann wie bisher, schließlich muss das Kapital für die hemmungslose Zockerei irgendwo herkommen und ganz offensichtlich nimmt man es auch weiterhin von den Armen und der Mittelschicht, denn wie gesagt, die halten schön still. Will man an das Geld der Mächtigen, wie zum Beispiel eines Herrn Hartmut Mehdorns im Kontext seines Ausscheidens bei der Deutschen Bahn, droht er gleich Mal mit juristischen Schritten. Der Große frisst den Kleinen, so ist es eben. Gerade in Deutschland hat man im Superwahljahr 2009 aber nun die Möglichkeit diesen Entwicklungen, mit friedlichen Mitteln entgegen zu wirken, dafür muss man sich allerdings mit dem Thema auseinandersetzen und dies ist scheinbar vielen Menschen zu viel und genau auf dieser Trägheit basiert auch ein großer Teil dieses Systems. Man weiß, dass man große Reden schwingen kann und diese ruhig auch leer sein können, da die breite Masse sich scheinbar lieber mit Castingshows und Soaps beschäftigt . Genau dieses Desinteresse an der Politik und der Wirtschaft, wo man nun ein Mal die Verantwortlichen für die Krise suchen muss, freut die Verantwortlichen ganz besonders, denn so können sie sich auch weiterhin unkontrolliert austoben.

Natürlich betrifft diese Problematik nicht nur Deutschland und Europa, schließlich reden wir von einer Weltwirtschaftskrise. Also schauen wir zum Ende des Artikel noch  kurz in die USA, wo die Zeltstädte der Verlierer des Raubtierkapitalismus immer größer werden, da die Menschen einfach alles verloren haben. Hier im Land, des schon als Weltretters gefeierten Präsidenten Barack Obama, wurden so genannte Stresstests für die Banken eingerichtet, umso zu ermitteln wie viel Kapital diese, im Falle einer weiteren Zuspitzung der Krise, noch benötigen. Die Citibank gab einen Kapitalbedarf von fünf Milliarden Dollar an. Tatsächlich braucht man aber offensichtlich 35 Milliarden Dollar, also das siebenfache. Diese Schönfärberei trieb dann natürlich die Aktien bzw. die Börsen wieder nach oben und man kann davon ausgehen, dass auch hier wieder große Gewinne eingestrichen worden sind. Bis zum heutigen Tag hat man noch nicht gehört, dass irgendjemand für genau diese Zockereien ernsthaft belangt wurde. Ein sehr schönes Beispiel, dass die Zockerei an den internationalen Finanzmärkten ungebremst weitergeht und somit muss man all die Reden von einem Systemwechsel, wohl als Lüge einstufen. Kein gutes Zeichen von den Märkten und vor allem auch nicht von den Mächtigen dieser Welt, wie eben Barack Obama.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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