fairschreiben

Die Wahrheit des Wortes

fairschreiben header image 2

Die leeren Sprechblasen des Barack Obamas

16. April 2010

In dieser Woche arbeitete US-Präsident Barack Obama weiter an seinem Ruf als Friedensnobelpreisträger. Zu erst der große Abrüstungsvertrag mit Russland, der in Prag unterzeichnet wurde und jetzt auch noch der Atomgipfel in Washington. So erntete er viel Lob von allen Seiten und man stellt sich die Frage, ob die Lobenden wirklich nicht verstehen was hier abläuft, denn eigentlich ist es sonnenklar. Der große Visionär Barack Obama, den man eigentlich bestenfalls als Träumer einstufen könnte, schafft hier gerade ganz offizielle die Nachfolge für den Kalten Krieg und verkauft dieses wieder als etwas Positives. Das System dahinter ist klar erkennbar, denn schließlich verkaufte er seinen verstärkten, kriegerischen Einsatz in Afghanistan auch schon als etwas wahnsinnig Positives. Frieden schaffen mit noch mehr Waffen, wird wohl auch diesmal die Devise sein.

Obama hat die Medien noch immer im Griff
Man erinnert sich noch gut an Obamas Auftritt in Prag vor einem Jahr und seine Visionen einer atomwaffenfreien Welt, damals wurde daraus sehr schnell, dass Obama nun die Atomwaffen abschafft. Ein Jahr später, wieder in Prag, machte er dann Nägel mit Köpfen, wie man vielfach in den Medien hören konnte. Meist nur am Rande wurde erwähnt, dass zum Beispiel wohl die amerikanischen Atomwaffen in Deutschland weiterhin bleiben. Die Russen freuen sich nun mit diesem Vertrag ihren, für das Land kaum noch zu bezahlenden bzw. zu unterhaltenden Schrott, los zu werden und sich  natürlich einen sofortigen Ausstieg aus dem Vertrag offen halten, sollten sie mit der zukünftigen Verteidigungsstrategie der USA nicht einverstanden sein. Nun verabschiedet man sich ganz schnell von der Messlatte der atomwaffenfreien Welt und lobt ihn für diesen Vertrag, als hätte er gerade alle Atomwaffen der Welt höchst persönlich entsorgt. Es ist dieser seit langem bekannte PR-Zauber der auch hier wieder hervorragend funktioniert.

Es gibt eigentlich nichts genialeres als ständig riesige, meist niemals einzuhaltende, Versprechen und Visionen herauszugeben, damit zu punkten und danach kleine Schritte, die so oder so passiert wären aber wohl kaum so große Aufmerksamkeit hervorgerufen hätte, als Meilensteine dieser Visionen zu verkaufen. Man sollte auch hier so fair sein und sich mehr den Fakten, vom aussichtslosen Krieg in Afghanistan bis zu den Problemen bei er Auflösung von Guantanamo, widmen, hier käme man dann dem wirklichen Bild des US-Präsidenten wohl sehr viel näher. Das Problem für einen Großteil der Medien ist allerdings, dass sie sich schon vor der Wahl auf den Hype um den Messias eingelassen haben und natürlich aus dieser Nummer nun nicht ohne weiteres herauskommen ohne das Gesicht zu verlieren, also spielt man das Spiel einfach weiter mit. Man hätte vom ersten Tag an ein bisschen mehr Sachlichkeit walten lassen sollen, denn dann hätte man wahrscheinlich in der Gegenwart auch ein realistischeres Bild Obamas zeichnen können.

Die guten Absichten des Barack Obamas
Kehren wir noch einmal kurz zurück zum Afghanistankrieg, auch hier stellen gerade auch die deutschen Soldaten mehr und mehr fest, dass die angestrebte Befriedung nicht im Ansatz funktioniert, denn spätestens die schweren Gefechte vom Karfreitag, die drei jungen, deutschen Soldaten das Leben gekostet haben oder auch die vier Gefallenen vom gestrigen Tag, haben klar gezeigt, dass es hier nicht nach mehr Frieden aussieht. Weiter gilt es zum Thema Frieden zu sagen, dass es mächtige Menschen auf dieser Welt gab, die es geschafft haben den Kalten Krieg zu beenden und dazu zählt Barack Obama nun einmal nicht. Er schafft neue Kriege bzw. Bedrohungsszenarien und baut damit die, um es einmal zynisch zu formulieren, Nachfolgeveranstaltung des Kalten Krieges auf. Neue Feindbilder braucht das Land. Man spricht nicht mehr von Beweisen für  biologische oder chemische Waffen, jetzt ist die Rede von der schmutzigen Bomben für die man Beweise hat. Irgendwoher kennt man diese Art der Politik und weiß auch genau wo sie hinführt. In genau diesem Szenario versucht Barack Obama sich nun aber auch wieder als Retter darzustellen.

Man hat das Gefühl es ist, wie mit den Feuerwehrmänner die Feuer legen, um diese dann löschen zu können, um zum Helden zu werden. Auf dem Atomgipfel in Washington ging es um den Nuklearterror, wie man das Kind getauft hat. Auch hier gibt es so gut wie nichts greifbares, ganz im Stile Kopenhagens, denn auch diesmal gibt es nichts anderes, als unverbindliche Absichtserklärungen, da ist es doch einfach nur passend das die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) danach direkt nach Hollywood reiste, dort steht allerdings immerhin Traumfabrik drauf. Diese ureigenste Art amerikanischer Politik hat schon in den letzten Jahrzehnten nicht für mehr Frieden auf dieser Welt gesorgt und es ist davon auszugehen, dass es auch diesmal so sein wird und man muss auch immer sehen, dass Afghanistan nur ein großes Problem ist aber mit Sicherheit nicht das einzige. Ob Amerika, ob die Welt in einer solchen Situation einen Präsidenten wie Barack Obama, den Meister der leeren Sprechblasen, wirklich braucht, muss wohl als mehr als fragwürdig eingestuft werden. Diese Fakten sollten viel mehr im Vordergrund stehen, bevor wir die nächsten Bomben fallen sehen und wieder überrascht sind.

Freude teilen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • email
  • Facebook
  • Fark
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • LinkedIn
  • Twitter


Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Medien · Politik

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Manfred Vogl // 16. Apr 2010 at 11:24

    Die Sprechblasen sind nicht leer.
    Sie sind voll!
    Zu voll!!
    Es sind halt nur SprechBLASEN!!!

    (-;

Schreib was dazu