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Die Wahrheit des Wortes

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Die Katla und die Apokalypse

20. April 2010

Schaute man sich am gestrigen Tag in den Medien um, las man in den Schlagzeilen von ersten Airlines die auf Grund des Eyjafjallajökull und der Vulkanasche in die Pleite gehen müssten und sogar von der Apokalypse war zu lesen. Immer wieder hört man auch von Blutregen, der bald niedergehen könnte und ähnlichem. Muss man jetzt Angst bekommen? Wahrscheinlich in einer gewissen Art und Weise mit Sicherheit aber nicht vor noch mehr Turbolenzen in der Wirtschaft, als sie die Zocker bislang auch schon verursacht haben und die Apokalypse scheint wohl auch eher wieder eine gelungene Ablenkung von den wirklichen Problemen in Europa und dem System zu sein. Natürlich gibt es Gefahren, dass möchten wir auch nicht bestreiten aber scheinbar können die Eliten und Experten diese auch diesmal nicht einschätzen und vorhersagen. Also widmen wir uns doch lieber wieder den wenigen Fakten die es im Moment gibt.

Island löst nach 800.000 Jahren die Apokalypse aus
Der Eyjafjallajökull und die umliegenden Vulkansysteme sind nun seit gut 800.000 Jahren aktiv, eine Zeitdauer wogegen selbst das Christentum in Bezug auf das Neue Testament wie eine Weltneuheit erscheint. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein verhältnismäßig kleiner Ausbruch des Eyjafjallajökull nun gleich zum Untergang der Erde führen würde, scheint doch eher absurd, natürlich kann dies auch nur der Anfang von etwas wirklich Großem sein aber dann könnte man auch jeden Tag auf Grund anderer plötzlicher Naturkatastrophe von der nahenden Apokalypse sprechen. Richtig ist allerdings auch, dass die Katla, der größte Vulkan Islands, in der Geschichte bislang meistens im Kontext des Eyjafjallajökull auch aktiv wurde und dies könnte diesmal auch wieder passieren. Hier gehen die Expertenmeinungen, von eher unwahrscheinlich bis sehr gut möglich, wieder sehr weit auseinander und wahrscheinlich wird auch wieder irgendeiner eine passende Prognose abgegeben haben, was bei dieser Bandbreite nun auch wirklich kein Problem ist.

Einig ist man sich wohl nur dabei, dass die Probleme dann erst richtig beginnen dürften, da man vom Hundertfachen des Eyjafjallajökull spricht. Spannend ist es auch, bei dem was in diesen Tagen von Island hinüber auf das europäische Festland zieht, sich mit den Folgen außerhalb des Flugverbots auseinander zusetzten, denn auch hier gehen die verschiedenen, so genannten Expertenmeinungen, weit auseinander. Da kommen zum Beispiel Fragen auf, wie schädlich ein zu erwartender Blutregen, also mit Vulkanasche versetzter Regen, für die Festlandeuropäer sei. Da heißt es bei der momentanen, minimalen Konzentration sei da keine Gesundheitsgefährdung zu erwarten. Das ist doch einmal etwas durchaus Positives. Allerdings fragt man sich dann, wieso es einen solch massiven Streit über Flugverbote gibt, der darauf basiert, dass angeblich niemand sagen kann wie hoch die Konzentration an Asche in der Wolke ist. Man kann sich hier, wie so oft bei solchen Nachrichten, wieder aussuchen, wie man es auffasst, als gezielte Desinformation oder als Unvermögen derer die einem ständig als Experten angepriesen werden. Ehrlich gesagt klingt beides nicht wirklich beruhigend.

Wer jetzt in die Pleite geht dürfte nicht überrascht sein
Wenn man nun von Airlines hört die bedroht seien, muss man davon ausgehen, dass auch hier wieder so genannte Topmanager am Ruder standen und was dies bedeuten kann, sehen wir im Rahmen der Weltwirtschaftskrise jeden Tag. Nur wenn nach einigen Tagen Flugverbot über Europa schon solche Probleme entstehen, scheint es den betreffenden Gesellschaften auch vorher nicht wirklich grundlegend gut gegangen zu sein. Da ist es nur absolut richtig, dass Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) in dieser Woche Staatshilfen für Fluglinien ablehnte, denn er vertritt die richtige Meinung, dass solche Naturereignisse von den Unternehmen durchaus einkalkuliert werden müssten. Dann müsste man allerdings wieder Rücklagen für solche Szenarien bilden und dies würde die Gewinne schmälern und dies ist der schlimmste Fall der einem Unternehmen in diesem raubtierkapitalistischen System passieren könnte. Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich dieses Naturschauspiel auf die Wirtschaft auswirkt und ob man es zu einer zweiten Lehman Bros.-Pleite hochschaukelt, um so wieder einen Grund für Missmanagement zu haben. Dies wäre nun wirklich kein neuer Weg mehr aber er würde wahrscheinlich auch ein zweites Mal funktionieren.

Seit den Attentaten vom 11. September 2001 in den USA müsste eigentlich jede Airline auf diesem Planet auf eine kurz-oder auch mittelfristige Sperrung von Flugräumen, auch großflächig, vorbereitet sein. Warum Flugräume am Ende des Tage gesperrt sind, ob eben auf Grund von Terrorismus oder Naturgewalten, ist für die Bilanz erst einmal unerheblich. Hier erkennt man deutlich, dass es auch hier maximal um eine schlechte Ausrede gehen kann. Unabhängig von dem was die Natur macht und wie grandios sie der Menschheit gerade klar macht, wer Chef auf diesem Planeten ist, sollte man nicht vergessen, dass dieses System am Boden liegt und nicht mehr haltbar ist. Die Globalisierung in der uns jetzt bekannten Form ist gescheitert, auch das zeigen die Flugverbote sehr deutlich. Vielleicht ist der ganze Spuk schon bald vorbei und wird uns dann maximal noch einmal in irgendwelchen Jahresrückblicken begegnen, vielleicht weitet sich aber doch alles noch etwas aus und man muss sich wieder auf die alten, herkömmlichen Faktoren konzentrieren und dies dürfte manch einem doch sehr schwer fallen. Es geht hier mit Sicherheit nicht um den Untergang der Erde aber vielleicht endlich einmal um den Zwang umdenken zu müssen, denn freiwillig ist die Menschheit scheinbar nicht Willens oder nicht in der Lage aber auch dies dürfte isländische Vulkane kaum interessieren.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Umwelt · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Melanie Gatzke // 5. Mai 2010 at 09:46

    zitat:
    Es geht hier mit Sicherheit nicht um den Untergang der Erde aber vielleicht endlich einmal um den Zwang umdenken zu müssen, denn freiwillig ist die Menschheit scheinbar nicht Willens oder nicht in der Lage aber auch dies dürfte isländische Vulkane kaum interessieren.-
    ——————-
    Sehr gut, treffend beschrieben.
    leider bin ich erst heute darauf gestoßen.
    Die Natur zeigt dem Menschen und ihren Wahnsinnigen die Grenzen.
    Nicht die Natur ist der Untertan des Menschen, sondern der Mensch ist der Untertan der Natur.
    Er hat sich anzupassen und unterzuordnen. Niemals wird er die Naturgewalten bezwingen.
    Der jetztige Vukanausbruch beweist es gerade wieder.
    Wann wird der Mensch lernfähig, wann bekommt er wieder Respekt vor der Natur und dem Universum. Wann hört er auf, mit Chemtrails die System und das Wetter zu manipulieren ? Dieser Schuss kann gewaltig nach hinten losgehen. Niemand greift ungestraft in den Kreislauf der Natur- auch das Wetter und die Wolkenbildung — ein.
    Tut er es nicht freiwillig, wird er dazu genau von der Natur gzwungen werden.
    Die Natur und das Universum ist Ausgangspunkt und Mittelpunkt allen Lebens auf diesem Planeten. Wir sind nur kleine Bewohner derselben, wir können sie nutzen, aber niemals beherrschen. Das sollte uns wieder klar werden. Die Natur braucht uns nicht, aber wir brauchen sie.

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