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Die Wahrheit des Wortes

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Die großen Heuchler Teil 3 – Sportliche Heuchelei

10. Februar 2012

Diese mehrteilige Reihe über die großen Heuchler in Deutschland, begann mit einem Bericht über die etablierten Massenmedien und setzte sich dann im zweiten Teil mit den vermeintlichen Wirtschaftsexperten aber auch mit der Wirtschaft ganz allgemein auseinander. Nun geht es in diesem dritten Teil darum, wie es auf dem Gebiet der Heuchelei im Bereich des Sports aussieht. Diese Woche bot natürlich gleich mehrere gute Beispiele, an denen man festmachen konnte, dass es bedauerlicherweise auch auf diesem gesellschaftlich so relevanten Feld nicht besser, als es bei den Medien oder in der Wirtschaft, aussieht, was natürlich vor allem auch mit der massiven Kommerzialisierung vieler Sportarten in den letzten Jahrzehnten zu tun. Man erkennt, der Sport hat seine Unschuld in vielen Bereichen schon lange verloren. Die Bandbreite zieht sich von Doping bis hin zu einem Leistungsdruck, der nicht nur krank ist, sondern auch immer mehr Sportler krank werden lässt. Die große Heuchelei erkennt man hier auch gut daran, dass die Folgen all dessen bekannt sind und man trotzdem auf genau diesem Kurs bleibt.

Paradebeispiel Radsport
In dieser Woche machte der Fall Alberto Contador große Schlagzeilen, denn der große spanische Radrennprofi, wurde rückwirkend für zwei Jahre wegen Doping gesperrt und verlor dadurch nicht nur alle großen Titel aus dieser Zeit, sondern kann auch diesen Sommer weder an der Tour de France teilnehmen, noch wird er bei dem Olympischen Sommerspielen in London starten. Es sind genau diese Fälle, die man auch schon lange nicht mehr als Einzelfälle deklarieren kann, die dem Sport so schaden. Als das Urteil gegen Contador bekannt wurde, sprach man auch gleich das Problem an, dass der Radsport mit ihm wieder ein großes Zugpferd verliert. Es ist genau diese Art, die auf die Heuchelei hindeutet, denn was sind das für Zugpferde, die nur dazu wurden, weil sie betrogen haben und Doping ist letztendlich nichts anderes. Dadurch, dass aber eben auch hier nur noch große Werbeverträge und Einschaltquoten zählen, steigt auch der Druck, denn es muss immer mehr sein. Dies ist keine Entschuldigung für die Sportler, zeigt nur, dass sie nicht die Alleinschuldigen sind.

Die Heuchelei findet man natürlich auch immer dort, wo sich über die Zustände beklagt wird, man aber selber von genau diesem System profitiert. Es sind die Funktionäre, die dieses System ganz offensiv mitbetreiben und dies immer mehr, gar nicht mehr im Namen des Sports tun, sondern im Namen der Gewinnmaximierung. Sie stehen allerdings meistens sauber da, wenn es wieder einen Skandal, wie den um Alberto Contador, gibt. Von der Vorbildfunktion des Sports will man gar nicht erst sprechen, denn was sind das für Vorbilder für eine Gesellschaft, die nur durch unlautere Mittel glänzen. Übrigens wurde in dieser Woche auch gerichtlich festgestellt, dass Jan Ullrich, der einst so gefeierte deutsche Radprofi, seine Leistungen durch Doping gesteigert hat. Man ist nicht überrascht, dass Doping eben überall, und damit natürlich auch in Deutschland, ein großes Problem ist. Wenn man einmal alle Highlights des Sports herausnimmt, die so negativ behaftet sind, schrumpft doch einiges zusammen aber wenn dies geschieht, ist das Geld meist schon lange verdient.

Die alltägliche Heuchelei im Fußball
Mitte dieser Woche flog der Erstligaverein 1899 Hoffenheim gegen die SpVgg Greuther Fürth im Viertelfinale aus dem DFB-Pokal. Im Anschluss an die Liveübertragung im ZDF konnte man Interviews sehen, in denen, zum Teil fast direkt, angesprochen wurde, wie Trainer und Spieler von Geldgebern und Managern unter Druck gesetzt werden und sich deshalb zu vereinsinternen Problemen nicht äußern wollen. So etwas hat mit Sport nichts mehr zu tun, dies ist der pure globalisierte Raubtierkapitalismus. Das so etwas vom Verband hingenommen wird, zeigt auch hier die Heuchelei der Mächtigen im Fußball, gab es doch gerade in der 1. Liga in den letzten Jahren von Robert Enke über Ralf Rangnick bis hin zu Babak Rafati genug Beispiel dafür, wo genau dieser unvorstellbare Druck hinführt. Kommt es dann wieder zu einem Selbstmord oder auch nur zum Versuch eines solchen, zeigt man sich wieder entsetzt und schockiert, deutlicher kann man Heuchelei gar nicht unter Beweis stellen, als genau so.

Fußball ist zu einer absoluten Ware geworden, die, wie auch die Frauenfußball-WM im letzten Jahr in Deutschland wieder zeigte, immer weiter ausgeschlachtet wurde. Der scheidende DFB-Präsident  Theo Zwanziger freut sich bis zum heutigen Tage über solch vermeintliche Erfolge und zeigt sich, wenn es um die Negativseiten des Fußballs geht, immer wieder völlig schockiert und erklärt, was sich alles ändern soll. Hier findet man die Heuchelei darin begründet, dass das einzig wahre Mittel, der Kampf gegen die völlige Kommerzialisierung wäre aber genau das Gegenteil ist der Fall. So lange man von diesem Weg nicht abkehrt, wird es immer mehr Opfer geben und solche Menschen tragen mindesten eine Mitschuld an jedem Opfer, da auch sie auf ihren Rücken Profite erwirtschaften. Dies waren jetzt natürlich nur zwei Sportarten an denen sich gut aufzeigen ließ, wie die Heuchelei im Sport verbreitet ist, man muss aber auch klar festhalten, dass es leider weit über diese beiden Beispiele hinausgeht und dies ist sehr bedauerlich, trägt es doch auch zur Zersetzung der Gesellschaft bei.


Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Sport · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Der BALLacker » Verwirrt oder Wolfstanz und mehr // 13. Feb 2012 at 07:52

    [...] diesmal  auf Hertha BSC Berlin, die im Viertelfinale des DFB-Pokals gerade erst durch eine wettwürdige Schiedsrichterleistung von den Fohlen aus Borussia Mönchengladbach am Halbfinale gehindert wurden und man dachte [...]

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