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Die Wahrheit des Wortes

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Die größten Sommerlöcher 2009

19. August 2009

In jedem Sommer passiert es. Es kommt ganz plötzlich aus dem Nichts. Die Rede ist vom Sommerloch. Man sagt es komme daher, dass sehr viele Menschen im Urlaub seien und dies gilt natürlich auch für die Politik. In der heutigen Zeit hat sich aber natürlich auch die Medienwelt verändert und durch die sich immer rasanter entwickelnden technischen Mittel, hat sich natürlich auch die Arbeitweise im Bereich der Medien kräftig verändert. Informationen, die die Welt wirklich bewegen sollten, sind somit eigentlich ganzjährig verfügbar aber trotzdem bleibt uns das Sommerloch erhalten, wie der Schlussverkauf. Eigentlich ist dieser Zustand auch ein ganz angenehmer, denn es ist auch immer die große Zeit der Fragezeichen, denen wir uns diesmal auch widmen wollen, denn bei den folgenden Schlagzeilen dieses Sommers, gelangt man oft genug an den Punkt, wo man sich fragt, ob all dies wirklich Fakten sind oder was ansonsten tatsächlich dahinter stecken mag und so etwas macht das Leben doch erst spannend, oder?

Michael Jackson und Michael Schumacher

Michael war wohl der Vorname des Sommers und in den beiden hier geschilderten Fällen wurden die Fans aufs Tiefste enttäuscht. Es gibt allerdings noch eine Gemeinsamkeit, denn in beiden Fällen reden wir von Prominenten, die fast schon so gut wie im Ruhestand waren, dann aber ein Comeback planten, zu dem es zu mindestens im geplanten Rahmen nicht mehr kam. Michael Jackson wollte in diesem Sommer in London noch einmal auf die Bühne zurückkehren und ein großes Comeback feiern, allerdings verstarb der `King of Pop` kurz vorher am 25.06.2009 in seiner Villa in Los Angeles. Das Comeback, welches nun nach seinem Ableben startete, war unvorstellbar. Es geht sogar soweit, dass sich manch einer fragt, ob ein lebender Jacko dies, in diesem Rahmen, überhaupt geschafft hätte. Seine Songs stürmten plötzlich weltweit wieder die Charts und jeder der nur irgendwie eine noch so skurrile Möglichkeit fand, um mit seinem überraschend Ableben Geld zu machen, nutzte diese. So wurden bis jetzt angeblich 100 Millionen US-Dollar seitdem Tode von Michael Jackson verdient. Der Nachlassverwalter verkündete allerdings auch schon, dass man mit mindestens noch einmal dieser Summe rechnen würde. Vielleicht liegt auch hier der Grund dafür, dass man Jackson ständig in den Schlagzeilen hält. So wurde er laut verschiedenen Quellen schon mehrfach beigesetzt, um es einige Tage später zu dementieren. Aktuell heißt es nun, dass er am 29.08.2009 zu seinem 51. Geburtstag beerdigt werden soll.

Michael Schumacher sorgte für einen ähnlichen Hype auf nationaler Ebene, allerdings schaffte er dies ganz ohne dafür sterben zu müssen. Wobei hier ein außerordentlich schwerer Motorradunfall eine maßgebliche Rolle spielte. Kurz nachdem sein Freund und Kollege Felipe Massa in Ungarn beim Rennen in Budapest schwer verunglückte, gab Schumi bekannt für ihn bei Ferrari einzuspringen und wollte an diesen Wochenende sein erstes Rennen, nach dem Ende seiner Karriere, beim Großen Preis von Europa in Valencia in Spanien fahren. Rennexperten und Kenner der Szene, wie zum Beispiel Niki Lauda oder auch der jüngere Schumacher-Bruder Ralf waren begeistert und sahen auch keine Probleme für dieses Comeback. Zu diesem Zeitpunkt war in den Medien auch nur die Rede von einem Motorradunfall bei dem sich der Formel Eins-Star einige Prellungen zugezogen haben sollte und dann scheinbar aus heiterem Himmel der Umschwung. Die Absage des Comebacks, denn es war wohl außer den Prellungen auch noch zu Brüchen der Rippe, des Halswirbels und der Schädelbasis, als Folge des Unfalls, gekommen. Wieso man auf diese für das Comeback so wichtigen Fakten erst richtig einging, als der Schub für die Formel Eins schon da war, der Ticketverkauf für weitere Rennen brummte und ähnliches, bleibt rätselhaft. Immerhin half all dies den aktuellen Marktwert von Schumi zu testen, die von Skandalen geschüttelte Formel Eins in ein besseres Licht zurücken und nicht zu letzt dem Image von BMW, dessen F1-Rückzug durch Schumachers Comeback fast komplett unterging.

Eine verschwundene Limousine und ein verschwundener Frachter

Auch in dieser spannenden Geschichte aus diesem Sommer geht es um Spanien, allerdings nicht um Valencia, sondern um Alicante. Hier hin flog die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) diesen Sommer um Urlaub zu machen. Da sie vor Ort zwei dienstliche Termine hatte, die man allerdings weltpolitisch als eher unbedeutende einstufen muss, ließ sie ihre Limousine, also ihren Dienstwagen samt Chauffeur nachkommen. Der politische Skandal des Sommers, die Dienstwagenaffäre um Ulla Schmidt (SPD) war geboren. Auch wenn der Bundesrechnungshof mittlerweile bestätigte, dass die Abrechnung einwandfrei war, bleiben mehr als nur moralische Fragen offen. Denn viele ihrer Aussagen, die sie seit Beginn dieser Affäre gemacht hatte, passen scheinbar nicht wirklich zusammen. Aufgeflogen war dieser Skandal übrigens nur dadurch, dass ihr Dienstwagen gestohlen wurde, allerdings später wieder auftauchte. Auch diese, die SPD schwer belastende Geschichte ist allerdings noch lange nicht ausgestanden, denn es war nicht ihr erster Urlaub mit Dienstwagen in Spanien, womit nun die Frage aufkommt, ob auch die älteren Fahrten ordnungsgemäß abgerechnet wurden. All dies brachte Ulla Schmidt (SPD) und ihrer Partei aber auch einen Vorteil, denn so wurde hervorragend von ihrem mehr als defensiven Verhalten im Kontext zur Ausbreitung der Schweinegrippe in Deutschland abgelenkt. Das dies wohl der wesentlich größere Skandal war, denn Deutschland könnte massiv von dieser Pandemie geschädigt werden, blieb weitestgehend unberücksichtigt.

Aber es verschwanden nicht nur Limousinen diesen Sommer, sondern auch ganze Frachtschiffe, womit wir wohl zu der spannendsten Geschichte dieses Sommers kommen. Es ist die Rede von der `Arctic Sea`, einem Frachter der von Russland auf dem Weg nach Nordafrika war. Angeblich hatte dieses 100 Meter lange und gut 4.000 Tonnen schwere Frachtschiff nur Holz geladen. Gerüchten nach wurde es allerdings auf dem Weg vorbei an Finnland über die Ost-und Nordsee bis in den Atlantik zwei Mal überfallen. Dies soll sich einmal vor der Küste Schwedens abgespielt haben und sich dann vor der Küste Portugals wiederholt haben. Auch hier kommen spannende Fragen auf. Wer außer Bob der Baumeister sollte das Bedürfnis haben einen nur mit Holz beladenen Frachter zu überfallen und wieso kann man jede kleinste Bewegung auf diesem Planeten über Satelliten beobachten aber ein Schiff solcher Größe soll einfach so verschwinden können, um dann wieder vor der Küste Westafrikas aufzutauchen. Denn hier bei den Kap Verden nahm die Besatzung eines russischen Kriegsschiffes die Crew in Empfang und von Piraten war nichts zu sehen. Mittlerweile wurden angeblich aber doch acht Piraten aus Russland, Lettland und Estland festgenommen. Bei so vielen Gerüchten ist es klar, dass man mittlerweile auch darüber spekuliert, ob vielleicht nicht eher Drogen, Waffen oder gar atomares Material an Bord war, dies würde jedenfalls eine Erklärung für die verschiedenen, angeblichen Überfälle bieten. Trotzdem bleibt es fraglich, wie so ein Schiff überhaupt verschwinden konnte. Aber vielleicht klärt sich dies, wie auch die vielen anderen Fragen, die das Sommerloch in diesem Jahr mit sich brachte, bald doch noch auf. Vielleicht hat man auch einfach vor Afrika vergessen links abzubiegen und hat diesen Navigationsfehler erst an den Kap Verden festgestellt. Möglich scheint auf diesem Planeten nun einmal alles zu sein, wie das Sommerloch auch in diesem Jahr unter Beweis stellte.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Sport · Wirtschaft

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