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Die Wahrheit des Wortes

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Die Fusion der Systeme – ChinaUSA

24. September 2010

Es ist bekannt, dass nicht nur Ideologien, wie zum Beispiel der Sozialismus, spätestens mit dem Fall des Eisernen Vorhangs gescheitert sind, sondern auch der Kapitalismus in seiner aktuellen Form, dessen Niedergang man gerade erlebt, als gescheitert anzusehen ist. Dieser Fakt verdeutlicht, warum sich die Welt im Moment in einem, in dieser Form noch nie da gewesenen, Umbruch befindet. Lange Zeit über ging man davon aus, dass mit dem Ende des politischen Blockdenkens auch der Kapitalismus endgültig gesiegt hätte, dann kamen aber nach und nach auch dort immer massivere Probleme auf. Bis zum heutigen Tage hat zum Beispiel die Wiedervereinigung Deutschlands, zu mindestens wirtschaftlich, nicht so funktioniert, wie man es von der Politik versprochen bekam, was bleibt sind Schuldenberge. Auch die andere staatliche Megafusion in Europa, die Europäische Union (EU), hält bislang noch lange nicht das, was die Bürger von ihr erwarten.

Die USA und der Raubtierkapitalismus
Die totale Gewinnmaximierung ist es, die in den USA ganz weit oben auf der Agenda steht, Menschen und deren Schicksale spielen dabei, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle, wie auch sehr schön in der Immobilienkrise deutlich wurde. Geht es darum Geld zu machen, scheint jedes Mittel recht, auch wenn es kriegerische Auseinandersetzungen zur Folge hat und dies ist nicht erst seit George W. Bush so. Die Hoffnung auf den Wechsel hinzu mehr Menschlichkeit und Gerechtigkeit kam mit Barack Obama aber auch hier sieht es nicht besser als unter seinem Vorgänger aus. Einige Monate konnte dieser Fakt zwar durch sehr gute Medienarbeit kaschiert werden aber es zeigt sich nun mehr und mehr, wo die tatsächliche Macht im Land liegt. Das beste Beispiel dafür ist die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, wo Obama teilweise, wie ein ahnungsloser, kleiner Schuljunge wirkte. Natürlich steht alldem ein gewisser Freiheitsgedanke der Bevölkerung in der westlichen Welt entgegen, was einiges für die Protagonisten des Raubtierkapitalismus verkompliziert.

Um zu verstehen, wie es sich mit der Macht der Wirtschaft verhält, muss man aber gar nicht in die fernen USA reisen, da hilft auch ein Blick auf das politische Berlin, wo im Moment die Atomlobbyisten scheinbar der Politik erklären, wo es lang geht und die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wirkt in diesem Kontext alles andere als souverän. Natürlich gilt auch in Deutschland der Freiheitsgedanke scheinbar als Störfaktor, denn nicht umsonst versuchte der damalige Bundesinnenminister und heutigen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), den viele auch als Mr. Stasi 2.0 bezeichneten, einen Überwachungsstaat in Deutschland zu installieren. Hier sieht man die Ansätze für eine neue Zukunft natürlich ganz deutlich und wo könnte man sich aus westlicher Sicht auf diesem Gebiet besser etwas abschauen, als in China? Im Gegenzug kann man natürlich, wie gerade beschrieben, die Blaupausen dazu liefern, wie man ein System aufbaut, welches am Ende des Tages scheinbar nur noch von der Wirtschaft anstatt von der Politik geführt wird.

China und die Menschenrechte
Bei einem Vortrag zur Ausstellung CITIES UNKNOWN von HGEsch konnte man zu Wochenbeginn dem Chinaexperten Professor Eckhart Ribbeck lauschen der erklärte, dass man in China noch immer kein Land erwerben kann, sondern dieses nur bis maximal 70 Jahre pachten kann und sich der Staat somit eine geniale Einnahmequelle geschaffen und gesichert hat und ganz nebenbei auch noch Einfluss auf die gesellschaftlichen Strukturen im urbanen Kontext nehmen kann. Interessanterweise warnte im folgenden Redebeitrag der Publizist Professor Klaus Honnef sehr eindringlich vor der nächsten Krise die vor der Tür steht. Genau diese Schockwellen, die seit geraumer Zeit durch die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen donnern, sind Indikatoren dieses gesamten Veränderungsprozesses. Der Mensch und seine Freiheit, seine Rechte, werden dabei immer mehr zurückgedrängt und nähern sich damit, gerade in der westlichen Welt, langsam aber sicher den chinesischen Standards an. Man darf hierbei nicht vergessen, dass wir von einem Prozess reden, der sich über Jahrzehnte, wenn nicht gar noch länger hinziehen wird, denn es ist ein schleichender Wandel.

Wenn man sich diese Entwicklungen gemeinsam vor Augen hält, scheint es hier in gewisserweise zu einer Fusion auf den Ebenen der Politik und der Wirtschaft zu kommen, die nur die schlechten Faktoren beider Seiten zusammennimmt. Leidtragende werden die breiten Massen sein, die entrechtet für den Wohlstand einer kleinen vermeintlichen Elite sorgen dürfen, da fühlt man sich an finsterste Zeiten des Mittelalters erinnert aber scheinbar sind wir grundlegend genau auf diesem Weg. Denn wie man in Bestform ein raubtierkapitalistisches Wirtschaftssystem aufbaut und verwaltet, kann wohl keiner besser vorgeben, als die USA und wie man Massen an Menschen kontrolliert und überwacht kann man wohl am besten vom Meister auf diesem Gebiet, den Chinesen, lernen. Diese Kooperation, der für die Breite der Bevölkerung negativsten Punkte beider Systeme, stellt natürlich das schlechteste aller denkbaren Szenarien dar. Dies ist auch der Grund, warum die Massen diesen schleichenden Prozess endlich erkennen sollten und sich dagegen wehren müssen, denn mit jedem Tag den sich dieser Weg fortsetzt, wird es schwerer, ihn rückgängig zu machen.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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