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Die Wahrheit des Wortes

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Die Frechheiten der Regierung sind nicht mehr zu überbieten

12. März 2013

Man hatte am Ende der letzten Woche das Gefühl, dass der Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) den Aprilscherz in diesem Jahr vorgezogen hätte, vielleicht weil der 1. April in diesem Jahr auf den Ostermontag fällt. Denn die Bekanntgabe von Hartmut Mehdorn als neuen Chef der aktuell peinlichsten Baustelle die Deutschland zu bieten hat, kann einfach nur ein Scherz sein. Diese Entscheidung ist natürlich an Frechheit erst einmal kaum zu überbieten, vor allem auch, da man Herrn Mehdorn im Bundesverkehrsministerium noch gut kennen sollte. Dies bedeutet, hier wird eindeutig mit Vorsatz gehandelt und das wahrscheinlichste Ergebnis dieses Handelns, wird wohl so aussehen, wie zuvor schon bei der Deutschen Bahn AG und danach bei Air Berlin. Es ist kaum in Worte zu fassen, was in Deutschland alles möglich ist. Zwar tauchte Hartmut Mehdorn auch hier schon als möglicher Chef des Airports Berlin Brandenburg auf, allerdings war dies als Scherz zu verstehen, dass die Bundesregierung diesen Scherz nun wahr werden lässt, sagt wieder sehr viel über die Arbeit im politischen Berlin aus.

Die Mär der Kapitalvernichtung
Der Airport Berlin Brandenburg, Stuttgart 21, die Elbphilharmonie, all die Plätze an denen man geneigt ist davon zu sprechen, dass dort Kapital im großen Stil vernichtet wird, sind eigentlich nichts anderes, als riesige Verschiebebahnhöfe von Kapital. An dieser Stelle entsteht natürlich eine gewisse Logik, dass Deutschlands ehemaliger Cheflokomotivführer nun Chef eines solchen Bahnhofs wird. Ironie der Geschichte an sich ist sicherlich ebenfalls, dass er eine große Mitverantwortung am Mammutprestigeprojekt S21 trägt oder auch, dass er als Air Berlin-Chef den Berliner Hauptstadtflughafen noch vor kurzem auf Schadensersatz verklagt hat. Mehdorn verließ die Bahn und hatte es nicht geschafft sie an die Börse zu bringen. Mehdorn ging nach kürzester Zeit bei Air Berlin, ohne die Sanierung geschafft zu haben aber immerhin mit einem desaströsen Ergebnis, was den Aktienkurs des Unternehmens anging und nun ist er Chef vom BER. Berlins Probleme werden immer größer. Allerdings wird es genug Big Player geben, die allein an den beiden Großprojekten in Berlin und Stuttgart in denen Mehdorn mit drin hängt, sich weiter bereichern werden und dies natürlich zu einem sehr großen Teil auf Kosten der Steuerzahler, was deutlich macht, dass hier gar kein Kapital vernichtet wird, sondern einfach wieder nur in altbekannter Richtung verschoben wird und dies mit Zustimmung der Volksvertreter, da bleiben kaum Fragen offen.

Beim Staatsfernsehen sieht man kaum Probleme
Verfolgte man am Freitag ARD und ZDF, die sich ihre vermeintliche Unabhängigkeit über den Rundfunkbeitrag, die ehemalige GEZ-Gebühr, finanzieren lassen, konnte man das Gefühl bekommen es würde sich um eine völlig normale Personalie handeln. Am Rande sei erwähnt, dass der Herr mit dem harten Mut 2,8 Milliarden Euro für S21 für eine solide Kalkulation hielt, nun geht man stramm auf die 7 Milliarden Euro zu. Für die Art der Berichterstattung im Staatsfernsehen gibt es damit eigentlich nur zwei Erklärungen für eine solche Realitätsferne. Erstens, man hält dies wirklich für die völlige Normalität, dann sollte man aber auch ganz offiziell verkünden, dass Deutschland nichts anderes mehr ist, als eine marode Bananenrepublik. Zweitens, man erkennt hier wieder die völlige Hörigkeit gegenüber dem politischen Berlin, dann wäre dies ein weiterer Beweis dafür, wie miserabel es um die teure Unabhängigkeit bestellt ist. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beiden Punkten. Zu Mehdorn kann man abschließend nur sagen, wenn er seine Abfindung nun ganz schnell in Anspruch nimmt und in eine Blitzumschulung finanziert, könnte er sich noch auf nach Rom machen, denn auch da wird noch eine Führungsperson gesucht und da kann selbst er kaum noch größeren Schaden anrichten. Jetzt bleibt natürlich nur die Hoffnung, dass nicht auch dieser Scherz irgendwann einmal Wirklichkeit wird und er dann Papst ist. Möglich ist seit Freitag in jedem Fall alles und das steht so fest, wie das Amen in der Kirche.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Medien · Politik · Technik · Wirtschaft

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