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Die Wahrheit des Wortes

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Die Fehleinschätzungen von BP

17. Juni 2010

Seit am 22. April diesen Jahres die Ölplattform Deepwater Horizon von BP im Golf von Mexiko explodierte und in Folge dessen sank, gab es eine Menge Fehleinschätzungen, um es einmal sehr vorsichtig zu formulieren. Die Menge des ausströmenden Öls verändert sich stetig nach oben, die Menge der Gifte, wie zum Beispiel Corexit, wurden nicht klar verifiziert und ähnliches. All dies lässt die Vermutung aufkommen, dass es sich hierbei, um einen großen Vorsatz des Ölmultis handelt. Mindestens genauso merkwürdig ist allerdings auch das Verhalten der US-Regierung in diesem Kontext und man muss sich auch hier die Frage stellen, was wohl die wirklichen Ziele aller Beteiligten sind? Denn es hat den Anschein, als steckt noch viel mehr hinter dieser Katastrophe, als im Moment ans Tageslicht gekommen ist. Das Problem bei all dem ist vor allem aber auch, der nicht im Ansatz messbare Schaden für die Natur und damit am Ende des Tages auch für die Menschheit.

Wo war Barack Obama?
Als vor fast zwei Monaten durch den Untergang der Ölplattform Deepwater Horizon eine der größten Ölkatastrophen der Menschheit ausgelöst wurde, konnte oder wollte wohl noch niemand die Folgen abschätzen. Es floss gut 1.600 Metern unter dem Meer Öl aus und zu Beginn schien man auch noch Lösungsansätze zu haben, bis sich dann Stück für Stück herausstellte, dass gerade auch BP mit einem Unglück in einer solchen Tiefe völlig überfordert ist. Man ist zwar scheinbar in der Lage sich technisch darauf vorzubereiten auch noch in solchen Meerestiefen Öl zu gewinnen, ist aber wohl nicht in der Lage mit solchen Katastrophen umzugehen. Dies wiederum legt die Vermutung nahe, dass man an dieser Stelle ganz einfach gespart hat, um an anderer Stelle die Gewinne zu maximieren. Dies hat wohl bis zum Eintritt dieser Ölpest auch funktioniert, seitdem kippt dies alles etwas und der Konzern verliert fast stündlich an Wert. Wenn man sich nun noch vor Augen hält, welche Kosten eigentlich noch auf das Unternehmen zu kommen dürften, ist dies wohl kaum zu schultern. Man sollte hier wohl auch auf Staatsrettungen durch Steuergelder verzichten, denn dies wäre einfach nur der pure Hohn.

Am Anfang sprach man von einer begrenzten Ölpest die auf Teile der US-Golfküste zukommen würde, analog zu den immer größer werdenden, kommunizierten Ölmengen, vergrößerte sich allerdings auch die Fläche der betroffenen Gebiete. Auch hier wird bis zum heutigen Tage jeder erdenkliche Stein in den Weg gelegt, um unabhängige Fakten zu erlangen und dies gilt zum Teil für BP, die sich zum Teil verhalten, als würde ihnen der Golf vom Mexiko gehören, aber auch für die US-Regierung und ihren Kopf Barack Obama, der sich gerade am Anfang doch fast in Luft aufgelöst hatte und erst langsam in die Offensive geht. Dies ist wohl auch einfach nur dem Fakt geschuldet, dass sich die Wut der Betroffenen natürlich auch mehr und mehr gegen ihn richtet und im Herbst wichtige Wahlen anstehen. Es ist unvorstellbar, dass man bei einer Katastrophe dieses Ausmaßes über Wahltaktiken sprechen muss, anstatt sich vom ersten Tag an konkret um die Eindämmung der Katastrophe zu kümmern. Aber natürlich hat es auch einen Grund, warum man auch hier von einem raubtierkapitalistischem System sprechen muss.

Chancen nutzen?
Nun gibt es schon seit langer, langer Zeit eine Energiediskussion auf dieser Erde, wo es natürlich auch immer wieder um erneuerbare Energien geht. Diese Diskussion ist inhaltlich natürlich mehr als lobenswert und wichtig, allerdings muss man sich auch hier die Frage stellen, ob es wirklich um den Schutz der Natur, den Schutz der Menschheit geht oder ob es am Ende des Tages nicht doch auch wieder nur um neue Geschäftsfelder und die Schaffung neuer Märkte geht. Das Beispiel BP hat gezeigt, dass wohl ein großes Desinteresse am Schutz der Umwelt besteht, denn andernfalls hätte man sich hier auch auf die aktuellen Szenarien besser vorbereitet. Diese Grundeinstellung gilt es für die Zukunft bei allem weiteren Vorgehen auf den Prüfstein zu stellen, denn Risiken für die Natur wird es auch in der Zukunft geben, dass muss jedem bewusst sein. Der Ansatz bei der Nutzung erneuerbarer Energien muss grundsätzlich der Umweltschutz sein und eben nicht die Gewinnmaximierung. Diese Katastrophe bringt tatsächlich die Chance eines Umdenkens mit sich. Die Frage bleibt nur, wird sie auch genutzt?

Von den technischen Möglichkeiten einmal ganz abgesehen, kann es nicht nur darum gehen zum Beispiel Öl als Grundlage der Energiegewinnung gegen Wind zu tauschen, es muss um die grundlegende Einstellung gehen. Genau dies ist in der Wirtschaft, wie aber auch in der Politik, im Moment nicht zu erkennen und verkompliziert dies alles natürlich noch einmal massiv. Man muss von dem allgemeinen Gewinnmaximierungsgedanken abkommen, nur da kann es eine Lösung geben. Wie man die Sachlage im konkreten Fall von BP im Golf von Mexiko aber auch in der allgemeinen wirtschaftlichen Lage dreht und wendet, kommt man immer wieder auf diese Essenz. Das System, wie es seit Jahrzehnten ausgebaut wurde, ist zum Scheitern verurteilt und dieses Scheitern zeigt sich eben unter anderem auch ganz deutlich in solchen Katastrophen. Es ist aber auch eine Chance für die Menschheit, aber auch für Barack Obama und die Politik im allgemeinen und diese sollte genutzt werden, denn die Folgen des Systemversagens werden immer gravierender, auch das zeigt dieses Beispiel sehr drastisch.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Technik · Umwelt · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Michael // 18. Jun 2010 at 10:45

    “Denn es hat den Anschein, als steckt noch viel mehr hinter dieser Katastrophe, als im Moment ans Tageslicht gekommen ist.”

    Nun, was soll schon mehr dahinter stecken. Eine Katastrophe auf amerikanischem Terrtorium von einem englischen Unternehmen. Die Androhung einer strafrechtlichen Verfolgung durch den amerikanischen Senat, unter amerikanischer Gerichtsbarkeit. Ein Präsident, der durch seine Unterlassungen einen Imageverlust hinnehmen muss. Anstehende Wahlen……..

    Also selbst im Falle Mr.President würde nichts einfallen……spätestens seine Wahlhelfer hätten bei einem Konzern wie BP eine Idee :-)))))

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