fairschreiben

Die Wahrheit des Wortes

fairschreiben header image 2

Die erschütternden Aussagen der Elisabeth Fritzl

18. Juli 2008

Erwartungsgemäß kommt das im Westen Niederösterreichs gelegene Städtchen Amstetten nicht zur Ruhe. Denn natürlich gibt es auch weiterhin erschreckende Neuigkeiten in Bezug auf die Taten des Josef Fritzl. So sagte nun mit Elisabeth Fritzl die Frau aus, die seit ihrem 18. Lebensjahr von ihrem eigenen Vater, 24 Jahre lang in einem Kerker im eigenen Haus gefangen gehalten wurde. Die Aussagen, die der Vorbereitung des wohl im Herbst dieses Jahres beginnenden Prozess gegen Josef Fritzl dienen sollen, fanden unter anderem mit Beteiligung eines Arztes für Neugeborene statt. So gab es auch Neuigkeiten in Bezug auf das verstorbene Baby von Elizabeth Fritzl. Das Bild, welches sich so von ihrem Peiniger aufbaut, dürfte der Realität wesentlich näher kommen als das Bild, welches die Verteidigung versucht aufzubauen.

Erweiterung der Anklage

Bei dem nun durchgeführten Gespräch, ging es eben unter anderem auch um das Baby von Elizabeth Fritzl, welches kurz nach der Geburt ums Leben kam und dann wohl von Josef Fritzl eiskalt in einem Ofen verbrannt wurde. Dieser Schritt diente wahrscheinlich dazu die Spuren zu verwischen. Denn laut der Aussage des Opfers, welche durch den anwesenden Arzt bestätigt wurde, war das neugeborene Zwillingskind voll lebensfähig. Mit diesen neuen Erkenntnissen dürfte sich die Anklage gegen Josef Fritzl, die bislang unter anderem auf Freiheitsberaubung und Vergewaltigung lautet, um den Straftatbestand des Mordes erweitern. Dieser Fakt lässt das zu erwartende Strafmaß natürlich noch ein Mal um ein vielfaches größer werden. Laut dem Nachrichtensender N24, schaute Josef Fritzl beim Sterben seines Opfers einfach zu, auch dies zeigt ein Mal mehr die Kaltblütigkeit dieses Mannes.

Ende Juli sollen nun auch die weiteren Opfer von Josef Fritzl, also die in Gefangenschaft geborenen Kinder, aussagen. Hierzu würde dann natürlich auch die mittlerweile aus dem Koma erwachte Kerstin Fritzl zählen. Kerstin Fritzl litt an multiplen Organversagen und wurde aus diesem Grund durch Josef Fritzl der ärztlichen Versorgung zu geführt. Man kann nur von Glück sprechen, dass er nicht auch noch sie hat sterben lassen. Denn wenn man sich den Fall des verstorbenen Zwillings ansieht, hätte er durchaus über die kriminelle Energie verfügt. Vor allem muss ihm auch klar gewesen sein, dass mit diesem Schritt seine gesamten Machenschaften der letzten 24 Jahre auffliegen würden. Genau dies geschah dann letztendlich auch und so wurde das Martyrium aller Beteiligten nach 24 Jahren beendet und die Gefangenen konnten den Kerker verlassen und sahen somit teilweise zum ersten Mal in ihrem Leben das Tageslicht.

Die Frage nachdem Strafmaß

Es ist außerordentlich schwierig in diesem Gesamtkontext auch nur ein ansatzweise passendes Strafmaß zu diskutieren. Denn zum einen kochen bei einem solch unvorstellbar grausamen Verbrechen natürlich die Emotionen sehr hoch, zum anderen wird ihn aber eine Hohe Haftstrafe kaum treffen. Mit 73 Jahren hält sich seine Lebenserwartung in ganz klaren Grenzen. Vielleicht war dies auch einer der Faktoren, warum er bereit war alle Konsequenzen nun auf sich zu nehmen. Man sollte allerdings trotzdem nicht vergessen, um was für einen abgebrühten Verbrecher es sich bei Josef Fritzl handelt und sollte dies beim Strafmaß berücksichtigen. Vor allem sollte man sich aber nicht auf die Strategie der Verteidigung von Josef Fritzl einlassen, die schon oftmals versucht hat, den Weg einzuschlagen ihren Mandanten als gebrochenen Mann darzustellen. Josef Fritzl sollte auch nicht als krankes Monster eingestuft werden. Denn um solche Taten 24 Jahre lang zu vollziehen, bedarf es eines hohen Maßes an Intelligenz und Strategie.

Auch wenn natürlich ein faires Urteil, nach einem fairen Prozess, dass ist was man erwarten sollte, alleine schon um Nachahmungstäter oder ähnlich Gesinnten aufzuzeigen, wie massiv die Strafen sein werden, sollte man sich vor allem auch den Opfern widmen. Es ist wichtig, dass man ihnen nun, nachdem Ende ihres zum Teil 24 Jahre andauernden Martyriums, ein möglichst normales Leben zukommen lässt. Dies Bedarf zum Teil dann natürlich auch einen gewissen Schutz vor den Medien, aber auch vor der Öffentlichkeit. In sofern ist es schon ein Mal positiv zu bewerten, dass ein Großteil des Prozesse unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden wird. Es ist zu hoffen, dass das Leben des Täters wohl hinter Gittern enden wird. Aber man sollte nach vorne schauen, denn das Leben der Opfer hat eigentlich durch die Befreiung aus ihrem Kerker gerade erst begonnen und dieses wichtige Gut des Lebens, sollten sie nun auch in Ruhe genießen können.

Freude teilen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • email
  • Facebook
  • Fark
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • LinkedIn
  • Twitter


Kategorie: Europa · Gesellschaft · Neues aus Österreich

Bis jetzt ohne Kommentar ↓

  • Bisher noch ohne Kommentar - Fang an und sag Deine Meinung

Schreib was dazu