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Die Wahrheit des Wortes

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Die erfüllten Erwartungen

3. Dezember 2010

In dieser Woche verkündete der ehemalige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler (CDU) seinen Schlichterspruch zu Stuttgart 21 und man war wohl kaum überrascht, was dabei heraus kam. Es zeichnete sich aber auch schon kurz danach ab, dass man auch auf das vorbereitet war, was sich hier ganz offensichtlich abspielt und so darf man sich auf weiteren Protest und Widerstand in und um Stuttgart gefasst machen. Auch der neue Plan führt letztendlich dazu, dass die Bahn weitere Fakten schaffen kann und dies war auch ein Kernpunkt den man auf Seiten der Projektgegner vermeiden wollte. Gefühlt ist diese Schlichtung jetzt schon gescheitert und hat wohl wieder nur Geld, Nerven und Zeit gekostet. Einen wirklichen Schritt in Richtung Ehrlichkeit und Bürgerverständnis war dies nicht, was natürlich die Schlichtung an sich in Frage stellt. Es gab Chance aber diese wurde wieder nicht genutzt und dies kennt man von Menschen aus der Politik nun einmal bestens.

Bis 2011 weitere Fakten?
Nun ist die Rede von einem alles entscheidenden Stresstest. Dieses Wort kannte man bislang nur aus dem Bereich der Weltwirtschaftskrise im Kontext zu den massiven Problemen, die es bei den Banken gab und auch noch immer gibt. Hier fragt man sich natürlich häufig nach der Sinnigkeit solcher Spielchen. Im Fall von Stuttgart 21, soll nun durch ein Unternehmen aus der Schweiz geprüft werden, ob das aktuelle Vorhaben der Deutschen Bahn AG in Spitzenzeiten mindestens 30 Prozent mehr leistet, als man es mit einer anderen Lösung schaffen würde. Ist dem nicht so, muss die Bahn nachbessern. Ergebnisse in dieser Frage, werden laut Berichten in den Medien erst Mitte 2011 erwartet und bis dahin soll die Bahn munter weiter Fakten schaffen dürfen und riesige Summen verbauen, was eine spätere Umkehr natürlich immer unrentabler und damit unumsetzbarer macht. Eine Taktik über die man sich gerade auch bei der Bahn mehr als gefreut haben dürfte. Für die Menschen, die gegen dieses Mammutbauprojekt sind, war dies eine weitere schallende Ohrfeige und wieder kam sie aus der Politik und zwar diesmal von Heiner Geißler (CDU).

Es hat den Anschein, als zeige sich in diesen Tagen einmal mehr, dass man von Seiten der Politik und natürlich auch zum Teil von Seiten der Wirtschaft kein Interesse daran hat auf die Belange der Bürger zu achten, so ist es natürlich in einem globalisierten und raubtierkapitalistisch geprägten System. Durch dieses Verhalten kommt ein weiteres Problem auf, welches auch ein Grund dafür sein dürfte, dass der Protest auch in Deutschland auf breiter Front immer mehr zunimmt, denn die Menschen sind es einfach satt für dumm verkauft zu werden. Stuttgart 21 wird kommen und zwar genauso, wie es die vermeintlichen Eliten und Experten aus der Politik und der Wirtschaft sich wünschen, vielleicht wird es minimalste Abweichungen vom Grundkurs geben, die man den Gegner natürlich auf immer und ewig anlasten wird, da so natürlich Mehrkosten entstehen. Man sollte also nicht überrascht sein, wenn zum Beispiel die Bahn irgendwann Tariferhöhungsrunden den S21-Gegner anlastet.

Was bedeutet all dies für die Zukunft?
Wie gesagt, man spricht jetzt schon von einem gefühlten Scheitern der Schlichtung und man sollte nicht überrascht sein, wenn dies auch Auswirkungen für ähnliche Situationen in der Zukunft haben wird. Die Gesprächsbereitschaft von Gegner aus der bürgerlichen Mitte dürfte bei anderen Projekten immer mehr abnehmen. Die Menschen verstehen immer besser, was sich in Deutschland und dem Rest der Welt für Schauspiele abspielen. Aktuell kann man da den G20-Gipfel in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul nehmen aber auch den Weltklimagipfel im mexikanischen Cancún. Bei solchen Veranstaltungen werden unvorstellbare Summen vom Transport der Protagonisten und ihrer Stäbe, über deren Unterbringung und Sicherheitsmaßnahmen und vieles mehr dafür geopfert, dass man sich vertagt und schwört, dass in naher Zukunft alles besser wird. Mittlerweile verstehen die Menschen von Seoul bis Stuttgart, dass nichts besser wird, was die Vermutung zulässt, dass dies auch gar nicht das Ziel solcher Treffen ist, sondern hiermit viel mehr versucht werden soll, die Unzufriedenheit der Massen zu zerstreuen.

Genau das Gegenteil ist allerdings die tatsächliche Konsequenz. Das Einzige was man hier forciert ist die Radikalisierung des Protestes und auch dies dürfte man in Stuttgart aber vor allem auch im Wendland bei den Protesten gegen den Castortransport merken und hier kam die Polizei dann auch schon massiv an ihre Grenzen. Beim Thema Polizei muss man auch anmerken, dass natürlich auch hier die Unzufriedenheit wächst, denn auch diese Beamten sind nur Menschen und bekommen genauso mit, was sich im Land abspielt und es dürften nicht Wenige sein, die für solche, scheinbar von der Politik und der Wirtschaft provozierten Situationen, bei einem nicht gerade üppigen Gehalt, noch ihre Knochen hinhalten wollen und auch dies ist mehr als verständlich. S21, der Widerstand dagegen und natürlich auch der hier diskutierte Schlichterspruch von Heiner Geißler (CDU) ist exemplarisch zu sehen und somit ist sein Wirkungsgrad natürlich weder auf Stuttgart, noch aufs Ländle beschränkt. Die Schlichtung war eine wirklich große Chance um die Verbindung zwischen Wirtschaft, Politik und dem Volk wieder etwas positiver da stehen zu lassen aber man wollte dies von Seiten der Politik, wie auch Seiten der Wirtschaft nicht annehmen. Man kann nur hoffen, dass ihnen klar ist, wie weitreichend die Konsequenzen solcher Ignoranz sein können.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Technik · Umwelt · Wirtschaft

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