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Die Wahrheit des Wortes

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Die Aussagen des Josef Fritzl im Fall Amstetten

8. Mai 2008

Auch heute gibt es, wie eigentlich jeden Tag, Neuigkeiten um den unvorstellbar schrecklichen Inzestfall von Amstetten. Mittlerweile liegen erste Aussagen des so genannten `Monsters von Amstetten` vor. Aber es gibt auch Neuigkeiten aus dem Horrorhaus, in dem der 73-jährige Täter seine Opfer über fast ein viertel Jahrhundert gefangen hielt. Leider muss man auch feststellen, dass es kein Einzelfall ist, dass Menschen für Jahrzehnte verschwinden, wie sich nicht zu letzt gerade in Möllmicke in der Nähe von Olpe gezeigt hat. Deshalb sollte man auch nicht dem Irrglauben folgen, es handelte sich bei den Vorfällen von Amstetten um ein österreichisches Problem, denn es ist viel mehr ein generelles Gesellschaftsproblem.

Das Image ist im `Keller`

Dies war nur eine der vielen Aufschriften auf den Plakaten, die am gestrigen Abend bei einer weiteren Solidaritätskundgebung für die Opfer des Inzestfalls im niederösterreichischen Amstetten zu sehen war. Man sieht auch anhand dieser Veranstaltungen, wie tief die Gesellschaft von diesem unvorstellbaren Grauen getroffen wurde. Den Täter selbst scheinen die Vorfälle eher kalt zu lassen. So konnte man in den letzten Tagen der Presse entnehmen, dass Josef Fritzl auch keine Scheu zeigt, sich als guten Menschen darzustellen. So meinte er zum Beispiel, dass er seine Opfer auch hätte umbringen können und niemand hätte dann etwas bemerkt. Außerdem hätte er auch die, noch immer im Koma liegende, 19-jährige Kerstin der medizinischen Versorgung im Krankenhaus zugeführt. Es hat nicht den Anschein, als könnte man hier von einem gebrochenen Mann dessen Kern pulverisiert sei, sprechen. Die Aussagen die Josef Fritzl gegenüber der Presse machte, zeigen eigentlich genau das Gegenteil dessen, was sein Rechtsanwalt Rudolf Mayer versucht nach Außen zu transportieren.

Besagter Rechtsanwalt schien etwas erstaunt über die Tatsache, dass er nun Morddrohungen erhält. Natürlich sind solche Drohungen, wie auch alle anderen Formen der Gewalt, abzulehnen, da man sich ansonsten letztendlich mit Josef Fritzl auf eine Stufe stellen würde. Allerdings müsste einem erfahrenen Strafverteidiger, wie Rudolf Mayer, im Vorfeld klar gewesen sein, auf was er sich mit der Verteidigung von Josef Fritzl eingelassen hat. Mit Spannung darf man auch auf seine Gegenspielerin blicken. Laut Medienberichten ist mit dem Fall Josef Fritzl, eine 32-jährige Staatsanwältin betraut, wo man zu mindestens erst Mal auf Grund ihres jungen Alters annehmen darf, dass sie über einen nicht allzu großen Erfahrungsschatz verfügt. Inwieweit dies Einfluss auf das Verfahren hat, wird sich zeigen und noch sind wir von der Eröffnung des Strafverfahrens weit entfernt. Im Schwerpunkt geht es zur Zeit noch immer um die Spurensicherung und diese zeigt sich immer wieder als problematisch.

Neue Geheimverstecke

Denn bei den Untersuchungen des Tatortes und dessen Umfeld, ist zum Beispiel ein weiterer Raum von circa 40 qm entdeckt worden, der bislang allerdings nur endoskopisch untersucht werden konnte, da er komplett zugemauert ist. Erste Erkenntnisse dieser Untersuchung lassen darauf schließen, dass dieser Raum mit Schutt gefüllt ist. Dies würde erklären wie Josef Fritzl unbemerkt den Abraum, der beim Ausbau des Kerkers entstanden sein muss, entsorgt hat. Dies würde natürlich den bisherigen Ermittlungsergebnissen widersprechen. Bislang ging man davon aus, dass die Kerker heimlich während der offiziell genehmigten Ausbauphase entstanden sind. Diese Theorie stand aber von vorne herein in einem fragwürdigen Kontext zum Beispiel zu der Frage, warum er seine Tochter Elisabeth dann so lange Zeit nur in einem kleinen Gefängnis einkerkerte hatte, obwohl mehr Raum vorhanden gewesen wäre. Man hat zum Teil das Gefühl, dass hier ein Bild entstehen soll, welches vor allem zwei Zielen folgt. Zum einen der totalen Eingrenzung auf eine Einzeltäterschaft und zum anderen, dass auch gar niemand etwas von den Vorfällen hätte mitbekommen können.

Eine weitere spannende Frage ist, was es mit der laut Medienberichten entdeckten Geheimwohnung mit gut 50 qm Fläche auf sich hat. Diese soll sich scheinbar auch in dem Haus von Josef Fritzl befinden. Die Ermittler suchen hier wohl zur Zeit nach weiterem Belastungsmaterial gegen Josef Fritzl. Damit sind in den letzten Tagen gut 90 qm an neuen Verstecken des Täters aufgetaucht und dies alles in einem einzigen Haus. Zwangsläufig kommt da die Frage auf, ob all dies wirklich alleine machbar gewesen sein dürfte und vor allem, wieso es über fast ein Vierteljahrhundert niemand mitbekommen haben soll. Natürlich darf man bei allen Fakten, Gerüchten und Spekulationen eines auch nicht außer Acht lassen, die Ermittlungsarbeiten stehen noch immer am Anfang und selbst die österreichischen Ermittlungsbehörden, scheinen täglich aufs Neue, von dem immer größer werdenden Ausmaß dieser Tat überrascht zu werden.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Neues aus Österreich

Bis jetzt 3 Kommentare ↓

  • 1 Manfred // 8. Mai 2008 at 21:32

    Hallo

    es gibt keinen Fall Amstetten, es gibt ein unvorstellbar grausames Verhalten des Herrn Fritzl!

    mfg
    Manfred

  • 2 Thomas // 12. Mai 2008 at 16:28

    Wobei ich aber auch nicht verstehe, warum sich so viele Leute auf den Anwalt einschießen. Der macht halt seinen Beruf und wenn er das Mandat niederlegen würde, müßte ein anderer damit betraut werden. Aber der Täter selber ist halt nicht so einfach per E-Mail erreichbar, da wendet man sich lieber an den Anwalt… Es ist aber auch verständlich, daß man angesichts der Faktenlage nicht immer rational reagiert.

  • 3 Elfie // 23. Mai 2008 at 01:35

    Wie kommt nur dieser Anwalt darauf das der Herr Fritzl – Unzurechnugsfähig – wäre.`??? Ist mir ein Rätzel. Wenn einer so was auf so viele Jahre hinaus macht ist er in meinen Augen nicht unzurechnungsfähig. Dies machte er mit voller Absicht und hat es auch schon in Gedanken schon vorher geplant. Er gehört in keine Psychatrie sondern hinter Gitter mit Wasser und Brot.

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