Deutschland und die rosarote Brille
30. September 2011
Deutschland ist der Motor der Europäischen Union (EU). Hier gibt es nachhaltigen Aufschwung der alle Menschen nach vorne bringt. Von hier aus wird selbst der Euro gerettet, egal was es kostet. Wenn man all solche Aussage liest, fragt man sich, ob es vielleicht zwei Deutschlands gibt? Eines in dem man jeden Tag leben muss, die Armut immer weiter ansteigt und somit die Gesellschaft immer weiter gespalten wird und das andere, welches einem Politiker verkaufen wollen. Natürlich gibt es die großen Gewinner auch in Deutschland, wie überall auf dieser Erde aber es ist nur ein kleiner Kreis. Der Rest muss immer mehr leisten, immer mehr Eigenverantwortung zeigen, während sich die Wirtschaft und die Politik immer mehr aus dem Staub machen, wenn es um ihre Verantwortung geht. Man muss sich wirklich einmal überlegen, was der Standort Deutschland eigentlich zu bieten hat. Da wäre erst einmal ein hohes Maß an Bürokratie, welches vor allem auch die FDP abschaffen wollte, stattdessen schafft sie sich gerade selber ab. Es gibt behördliche Auflagen bis einem schwindelig wird, die es kleinen Unternehmen mehr als schwer machen, die Verbraucher aber kaum vor den Machenschaften der Großen schützen. Das Einkommensniveau bei normalen Tätigkeiten reicht immer seltener für ein menschenwürdiges Leben aus. Man erkennt auch hier deutlich, wo die Gewinner des Systems sind und wie es um den Standort bestellt ist.
Von Risikokapital bis Internet
Es gibt in diesem Land Auflagen für bzw. gegen alles und dies erschwert es vielen Menschen sich eine eigene Existenz aufzubauen. Von Risikokapital für gute Ideen einmal ganz zu schweigen, da ist man in Deutschland doch lieber vorsichtig und verzockt es mit den vertrauenswürdigen Menschen aus dem Bankensektor. Wenn man nur ein Bruchteil des Kapitals, welches bis zum heutigen Tag über die Weltwirtschaftskrise verschoben worden ist, in innovative, neue Unternehmen gesteckt hätte, würde es den Bürgern im Land wahrscheinlich besser gehen. Stattdessen verkauft man ihnen aber das Kapital im großen Stil vernichtet würde, was so einfach nicht stimmt. Es wird eben einfach nur verschoben. Angeblich ist Deutschland eine freie und soziale Marktwirtschaft. Es kommt nur die Frage auf, warum dann so viele kleine Unternehmer auf Hilfe vom Staat angewiesen sind, um überhaupt noch irgendwie zu überleben, während Großkonzern, bei steigenden Gehältern im Bereich des Topmanagements, auch noch hingehen und sich aus ihrer Verantwortung entziehen und Privilegien der Mitarbeiter immer weiter kürzen, weil angeblich kein Geld mehr da ist, was natürlich nicht zu den angesprochenen Lohnsteigerungen passt. Aber zurück zu den kleinen Unternehmen, wird dort ein kleiner Fehler begangen, weil man gegen irgendwelche Verordnungen oder ähnliches verstößt, kann dies ganz schnell auch schon einmal das Aus bedeuten. Werden große Fehler bei den Big Playern gemacht, die zum Beispiel unzählige Arbeitsplätze kosten, bedeutet Verantwortung hier meist eine hohe Abfindungen. In einem solchen System müsste man den Begriff des Sozialen dann wohl neu definieren.
Ein anderes Beispiel, die Redaktion ist in den letzten Jahren immer wieder umgezogen und hatte dadurch mit verschiedenen Kommunikationsunternehmen zu tun. Da waren die, die in der Summe zwei ergeben, der magentafarbene Riese oder auch die mit dem Frauennamen, um nur einige zu nennen. Alle hatten eines gemeinsam, man musste immer wieder mit Internetproblemen kämpfen, was viel Zeit und Nerven raubt. Ein Problem, welches auch ausreichend bekannt ist, trotzdem ist man chancenlos gegen diese Unternehmen, denn scheinbar gilt hier das Recht des Stärkeren, was auch immer dies mit Freiheit zu tun haben soll, mutet es doch eher wie die völlige Diktatur des Kapitals an. Natürlich muss man an einer solchen Stelle auch wieder fragen, was die Politik eigentlich tut, schließlich gibt es ein Bundesverbraucherschutzministerium und man fragt sich weiter, welche Berechtigung die zuständige Bundesministerin, Ilse Aigner (CSU), eigentlich hat, wenn sich an diesen Zuständen nichts verändert. Ergattert man übrigens, als kleines Unternehmen Aufträge von den Großen, ist auch hier klar und deutlich, wer den Ton angibt und der Ton bedeutet oftmals nichts anderes, als den Preis. Diese Zweiteilungen, die sich von der Wirtschaft bis in die Gesellschaft zieht, spricht für sehr vieles aber nicht für eine freie und soziale Marktwirtschaft. Da das politische Berlin scheinbar immer weniger Interesse hat, sich hier für die Allgemeinheit einzusetzen, kommt die Frage auf, woher dieses anwachsende Desinteresse kommt. Schaut man sich an, wo man viele Politiker, nach ihren politischen Karrieren wiederfindet, scheint die Antwort klar zu sein. Es ist diese tiefe Verbundenheit von Politik und Wirtschaft, die dem Land so schaden.
Traumwetter
In dieser ersten Herbstwoche explodiert manch Wetterfrosch wieder förmlich vor Freude über so geniales Sommerwetter und dies im Herbst. Auch hier findet man immer wieder sehr schöne Beispiele für die rosarote Brille. Die Topwerte des Wetters, die zum Beispiel sehr oft im schönen Breisgau liegen, werden herausgearbeitet, als stünden sie stellvertretend für ganz Deutschland. Man schafft so natürlich ein breites Wohlgefühl und dies scheint mittlerweile auch eine der Hauptaufgaben der etablierten Massenmedien zu sein. Die Politik und die Wirtschaft haben sich hier offensichtlich etwas aufgebaut, was genau den Weg, den man braucht, auch verkauft. Es wirkt doch so, als hätten die angesprochenen Medien in erster Linie die Aufgabe, die Massen mit mehr oder weniger guter Unterhaltung abzulenken, damit den Menschen nicht auffällt, wie es in Deutschland wirklich aussieht. Dann wird natürlich informiert aber was bedeutet Information im Kontext zur Wirtschaft und Politik wirklich? Politisch gesehen treiben die Medien das immer kleiner werdende Restwahlvolk zwischen den beiden politischen Blöcken hin und her. Das diese beiden Blöcke sich eigentlich durch kaum noch etwas unterscheiden, wird eher am Rande behandelt, anstatt im ausreichenden Maße zu hinterfragen, was so etwas eigentlich für die Demokratie in Deutschland bedeutet, denn es scheint doch eine gewisse Alternativlosigkeit an der Tagesordnung zu sein, was nicht für eine Demokratie spricht. Nun haben die Medien aber nicht nur im Bereich der Politik so ihre Bedeutung, sondern spielen natürlich auch eine große Rolle im Bereich der Wirtschaft.
Über die Jahre ist es zur völligen Normalität geworden, das neue Produkte als Nachrichten präsentiert werden, womit man bei einem weiteren Punkt des immer größer werdenden Wirtschaftsterrorismus ist, denn genau hier beginnt der alltägliche Konsumterror. Diese Bereiche des ganz besonderen Terrors, werden übrigens von der Politik auch nicht bekämpft. Man muss einmal bewusst darauf achten, wie viele Firmennamen und Produkte in den Nachrichten oder ähnlichen Beiträgen erwähnt werden und zwar ohne das dies zwingend notwendig wäre. Der Medienkonsument wird so aber ständig mit den Namen, mit den Produkten der Big Player berieselt. An dieser Stelle sei erwähnt, dass dies übrigens, wenn auch in unterschiedlicher Stärke, sowohl für den Bereich der privaten Medien gilt, wie auch für die aus dem öffentlich-rechtlichen Bereich, was so etwas, wie die GEZ-Gebühr natürlich auch mehr als fraglich erscheinen lässt aber scheinbar ist all dies auch politisch genauso gewollt, womit sich der Kreis einmal mehr schließt. Es muss eben irgendwoher eine riesige rosarote Brille kommen, damit die breite Masse nur nicht bemerkt, wozu sie tatsächlich missbraucht wird. Immer mehr Konsum, bei immer schwieriger werdenden Arbeitsverhältnissen und die besonders im Bereich des Lohnniveaus, nutzt am Ende des Tages nicht der Allgemeinheit, sondern nur einem kleinen Kreis. Für die, die gar keine Arbeit mehr haben oder schon im Bereich des Billiglohnlandes angelangt sind, wird es natürlich auch immer härter, da analog zum Bereich der Löhne, auch die soziale Ebene immer weiter heruntergeschraubt wird, was schon dazu führte, dass Deutschland im Kontext der Armut von den Vereinten Nationen gerügt wurde. Man erkennt deutlich, wie wichtig es ist, diese rosarote Brille abzulegen und sich der tristen Realität in Deutschland zu stellen, denn dies wäre der erste Schritt für eine Veränderung.
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