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Die Wahrheit des Wortes

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Deutschland nach der WM 2010 in Südafrika

13. Juli 2010

Nun ist es seit Sonntag amtlich, Spanien ist nach einem 1:0 in der Verlängerung Weltmeister gegen die Niederlande geworden. Thomas Müller ist Torschützenkönig und der beste Jungstar des großen Fußballevents und trotz diesem Highlight aus deutscher Sicht, brachten die Jungs unter Joachim Löw wieder nur einen dritten Platz, wie schon vor vier Jahren im eigenen Land, mit zurück nach Schland. Mit dem Ende der Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika, wird sich nun nach und nach der allgemeine Fokus auch wieder auf die Politik und die Wirtschaft richten, denn auch hier wurde in den letzten vier Wochen fleißig weiter gezockt. Zu einem wirklich Sommermärchen hat es im Winter von Südafrika nicht wirklich gereicht, es war dann doch eher ein kurzer Sommertraum und nach dem Traum kommt nun die Realität und die könnte dem ein oder anderen gar nicht so gut schmecken.

Von NRW bis nach Berlin
Jürgen Rüttgers (CDU) hatte sich schon vor einiger Zeit von der Politik in Nordrhein-Westfalen im speziellen aber auch auf bundespolitischer Ebene allgemein verabschiedet und nun ist der politische Neubeginn auch in der Landeshauptstadt Düsseldorf Fakt und es gibt eine Minderheitsregierung aus SPD und den Grünen unter Hannelore Kraft (SPD). Dies führt dann natürlich auch zum Mehrheitsverlust der Regierungsparteien in der Länderkammer. Inwiefern die Oppositionsparteien ihre neue Macht im Bundesrat nutzen werden, wird sich dann zeigen. Genauso wird sich zeigen, wie lange die neue Regierung im bevölkerungsreichsten Bundesland hält. Fest steht im Moment allerdings vor allem eines und zwar, dass auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch härtere Zeiten zu kommen werden, was nicht zu letzt schon die Wahl von Christian Wulff zum Bundespräsidenten im dritten Wahlgang gezeigt hat.

So wundervoll dieser Sommer auch sein mag, so schön die Fußball-WM in Südafrika auch war, so muss man doch auch einräumen, dass die Realität eher grau und trüb aussieht. Während gerade die katholische Kirche durch all ihre Skandale auch weiterhin immer mehr an Rückhalt in der Bevölkerung verliert, macht sich auch weiterhin ein ganz allgemeiner Werteverfall breit. Im Moment fällt dies kaum auf, da die Menschen mit Fußball und grillen beschäftigt sind und sich über diese gelungene Ablenkung freuen, schließlich gab es lange genug Krisenfrust im Land, da ist es schön die Binnenkonjunktur mit Grillwürstchen, Steaks und ordentlich Bier anzukurbeln aber das wird bei weitem nicht ausreichen. Man darf nicht unterschätzen welche Schockwellen dieses Land noch erreichen werden, einen kleinen Vorgeschmack bot schon die Gesundheitsreform des Bundesgesundheitsministers Philipp Rösler (FDP), der den Weg, den man in Berlin gehen mag, offen aufzeigte.

Das Leben gehört der Bank
So viele Menschen freuen sich darüber, was sie alles besitzen, vom Fertighaus bis zum schönen Auto und für das Alter sorgt man auch fleißig vor. Wenn man sich den Regelfall betrachtet, gibt es nur das Problem, dass viele Menschen doch viel besitzen aber letztendlich nicht die Eigentümer sind und somit gehören viele Leben irgendwie der Bank. In der Folge muss man also auch systemtreu sein, um nicht seinen ganzen Besitz zu verlieren. Im Notfall sucht man sich auch noch einen Zweitjob, gibt die Erziehung der Kinder ab, damit beide Partner arbeiten können und so weiter. Man muss nicht groß erläutern, dass eine Gesellschaft die so aufgebaut ist, zum Scheitern verurteilt ist. Wenn man dann auch noch merkt, dass man von der Politik völlig verlassen wurde und diese eigentlich nur noch Politik im Sinne einer vermeintlich elitären Minderheit macht, kann dies schon einmal frustrieren.

Auch wenn man einräumen muss, dass wohl auch der Kapitalismus oder viel mehr der Raubtierkapitalismus gescheitert ist, bedeutet dies nicht, dass sich die Entscheidungsträger nun von diesem System abwenden. Es ist viel mehr so, dass man einfach einige Bedingungen neu justiert hat und es nun zur Tagesordnung werden lassen möchte, dass die breite Masse der Bevölkerung die Kosten dieses gescheiterten System übernimmt und man ihnen eben auf Umwegen Freizeiteinrichtungen, Kultureinrichtungen und natürlich auch soziale Leistungen nimmt. Die so ausgebuchten Verluste sorgen dann natürlich wieder für gute Rentabilität und Gewinne von denen nun aber nicht die Masse profitiert, sondern nur eine kleine vermeintliche Elite. So lange sich die Masse nicht auf die Strasse begibt und dagegen protestiert, wird sich auch nichts daran ändern und sich dieses krankhafte System immer weiter etablieren. Keine guten Aussichten für Deutschland nach der WM 2010 in Südafrika.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Politik · Sport · Wirtschaft

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