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Die Wahrheit des Wortes

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Deutschland im Wandel

9. April 2008

Wie heute bekannt wurde, ist die Weserbank aus Bremerhaven pleite. Somit stellt sich ein Mal mehr die Frage, wie es mit dem Finanzplatz Deutschland weitergeht. Täglich erklären andere Fachleute, dass alles nicht so schlimm ist bzw. das schlimmste vorbei sei, um dann am nächsten Tag durch weitere Katastrophenmeldungen eines Besseren belehrt zu werden. Im Fall der Weserbank legt man großen Wert auf den Hinweis, dass es zum einen nur eine sehr kleine Bank war und zum anderen, dass es keinen direkten Zusammenhang mit der US-Immobilienkrise gibt. Natürlich sollte man ein Mal darüber nachdenken, welche Optionen die weltweiten Finanzkrisen für Deutschland noch bereithalten könnten und wie sich diese auf den Wandel in der Bundesrepublik Deutschland auswirken werden.

Zu Risiken und Nebenwirkungen

IKB, Göttinger Gruppe, Weserbank um nur einige Namen zu erwähnen, die von den Finanzturbulenzen voll erfasst wurden. Die Frage die sich stellt ist, wer sind die wirklichen Verlierer in diesem globalen Spiel und für einige Finanzprofis scheint es tatsächlich nur ein Spiel zu sein. Als Verlierer muss man zum Beispiel die Menschen sehen, die durch diese Krisen und Pleiten ihren Arbeitsplatz verlieren. Hier sind vor allem wieder die Menschen am schwersten betroffen, die jahrelang in die deutschen Sozialsysteme eingezahlt haben und nicht mehr ansatzweise das vom Staat bekommen, was sie sich wahrscheinlich erhofft hatten. Denn zu einer gewissen wirtschaftlichen Misere, kommt auch immer mehr die soziale Schieflage innerhalb Deutschlands. Dies hat zur Folge, dass rasend schnell Existenzen vernichtet werden, da Menschen von jetzt auf gleich auf das Abstellgleis geschoben werden.

Aber es gibt noch weitere Verlierer und die sind letztendlich wir alle. Denn viele Finanzlöcher, die täglich neu aufreißen, werden am Ende des Tages schlicht und ergreifend vom Steuerzahler aufgefangen, da der Staat für die Fehler, die seine Elite begeht, gerade steht. Dies bedeutet, verliert der Staat nun Geld bleibt auch hier die Frage, womit sollen die Löcher im Staatshaushalt gefüllt werden und da gibt es zwei einfache Lösungen. Entweder man erhöht weiterhin die Steuern oder man setzt weiterhin auf Leistungskürzungen für die Bürger. Genau dieser Wandel des Sozialstaates Deutschland, führt aber zu der erwähnten Schieflage, zu der Zerstörung der Mittelschicht. In diesem Sinne muss man festhalten, dass eben wir alle für die Fehler, die die Elite dieses Landes begeht, einstehen müssen. Eine weitere Folge der angesprochenen Schieflage zeichnet sich nicht zu letzt auch dadurch aus, dass immer mehr Menschen einen Zweitjob benötigen, um ihr Leben wie gewohnt bestreiten zu können.

Blick in die Glaskugel

Man darf davon ausgehen, dass es keine rosigen Zeiten werden. Denn die Zeit der schweren Finanzerschütterungen ist, wie man an der Pleite der Weserbank gesehen hat, noch lange nicht vorbei. So lange diese Krisennachrichten anhalten, wird es auch keinen nachhaltigen binnenkonjunkturellen Schub geben, den dieses Land so nötig hat. In diesem Zusammenhang ist auch die Betrachtung der stetig steigenden Inflationsrate sehr wichtig, denn wenn die Preise immer weiter ansteigen, bleibt immer weniger in der Geldbörse und dies wird nicht zu gesteigertem Konsum führen. Die Arbeitslosenzahlen werden wohl noch ein wenig sinken, womit man dann scheinbar wieder wirtschaftliche Fakten hat, die man als Erfolge der politischen Bemühungen feiern wird. Bei all dem Lob geht nur die Frage unter, was einem ein Arbeitsplatz bringt von dem man nicht leben kann.

Die Sozialsysteme drohen auch immer mehr in die Knie zu gehen und dies bedeutet, wie die Vergangenheit bewiesen hat, vor allem mehr Abgaben für die Bürger. Das gerade beschlossene neue System der gesetzlichen Krankenkassen zum Beispiel, wird unter dem Strich für die Mehrzahl der Beitragszahler zu höheren Beiträgen führen. Damit steigen die Beiträge für genau die Menschen, die in Deutschland so oder so Patienten zweiter Klasse sind. Die Renten steigen, zu mindestens auf dem Papier, denn rechnet man hier die Inflationsrate gegen, werden auch die gut 20 Millionen Rentner in Deutschland, unter dem Strich, gut zwei Prozent weniger haben. Wie sich die Änderung der Rentenformel, die für diesen Schritt notwendig war, langfristig auf das System auswirken wird, ist noch nicht eindeutig klar. Genau diese Punkte beweisen aber was hier fehlt. Es fehlt an Weitsicht. Denn sowohl politisch, wie auch wirtschaftlich scheinen die Verantwortlichen gerade Mal bis zum Feierabend zu denken und das ganz ohne Panik. Schließlich ist es ja noch immer gut gegangen.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Gerhard Spannbauer // 11. Apr 2008 at 12:39

    Die Pleite der Weserbank zeigt, dass grundsätzlich auch bei deutschen Banken eine Gefahr droht. Was in diesem speziellen Fall nun der Grund war, ist aus meiner Sicht noch unklar und ist auch irrelevant. Ich habe gelesen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die jetzt nicht an ihr Geld kommen. Wenn ich Geld brauche und die Bank geschlossen hat, ist dies ein konkretes Problem.
    Der Vorgang zeigt, dass man auch bei uns plötzlich vor verschlossenen Türen steht. In meinem Blog unter http://www.krisenvorsorge.com/blog weise ich darauf hin, dass jeder einen Bargeldvorrat haben sollte.
    Denn wir sind so sehr gewöhnt, dass alles gut läuft, dass man sich solche Situationen nur schwer vorstellen kann. Selbst wenn man nach 2 Wochen an sein Geld kommt, sollte man sich fragen, wie überbrücke ich diese Zeit.

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