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Die Wahrheit des Wortes

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Deutschland feiert Geburtstage

2. Oktober 2009

Die Bundesrepublik Deutschland feiert in diesem Jahr ihren 60. Geburtstag und damit ist das Land genauso alt wie China, die am gestrigen Tag den 60. Jahrestag der Volksrepublik feierten. Aber in Deutschland hat man noch mehr zu feiern, denn man feiert natürlich auch noch 20 Jahre Mauerfall. Bei diesen Zahlen wird einem recht schnell klar über was für ein kleines Zeitfenster wir eigentlich sprechen und wie schnell sich in der heutigen Zeit Situationen verändern. Deutschland ist seitdem Ende des Zweiten Weltkriegs geografisch gesehen ständig gewachsen und dies im Frieden und ohne Gewalt. Gerade in diesen Tagen muss man aber auch festhalten, dass im Moment die Zeiten des ewigen Wachstums aus ökonomischer Sicht vorbei sind und dieser dunkel Schatten liegt natürlich über all den Feiern, die in diesem Jahr anstehen. Wo die Entwicklung hinführt mag niemand prognostizieren können aber alle haben die Chance daran mitzuwirken, dass es auch in Zukunft in Friede und Freiheit weitergehen wird.

Der Aufstieg nach dem Krieg und die RAF

Nachdem Ende des Zweiten Weltkriegs lag Deutschland völlig zerstört in Trümmern und man hätte denken können, dass sich in dieser Trümmerwüste über Jahrzehnte nichts mehr bewegt. Ein großes Problem war auch der Mangel an Männern, die entweder Tod oder in Kriegsgefangenschaft waren. Zurückgeblieben waren plötzlich acht Millionen Frauen und genau die sollten es richten. Man spricht von den Trümmerfrauen, die mit einem unbeschreiblich Engagement das zerstörte Land Stück für Stück wieder aufbauten. Eine Leistung die man bis in die Gegenwart gar nicht ausreichend loben kann. Aber Deutschland war auch in zwei Hälften aufgeteilt worden, in westliche und östliche Teile. Der Kalte Krieg war geboren. Der Höhepunkt, im negativen Sinne für Deutschland, war im Jahr 1961 die Errichtung des so genannten Antifaschistischen Schutzwalls, die Mauer wurde gebaut und somit Fakten für die nächsten Jahrzehnte geschaffen. Ab diesem Zeitpunkt sollten sich die beiden Länder, die eigentlich eines waren, natürlich auch völlig anders entwickeln. Natürlich galt dies sowohl im gesellschaftlichen, wie auch im ökonomischen und ökologischen Kontext.

Während in Ostdeutschland, also in der DDR, Hammer und Sichel regierten, hatte man in Westdeutschland noch immer die Auswirkungen der Wirtschaftswunderjahre, denn unter anderem auf Basis dessen, was die Trümmerfrauen aufgebaut hatten, war jahrelanger Massenkonsum gewachsen und es boomte im Land. Es war ein kometenhafter Aufstieg der Volkswirtschaft, den sich in der Kürze der Zeit wohl niemand hätte erträumen lassen. Nachdem der Kalte Krieg seinen Lauf genommen hatte, hatte man gerade ab den 1970er mit einem neuen Nachkriegsphänomen zu kämpfen. Deutschland wurde mehr und mehr vom linksextremen Terrorismus der 1970 gegründeten Roten Armee Fraktion (RAF) heimgesucht. Der traurige Höhepunkt dieser äußerst negativen Entwicklung in Deutschland, war der Deutsche Herbst im Jahr 1977, als der Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer in Köln entführt und später ermordet wurde, die Lufthansa-Maschine Landshut nach Mogadischu entführt wurde und sich in der Todesnacht von Stammheim mit Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe die Führungsriege der ersten Generation der RAF das Leben nahm.

Von der Krise bis zur Krise

Die 1980er waren von schweren Turbulenzen in der Wirtschaft geprägt, denn gerade auch im Ruhrgebiet ging ein ganzer Wirtschaftszweig den Bach herunter und die Folgen des Niedergangs der Schwerindustrie im Ruhrgebiet sind zum Teil bis jetzt in der Region zu spüren. In einer doch auch oft sehr finsteren wirtschaftlichen Zeit, neigte sich zum Ende des Jahrzehntes der Kalte Krieg seinem Ende zu und eine Schlüsselsituation war der Fall der Mauer, Deutschland sollte wieder eins werden. Einen ersten großen Schritt feierte man gerade mit einer Gedenkfeier für die Massenflucht über die Prager Botschaft im Jahr 1989. Aber auch hier wurde klar, dass nicht alles Gold ist was glänzt. Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) ging zwar als Kanzler der Deutschen Einheit in die Geschichtsbücher ein, scheiterte aber letztendlich an den ökonomischen Folgen dieses Schrittes, denn seine Blühenden Landschaften wurden nie Wirklichkeit. Als eine der Folgen dieser ökonomischen Wunschträume, waren die 1990er von fremdenfeindlicher Gewalt geprägt, denn es kam immer wieder, gerade auch in den Neuen Bundesländern, zu Übergriffen auf Ausländer. Langsam neigte sich das zweite Jahrtausend dem Ende zu und alle warteten gespannt darauf, was alles auf dem Weg ins neue Millennium geschehen sollte. Aber es passierte gar nichts. Dies sollte sich allerdings 2001 schon schlagartig ändern.

Am 11. September 2001 sollte sich mit 911 die Welt völlig verändern. Das große neue Feindbild nach dem Kalten Krieg war geschaffen und dieser neue Konflikt tobt bis jetzt über diesen Planten und auch Deutschland ist wieder mittendrin. Wirtschaftlich gesehen wurden die Folgen der Deutschen Einheit immer deutlicher und mit Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) sollten nun die Bürger im Osten, wie auch im Westen spüren, dass es mit dem Solidaritätszuschlag bei weitem noch nicht getan war. Das gesamte Sozialsystem sollte sich durch Schröders (SPD) Agenda 2010 nachhaltig verändern und sehr viele Menschen sind der Meinung, dass dies eine negative Entwicklung war und tatsächlich geht die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland immer weiter auseinander. Auch diese negative Entwicklung für das Volk kostete einen weiteren deutschen Kanzler den Job und so musste Schröder (SPD) gehen und wurde von einer Großen Koalition, in der Angela Merkel (CDU) die Chefin war, beerbt. Merkel (CDU) wurde gerade erst im Amt bestätigt, wird aber wohl in einer anderen Koalition gemeinsam mit den Liberalen weiterregieren. Auch die erste deutsche Kanzlerin hat noch einen harten Weg vor sich, denn schon seit über einem Jahr steckt Deutschland in einer Krise, wie sie dieses Land seit der Gründung der Republik noch nicht erlebt hat. Man sieht wie viel sich in den letzten 20 bzw. 60 Jahren verändert hat, man sieht aber auch, dass es in Deutschland bald wieder nachhaltigen Aufschwung geben sollte, also keine Träumereien und Blasenbildungsökonomie mehr, wie es in den letzten Jahren immer wieder der Fall war. Was die Zukunft wirklich bringt, bleibt natürlich auch hier am Ende offen.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Politik · Umwelt · Wirtschaft

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