fairschreiben

Die Wahrheit des Wortes

fairschreiben header image 2

Deutschland 2011 – Der große Kater

4. März 2011

Als logische Folge des gestrigen Artikels über ein großes Fest, welches man in der Wirtschaft und der Politik feiert, gibt es jetzt den Artikel über den großen Kater, der da folgen wird, womit auch am heutigen Tag eine gewisse Analogie zum Karneval bestehen dürfte. Der Kater, von dem hier die Rede ist, dürfte aber erst einmal weniger die betreffen, die gefeiert haben, als viel mehr das Volk, welches natürlich einmal wieder die Zeche zahlen darf. Die Politik in Deutschland, die scheinbar nur noch auf die Gewinnmaximierung der großen Unternehmen ausgerichtet ist und sich damit so verausgabt, dass immer weniger Kapital für die breite Masse der Bevölkerung da ist, sorgt natürlich für eine enorme Spaltung innerhalb der Gesellschaft. In diesem Kontext kann man auch nicht oft genug erwähnen, dass man, wenn man von der Bundesrepublik Deutschland spricht, schon lange nicht mehr von einem Sozialstaat sprechen kann, denn unter sozialen Leistungen versteht man in Deutschland mehr und mehr die völlige Eigenverantwortung jedes Individuums und das kann nicht die Lösung in einem Sozialstaat sein. In sofern sollte man zu mindestens die Ehrlichkeit in der Politik besitzen und auch dazustehen, wie es ist, denn es gibt viele einfache Beispiele, die deutlich machen, wie in Deutschland mit den sozial schwachen Mitbürgern umgegangen wird.

Ein Minusgeschäft
Während Großkonzerne, wie zum Beispiel der Wolfsburger Autobauer VW, gerade erst wieder Rekordgewinne vermelden konnten, immerhin wurde die Automobilbranche auch ordentlich mit der Abwrackprämie im Rahmen der Konjunkturpakete angeschoben, sieht es bei den Hartz-IV-Empfängern nicht ganz so rosig aus. Nach monatelanger Ignoranz des Themas Hartz-IV-Neuregelung hat man sich dann in einem politischen Prozess, der diesen Namen noch nicht einmal verdient, auf eine Erhöhung des Regelsatzes, um die unbeschreibliche Summe von 5 Euro durchringen können und dies wohl gemerkt monatlich. Damit verändert sich dieser Satz von 359,00 Euro auf 364,00 Euro. Was das bedeutet, kann man ganz einfach darstellen. Hier ist die Rede von einem Minusgeschäft, denn aktuell sprechen wir in Deutschland von einer Inflationsrate von 2 Prozent, allein um diese auszugleichen, müsste man den Satz um 7,18 Euro erhöhen, da man dies nicht getan hat, muss man sagen, dass die Hartz-IV-Empfänger nun 2,18 Euro weniger pro Monat  in der Tasche haben. So sehr sorgt sich die deutsche Politik, um die Menschen am Rande der Gesellschaft. Allein schon dieses kleine Beispiel zeigt, wer in diesem Land von der Politik profitiert und wer dabei schlecht aussieht. Nun kann man natürlich wieder anführen, dass es Menschen auf dieser Erde gibt, denen es noch viel schlechter geht, dies sollte man aber nicht tun, denn keiner sollte sich hier Zustände wie in Nordafrika wünschen.

Die Welt ist im Umbruch, dies zeigen natürlich auch die Vorgänge in Nordafrika aber soweit braucht man gar nicht zu schauen. Auch die Wut in Deutschland wächst, die Menschen und damit sind natürlich nicht nur die Hartz-IV-Empfänger gemeint, haben kein Verständnis mehr dafür, wie in diesem Land wirtschaftlich und politisch agiert wird. Auch wenn man durch die Massenmedien ständig propagiert, wie gut es letztendlich am deutschen Arbeitsmarkt aussieht und was für ein Fachkräftemangel herrscht, muss man auch sagen, dass sich die Probleme am Arbeitsmarkt einfach völlig verändert haben und darauf hat die Politik bis jetzt auch noch nicht im Ansatz angemessen reagiert. Die Frage, die sich in der heutigen Zeit bei immer mehr Menschen stellt, ist gar nicht mehr unbedingt die nach Arbeit, sondern die nach Arbeit von der man auch menschenwürdig leben kann und hier sieht es zunehmend finster aus, in dem Land, welches sich vom Land der Dichter und Denker zum Land der Leergutsammler runtergearbeitet hat. Auch hier kommt eines dieser völlig leeren politischen Argumente ins Spiel, in dem man im Kontext zu Hartz IV immer wieder anmerkt, dass sich Arbeit auch noch lohnen muss, was natürlich richtig ist aber hierfür muss man nicht zwingend Sozialleistungen kürzen, sondern könnte auch für eine angemessene Erhöhung des Lohnniveaus sorgen und somit Arbeit attraktiv machen, dies steht aber erstaunlicherweise so gut wie nie zur Diskussion.

Arbeit und Soziales
Die Bereiche Arbeit und Soziales sind in der aktuellen Bundesregierung unter Chefmoderatorin und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem Ministerium, unter der Leitung von Bundesministerin Ursula von der Leyen (CDU), zusammengefasst. Dies bedeutet, dass es auch aus Sicht der Regierung einen klaren Zusammenhang zwischen diesen beiden Bereichen geben sollte. Man fragt sich dann natürlich, warum es in der politischen Realität ganz anders aussieht. Man sollte einfach einmal darauf achten, wie es immer gerne bei mehrfach belegten Ministerien, wie auch dem gerade genannten, der Fall ist, wie die Minister oder in diesem Fall viel mehr die Ministerin ihr Auftreten verändert. Wenn es um den Bereich Arbeit geht, man also von der Bundesarbeitsministerin spricht, sieht man oft eine harte, strenge Frau von der Leyen (CDU). Wenn sie als Sozialministerin auftritt, ist sie eher die besorgte Mutter einer Großfamilie. Unabhängig davon, dass man mindestens ein Auftreten wohl als geheuchelt ansehen muss, zeigt es auch die doppelte Moral, die im politischen Berlin vertreten ist. Dieser Arbeitsmarkt ist mittlerweile knallhart nach den Regeln des globalisierten Raubtierkapitalismus ausgerichtet und dies bedeutet, dass das Soziale einfach keinen Platz mehr hat, denn hier heißt die klare Parole, friss oder stirb und da ist nun wirklich nichts Soziales dran. In sofern dürfte auch klar sein, warum diese beiden Bereiche eigentlich nicht in Personunion von Frau von der Leyen (CDU) in einem Ministerium zu führen sind.

Aber natürlich gibt es auch hierfür eine ganz klare Erklärung, denn, wenn man voraussetzt, dass es hierbei, um eine gezielte und langfristige Täuschung der Wähler geht, macht genau dieses Vorhaben wieder einen Sinn. Man erinnert sich noch gut an den Ex-Kanzler und Genossen der Bosse Gerhard Schröder (SPD), der genau diesen, scheinbar völlig verlogenen Politikstil versuchte salonfähig zu machen. Denn damals unter seiner Regierung begann der Kahlschlag des Sozialstaates, der nun unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) perfektioniert wird. Denn auch sie oder viel mehr ihr Kabinett, denn sie hält es lieber, wie Papst Benedikt XVI. und schweigt zu allen wichtigen Vorgängen, was sich zu der neuen deutschen Tugend in dieser Zeit zu entwickeln scheint, verkauft den Menschen tatsächlich immer mehr Eigenleistung und Eigenverantwortung als Sozialpolitik. Diese Art des schlichten Betrugs am Bürger, denn man darf nicht vergessen, dass wir bei Sozialleistungen letztendlich nicht von reinen Spenden des Staates sprechen, sondern dafür viele Menschen große Mengen Sozialabgaben zahlen, wird auf Dauer auch nicht mehr haltbar sein, da die Menschen, die aktuell noch einigermaßen ordentlich bezahlte Arbeit haben und diese Abgaben bezahlen müssen, sich natürlich auch mehr und mehr fragen, wofür diese eigentlich entrichtet werden, wenn man am Ende des Tages so oder so für die meisten Belange des Lebens auch in persönlichen Notsituationen selber aufkommen muss. Dieser Kater, der nun auf diese Gesellschaft zu kommt, wird sich irgendwann auch auf die Verantwortlichen aus den Bereichen der Wirtschaft und Politik niederschlagen, dass sollte ihnen, gerade auch mit einem Blick nach Nordafrika, immer bewusst sein.

Freude teilen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • email
  • Facebook
  • Fark
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • LinkedIn
  • Twitter


Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt ohne Kommentar ↓

  • Bisher noch ohne Kommentar - Fang an und sag Deine Meinung

Schreib was dazu