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Die Wahrheit des Wortes

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Deutsche Erfolgsgeschichten

10. Oktober 2011

Deutschland ist der Konjunkturmotor der Europäischen Union (EU). In diesem Land läuft der Aufschwung so hervorragend, dass alle davon profitieren. Man spürt förmlich die Energie die von diesen Worten ausgeht. Es gibt da nur ein winziges Problem und zwar, wo diese Worte immer wieder herkommen. In der Regel sind es die Regierenden, die solche Sachverhalte über die Medien verbreiten und man muss sich natürlich fragen, ob hier tatsächliche Fakten verbreitet werden oder nur leere Worthülsen, die am Ende des Tages einfach nur zeigen sollen, wie gut die Politik ihre Arbeit macht? Es gibt aber noch weitere Bereiche aus dem man häufig traumhafte Nachrichten hört und dies sind die verschiedensten Wirtschaftsbereiche. Auch hier stellt sich die Frage, ob es um realistische Darstellungen geht oder ob man hier nur nach Rechtfertigungen für unvorstellbare Managergehälter sucht? Woher all die Fragen kommen? Ganz einfach, die hier angesprochenen Aussagen aus der Politik und der Wirtschaft stimmen mit dem, was man im Land erlebt, einfach nicht überein, also gilt es einmal zu recherchieren, woher genau dieser Unterschied kommt. Es geht hierbei im Schwerpunkt um Deutschland, auch wenn man die Grundtendenz weit über die Landesgrenzen hinaus anwenden kann, denn man erkennt auch so etwas, wie ein klares Gesamtsystem.

Ein Siegertyp
Als einer der Siegertypen, wenn es um die deutsche Wirtschaft geht, wird immer wieder gerne Josef Ackermann benannt. Er wird immer wieder ins Feld geführt, wenn es um großartige Leistungen im Bereich deutscher Unternehmen geht. Wie groß sein Machteinfluss ist, lässt sich auch daran ablesen, dass er ganz eng mit dem politischen Berlin verbunden ist, was sich zum Beispiel daran zeigt, dass er im Kanzleramt der Bundeskanzlerin, Angela Merkel (CDU), auch schon einmal seinen Geburtstag feiert. Man kann es aber auch alles ganz anders sehen. Denn er ist natürlich auch der Beweis dafür, wie eng die Verflechtungen zwischen Wirtschaft und Politik auch in Deutschland sind und dies darf man durchaus auch als etwas sehr Negatives einstufen. In Frage gestellt wird im Kontext mit dem Konzern, welchem er vorsitzt, aber noch viel mehr und zwar weltweit auch immer häufiger von Staatsanwälten und hier gehen die Vorwürfe bis in den Bereich des Betrugs. Wenn er nun gerade erst einräumen musste, seine geschäftlichen Ziele in diesem Jahr zu verfehlen, ist dies schon fast nur noch eine kleine Nebenschlagzeile. Man erkennt deutlich, wie schnell ein solcher Siegertyp ganz anders aussehen kann und da stellt sich natürlich ganz allgemein die Frage, wie viel von dem, was man aktuell in der Wirtschaft sieht, tatsächlich etwas Positives ist und wie viel einfach nur eine gute Show ist? Was ist in der heutigen Wirtschaft und natürlich ganz besonders in der Finanzwelt noch real?

Es gibt im Kontext der Deutschen Bank und Josef Ackermann aber noch eine bemerkenswerte Zahl. Schaut man sich den Börsenwert dieser deutschen Vorzeigebank von September 2008 bis zum Anfang Oktober diesen Jahres an, stellt man fest, dass sich der Wert in diesem Zeitfenster, um mehr als die Hälfte abgesenkt hat. Eines der Juwelen deutschen Aktienwesens in gut drei Jahren im Börsenwert zu halbieren, ist eine Leistung, die direkt wieder eine weitere Frage aufwirft und zwar die nach der Rechtfertigung der Gehälter die auf der Ebene eines Josef Ackermanns bezahlt werden. Jeder Mittelständler, jeder Kleinunternehmer in Deutschland der in einer solchen Zeitspanne den Unternehmenswert halbiert hätte, hätte wohl im besten Fall viele schlaflose Nächte. Man kann allerdings nicht sagen, dass ein Herr Ackermann unausgeschlafen wirken würde. Auch hier erkennt man schon sehr deutlich, wie relativ es mit den deutschen Erfolgsgeschichten so ist. Nun nehmen gerade auch die etablierten Massenmedien Menschen, wie zum Beispiel auch Josef Ackermann, gerne in Schutz und weisen direkt auf die Weltwirtschaftskrise, auf die Pleite von Lehman Bros. und ähnliche Faktoren aus diesem Zeitfenster hin. Man muss aber festhalten, dass all dies Faktoren sind, die für alle Marktteilnehmer gelten und der nächste Punkt ist, dass auch die Deutsche Bank nicht nur ein Rädchen, sondern schon ein ausgewachsenes Rad in diesem gesamten, für die Krise verantwortlichen, System ist. Es fällt einem doch sehr schwer in diesem Fall eine Opferrolle anzuerkennen.

Erfolge feiert man schon lange nicht mehr in Deutschland
Nun ging es in dem gerade genannten Beispiel natürlich nur um einen Bereich der Wirtschaft, eben um die Finanzmärkte, die allerdings auch in der aktuellen Phase der Weltwirtschaftskrise, die noch immer so viele Menschen direkt in die Armut schickt, eine ganz besondere und vor allem große Rolle spielen. Aber die Wirtschaft besteht eben nicht nur aus der Finanzwelt, auch wenn man in diesen Tagen schon einmal das Gefühl bekommen könnte, dass dem genau so sei. Nehmen wir die Automobilindustrie und hier stellt man fest, dass es auch vielen deutschen Konzernen richtig gut geht, denn sie verlagern ihre Produktion immer mehr dorthin, wo auch die Absatzmärkte sind. Martin Winterkorn, der übrigens in der Liste der Topverdiener ganz in der Nähe von Josef Ackermann zu finden ist, hat gerade erst verlauten lassen, Milliardensummen in Brasilien zu investieren, wo VW nun auch schon seit Jahrzehnten aktiv ist und im Automobilbereich der größte Arbeitgeber ist. Wenn man von der Automobilbranche spricht, ist man natürlich auch ganz schnell beim Thema China, wo deutsche Automobilhersteller auch immer mehr punkten. Dies sind natürlich große Erfolge deutscher Unternehmen, die unbestritten sind. Als genauso unumstritten sollte man dann nur auch den Fakt hinnehmen, dass man all dies Erfolge immer seltener in Deutschland feiert und sie gerade auch im Kontext der Binnenkonjunktur nicht wirklich Anlass für große Freudenfest in Deutschland sind. Man erkennt an diesen Zeilen deutlich, wie relativ die Sache mit den Erfolgsgeschichten aus Deutschland zu sehen ist und die Probleme gehen gerade erst richtig los.

Erst vor einigen Tagen warnte der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vor einer weiteren Bankenkrise und ist mit dieser Warnung auch nicht wirklich alleine. Dies ist wieder einer dieser Beweise, dass die Weltwirtschaftskrise noch immer mit voller Wucht tobt und dies ist auch genau einer dieser Punkte, dem die Politik immer wieder widerspricht. Spätestens seit 911, also seit nun mehr über einem Jahrzehnt, ist eine gewisse Bewegung in der Weltwirtschaft zu spüren, die in die aktuelle Krise, die mit dem Untergang der Lehman Bros. begann, führte und man kann nicht behaupten, dass all dies so gut an Deutschland vorbei gegangen ist, wie es von den Machthabenden immer wieder propagiert wird. Scheinbar hat man Quelle und die ganzen anderen großen, renommiertem Unternehmen, die schon allein die erste Welle nicht überlebt haben, schon wieder vergessen und Unternehmen, wie zum Beispiel Karstadt, sind bis zum heutigen Tage auch noch nicht wirklich nachhaltig gerettet worden. Über die stetig anwachsende Armut im Land, in dessen Kontext es sogar schon eine Rüge der Vereinten Nationen gab und den auch am deutschen Arbeitsmarkt immer massiver werdenden Druck, möchte man eigentlich so oder so am liebsten gar nicht berichten. Die etablierten Massenmedien folgen doch in der Regel lieber den, über die Kanäle die am Anfang des Artikels bereits erwähnt wurden, verbreiteten deutschen Erfolgsgeschichten, mögen sie auch noch so realitätsfern sein. In der Gesamtheit sieht es in Deutschland nicht im Ansatz so gut aus, wie es oftmals verbreitet wird und man darf gar nicht daran denken, was mit diesem Land wohl geschieht, wenn die Kosten der Eurokrise hier erst einmal mit voller Wucht ankommen.


Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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