Der Wahn hat einen Namen und regiert die USA
29. September 2011
Aus den USA kam in diesen Tagen massive Kritik am Umgang der Europäer mit dem aktuellsten Teil der Weltwirtschaftskrise. Es ist außerordentlich spannend, dass Kritik gerade von dort kommt, ist man doch faktisch schon längst im Bankrott angelangt. Jetzt hat die Welt angeblich Angst vor Europa, weil es um die Finanzen hier so schlecht bestellt sei. Ein guter Punkt um zu sagen, zurück auf Start. Wo begann die Weltwirtschaftskrise noch gleich? Wer hat der Welt den globalisierten Raubtierkapitalismus gebracht? Wo musste man auch in diesem Monat wieder massiv tricksen, um den längst eingetretenen Staatsbankrott nicht endgültig verkünden zu müssen? Dies sind nur einige Fragen in diesem Kontext und die Antwort lautet immer wieder USA. Natürlich ist klar, dass man hier puren US-Wahlkampf erlebt, denn Barack Obama, der amtierende Präsident, hat massive Probleme im eigenen Land, von denen hier versucht wird abzulenken. All dies entschuldigt so etwas aber nicht im Ansatz. Die Vermutungen, dass Barack Obama kein Stück besser ist, als sein Amtsvorgänger George W. Bush, hatten sich ganz schnell bestätigt und dies ist nicht nur auf die Gewaltbereitschaft der USA, wo auch immer auf dieser Welt sie neue Kriege anzetteln, zu beziehen, auch ökonomische hat Obama auf der ganze Linie versagt. Eines ist aber auf beiden Seiten des großen Teichs tatsächlich sehr ähnlich und zwar der Mangel an Bereitschaft endlich dieses gescheiterte System zu Grabe zu tragen.
Ohne Chance auf Erfolg
Bleiben wir erst einmal noch etwas in Europa. Hier gibt es schon lange keine guten Zahlen mehr für irgendwas. Man erfreut sich an Prognosen, die dann später nach unten korrigiert werden müssen, weil sich die Situation angeblich ganz überraschend verändert hat. Man erfreut sich an positiven Arbeitslosenzahlen, von denen mittlerweile auch eigentlich jeder wissen müsste, wie massiv hier getrickst wird und selbst wenn man sich Beschäftigungsquoten anschaut, sagen diese noch nichts darüber aus, wie gut es den Menschen im Land geht. Man muss sich einmal fragen, was angenehmer ist, in der Armut zu versinken und Arbeit zu haben oder gleichgelagerte Probleme ohne Arbeit zu haben. Man sieht deutlich, Deutschland und natürlich auch der Rest Europas haben massive Probleme und trotzdem tut die Politik so, als sei dies alles noch nicht so schlimm. Das bekannteste Problem ist die massive Krise in Griechenland aber es geht weiter, da ist Italien, Spanien, Portugal, eine Liste die immer länger wird. Wenn man hier nach Auslösern sucht, fällt einem schnell etwas auf, es sind immer wieder die großen Ratingagenturen, die auch für große Schwierigkeiten in den europäischen Staatshaushalten sorgen und nun ist man kaum überrascht zu erfahren, dass so gut wie alle in den USA sitzen. Dies bedeutet, ein sehr großer Teil der europäischen Krise ist in den USA, dem Auslöserland all dessen, zu suchen. Da kann man es schon als Wahnsinn bezeichnen, wenn nun genau von dort, so massive Kritik kommt.
Barack Obama wurde auch in Deutschland groß gefeiert, nun ist es still geworden, blieben doch all die vorhergesagten Erfolge aus. Es wäre wichtig gewesen, dass sich das System komplett wandelt, denn das System, welches die Europäer fatalerweise von den Amerikanern übernommen haben, ist gescheitert und ohne Chance auf jeden Erfolg. Man kann nun den Europäern einen klaren Vorwurf machen und zwar, dass man eine Union geschaffen hat, um ein wirtschaftliches Gegengewicht unter anderem zu den USA zu schaffen aber alles was es gibt, ist eine Europäische Union (EU) die ihre Bürger bevormundet, ohne dass diese auch nur im Ansatz demokratische Möglichkeiten hätten diese Politik mitzugestalten. Dies ist übrigens ein Indiz dafür, dass der Begriff von Demokratie in Europa doch nur mit großen Zweifeln verwendet werden kann. Aber zurück zur Wirtschaft. In den USA versucht man schon lange einfach nur Geld zu drucken, um die Märkte irgendwie künstlich am Leben zu halten, dieser Weg hat bislang nicht funktioniert und wird auch weiterhin nicht funktionieren, führt aber am Ende des Tages zu einem riesigen Knall. Dies sind Fakten, die man in Europa und natürlich vor allem auch im politischen Berlin genau berücksichtigen sollte, wenn man über die aktuelle Finanzpolitik debattiert. Schaut man sich allerdings die aktuelle Finanzmarktsituation in Europa an, scheint man hier auch wieder einmal blind dem Weg der USA folgen zu wollen, auch wenn dieser direkt in die Hölle führt.
Ein Leben nach 2012?
Nun ist immer wieder der Weltuntergang im nächsten Jahr ein Thema und es scheint so, als würde manch einer förmlich darauf bauen, dass dieser Eintritt. Man muss natürlich auch sagen, dass die Welt eigentlich spätestens schon zur Jahrtausendwende untergegangen sein sollte, denn auch damals ging es in genau dieser Form, auch schon um dieses Szenario. Nun weiß man, dass der Übergang in das neue Jahrtausend ganz reibungslos funktioniert hat und fragt sich, sollte es diesmal wieder ähnlich gut verlaufen, wie es dann weitergehen soll? Schaut man sich die aktuelle Regierung in Deutschland unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an, stellt man vor allem fest, dass es kaum Substanz gibt, die das Land oder Europa in der Sache weiterbringen würde. Die Industrie, vertreten durch den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), forderte gerade erst, die Sanierung der Staatshaushalte. Dies bedeutet dann wohl noch mehr Belastungen oder wie man es so schön nennt Eigenverantwortung, während das Kapital auch weiterhin lustig und munter durch die Wirtschaft, und hier vor allem durch die Finanzwelt, abgezogen wird. Hier sieht man übrigens sehr schön, wo das ganze Kapital, welches angeblich vernichtet wird, tatsächlich hinverschoben wird. Der BDI-Chef Hans-Peter Keitel, der einen rein optisch schon einmal massiv an einen jungen Helmut Kohl (CDU) erinnern kann, hatte schon vor längerer Zeit deutlich gemacht, wie er eine Beteiligung der Profiteure dieses Systems an der Sanierung der Staatshaushalte sieht. Er schließt eine Reichensteuer aus, was auch wieder sehr viel aussagt und erklärt.
Über den Koalitionspartner der Union in der Bundesregierung kann man im Moment auch nicht viel sagen, da dort scheinbar alle Kräfte damit gebündelt sind, irgendwie die Auflösung der FDP zu verhindern. Aus der Opposition kommen wunderbare Vorschläge, wie man die Krise in den Griff bekommen kann. Der Nachteil ist nur, dass sie so aufgebaut sind, dass es den Anschein hat, dass sie nur einer Machtübernahme dienen sollen und danach wahrscheinlich durch eine überraschende, nicht absehbare Wendung so verändert werden müssen, dass es für den Bürger genauso aussieht, wie unter der aktuellen Regierung. Womit wir wieder in den USA wären, denn auch hier hat sich seitdem Amtsantritt von Barack Obama gezeigt, wer das Land tatsächlich regiert und dies ist die Wirtschaft. In einer Demokratie sollte allerdings das Volk, die Mehrheiten die Politik bestimmen und nicht eine Minderheit von Menschen, deren Profitgier einfach nicht zu bändigen ist. Barack Obama hat bewiesen, dass er entweder nicht der Staatsmann war, für den man ihn im Vorfeld, auch in Deutschland, verkauft hat oder er einfach nicht die Macht besitzt sich für die Bürger und gegen die Wirtschaft einzusetzen. So lange sich dieser Zustand zwischen Washington D.C. und Berlin nicht ändert, bleibt alles wie bisher und dies bedeutet immer weiter ansteigende Armut und die damit verbundene Spaltung der Gesellschaft und damit immer mehr Instabilität, was natürlich auch wieder für ganz Europa gilt und wie gereizt die Stimmung schon seit langem auch auf diesem Kontinent ist, zeigen die Bilder von Straßenschlachten, die einen aus den verschiedensten Ecken Europas erreichen und immer häufiger, als bürgerkriegsähnliche Zustände benannt werden müssen. Man erkennt deutlich, wieweit der Wahn schon vorangeschritten ist.
Kategorie: Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft































Bis jetzt ohne Kommentar ↓
Bisher noch ohne Kommentar - Fang an und sag Deine Meinung
Schreib was dazu