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Die Wahrheit des Wortes

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Der US-Wahlkampf in der Türkei

16. Oktober 2012

Beim Friedensnobelpreis gibt es seitdem Wochenende wohl keine Überraschungen mehr, was die Tatsache, dass Barack Obama diese Auszeichnung auch hat, schon wieder ein wenig relativiert hat. Da fallen die geopolitischen Spielchen, die die USA auch weiterhin in der arabischen Welt spielen, wohl auch nicht mehr ins Gewicht und genau dies könnte ein fataler Fehler sein. Jüngst holten zwei türkische F-16-Jäger eine Passagiermaschine, die aus Moskau kam, vom Himmel und zwangen sie in Ankara zu landen. Ganz offensichtlich fand man aber nicht das, was man finden wollte und womit man diese Aktion rechtfertigte, was den Konflikt zwischen der Türkei und dem Nachbarland Syrien, wo die Maschine eigentlich landen wollte, was sie im Übrigen später auch tat, weiter anfachte. Den Tipp zur Fracht, die es so wohl nicht gab, kam mutmaßlich von der CIA. Komisch nur, dass, wenn es um solche Konflikte und blutige Kriege geht, die Fäden immer wieder in die USA laufen und damit nun schon seit langer Zeit zum Schreibtisch von Obama. Auch interessant ist es zu sehen, wie sich Konflikte zuspitzen, desto näher der Wahltermin in den USA rückt. So kommt man zur Frage, ob man hier eine ganz besondere Ebene des US-Wahlkampfs erleben muss.

Mehr als ein Flächenbrand
Allein schon ohne eine direkte Beteiligung der Türkei im Konflikt, der ganz schnell über die Grenzen Syriens hinausgehen könnte, sprechen sehr viele Menschen jetzt schon von der Möglichkeit eines unkalkulierbaren Flächenbrands. Noch vor dem Zwischenfall mit der Passagiermaschine, als Granaten aus Syrien auf türkisches Staatsgebiet fielen, warnten Experten im deutschen Staatsfernsehen vor der Gefahr eines Dritten Weltkriegs. Man fühlte sich gleich wieder an die schlimmsten Zeiten des Kalten Krieges erinnert und wieder spielen die USA eine Schlüsselrolle. Natürlich kann man all dies nicht nur Barack Obama anhängen, es zeigt aber auch, dass er nur ein ganz normaler US-Präsident ist, was für den Rest der Welt nichts Gutes bedeutet, vor allem nicht, wenn dieses Land eigentlich schon längst in der Pleite angelangt ist. Obama hat innenpolitische kaum etwas geschafft, da käme jetzt eine außenpolitische Ablenkung gerade sehr passend. Außerdem muss man immer berücksichtigen, dass Krieg, von der Produktion der Waffen über den Handel mit ihnen bis hin zu den geopolitischen Machtspielchen, für die USA meistens immer einen guten Ausweg darstellen. Das es in diesem Konflikt ganz schnell mehr als eine Flächenbrand geben dürfte, wird für die USA, wie so oft in der Geschichte, wahrscheinlich eher ein untergeordnetes Problem darstellen, wenn überhaupt.

Die mit dem Feuerzeug
Wo es nur geht löschen die USA, wenn es brennt. Ganz der Weltpolizist eben, der überall für Recht und Ordnung sorgt, natürlich ganz im amerikanischen Sinn. Bei genauerer Betrachtung der großen Kriege und Konflikte, und hier vor allem in der jüngeren Vergangenheit, ist auffällig, dass die USA meist federführend daran beteiligt waren, die Brände vorher zu legen. Im besten Fall waren sie es mit dem Feuerzeug. Mit Afghanistan schuf man sich den Gegner, der nun schon seit über einem Jahrzehnt die gesamte westliche Welt in Atem hält. Wenn es zu ruhig werden sollte, verbrennt man einfach den Koran oder uriniert auf die Leichen seiner Gegner. Den Irak überfiel man auf Basis einer plumpen Lüge, die nicht sonderlich lange hielt und auch im arabischen Frühling sind viele Dinge im Kontext der Rolle der USA noch nicht geklärt. Diese Weltherrschaftsfantasien sind mehr als beängstigend, gerade auch, da die USA gerne andere mit ins Boot holen, die dann ohne direktes verschulden, ähnliche Probleme bekommen. Man darf also noch gespannt sein, was sich bis zum Urnengang in den USA noch alles tut, wobei man eher beängstigt sein sollte, schaut man sich die aktuellen Entwicklungen an. Noch schlimmer ist natürlich der Fakt, dass sich an diesem Weg auch nach der Wahl nichts verändern wird und dies völlig unabhängig davon, wer diese gewinnt.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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