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Die Wahrheit des Wortes

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Der Sport, der Turbokapitalismus und die Moral

15. Juli 2008

Es sind noch gut drei Wochen bis die Olympischen Spiele in Peking beginnen. Die Fußballeuropameisterschaft beendete die deutsche Nationalmannschaft vor über zwei Wochen als Vizeeuropameister hinter den Spaniern. Dies sind nur die größten Indikatoren dafür, dass es ein Jahr des Sports werden wird. Aber wo steht der Sport zu Zeiten des globalen Turbokapitalismus. Es gibt klare Faktoren von der Euro 2008 in Österreich und der Schweiz über die Tour de France bis zu den Olympischen Spielen in Peking die belegen, dass Sport zu einem großen Teil nur noch der Vermarktung diverser, mehr oder minder sportspezifischer Waren und Dienstleistungen dient. Das erschreckende bei vielen dieser neuen Vermarktungsstrategien ist der völlige Mangel an Moral.

Die Freiheit in der globalisierten Welt

Gute Produkte in einem guten Umfeld, heißt die Devise. Als erstes großes sportliches Highlight dieses Jahres ist wohl die Euro 2008 in Österreich und der Schweiz anzusehen. Als erstes denkt man in diesem Kontext natürlich an die Vermarktung der großen Sportartikelhersteller. Dies wäre natürlich auch noch ein Geschäftsfeld, welches danach schreit in diesem Kontext beworben zu werden. Aber es geht noch weiter. Softdrinks, Fastfoodketten, Kreditkartenanbieter die Spannbreite der in die Vermarktung einbezogenen Geschäftsfelder ist unendlich. Man mag natürlich meinen, dass auch die Verknüpfungspunkte unendlich sind. Denn schließlich muss man während eines Spiels etwas trinken, nachdem Spiel noch irgendetwas essen und bezahlen muss man das alles auch noch irgendwie. Hier findet, genau wie Geowirtschaftlich gesehen, eine Globalisierung im Bereich der Geschäftsfelder bzw. der Produkte statt.

Über die fortschreitende Globalisierung in diesem Kontext kann man nun denken wie man mag. Die Art wie sie an den Mann bzw. die Frau gebracht wird ist das was einen bedenklich stimmen sollte. Früher war es noch üblich sich seine eigene Verpflegung mitzunehmen. Heutzutage ist dies oft nicht mehr möglich und das vielfach unter dem Aspekt von irgendwelchen Sicherheitsrichtlinien, die oftmals mehr als vorgeschoben wirken Dies bedeutet zum Beispiel, man darf vielfach in Sportstätte keine eigenen Getränke mehr einführen, darf sie aber gerne vor Ort erwerben. So lassen sich Märkte aufbauen. Es gibt Geschäftsfelder, die immer größer werden, wo Verträge nur noch mit Kreditkarte möglich sind. Wenn man aus persönlichen Gründen keine Kreditkarte haben möchte, ist man von diesen Märkten ausgeschlossen bzw. genötigt sich eine Kreditkarte, gegen den eigenen Willen, zuzulegen. Freiheit sieht irgendwie anders aus.

Einnahmen sind wichtiger als Moral

Das schlimmste an diesen Faktoren, gerade auch im Kontext zum Sport, ist die Verlogenheit und der Mangel an Moral der sich ergibt. Da werden Nachrichten, also Fakten zu einem Großereignis, wie der Euro 2008, gerne Mal unter den Teppich gekehrt, denn natürlich passen Hooligans nicht in die saubere Verkaufsstrategie der Weltkonzerne. Nehmen wir die Dopingvorfälle im Bereich des Radsports, die Fernsehsender die die Übertragungsrechte haben tricksen wo es nur geht, um live dabei bleiben zu können. Eigentlich hätte mit der Übertragung nach der Skandaltour im letzten Jahr schon Schluss sein sollen. Dank des strategisch cleveren Schachzugs einige Umbenennung etc. vorzunehmen, geht es auch in diesem Jahr munter weiter, als wäre fast nichts gewesen. Es sei nur am Rande angemerkt, dass es auch dieses Jahr schon wieder einen Dopingfall gab. Dies alles scheint aber in Zeiten wo Werbeeinnahmen das Geschäft bestimmen und diese nun ein Mal von Quoten abhängig sind, nicht wirklich zu interessieren.

Eines der schönsten Beispiele wie man mit alldem umgeht sind natürlich die Olympischen Sommerspiele in Peking. Gestern noch fand südlich von Berlin im Olympischen Leistungszentrum in Kienbaum, ein großes Grillfest der Protagonisten der nächsten Wochen statt. Auch hier äußerte sich der Vize-Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) Thomas Bach zur Wichtigkeit der Moral. Wenn man sich das Verhalten deutscher, wie aber auch internationaler Sportfunktionäre im Kontext zu diesen Olympischen Spielen in China anschaut, muss einem der Begriff Moral einfach nur noch zynisch vorkommen. Natürlich darf es keinen Boykott der Spiele geben, denn der Verlust an Quote, der Verlust an Werbeplätzen würde die Ausstatter und sonstigen beteiligten Weltkonzerne Milliarden kosten und dies bliebe nicht ohne Folgen für den IOC und natürlich auch die Sportler. Also schweigt man lieber zu dem was die chinesische Führung von Tibet über Myanmar bis in den Sudan treibt und nimmt mit was man kriegen kann. Moral? Fehlanzeige!

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Kategorie: Europa · Free Tibet · Gesellschaft · Medien · Politik · Sport · Wirtschaft

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