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Die Wahrheit des Wortes

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Der Pflegealarm

4. November 2010

Deutschland hat ein weiteres, riesiges Problem, welches wieder einmal aufzeigt, dass nicht nur die aktuelle Politik zu wünschen übrig lässt. In dieser Woche wurde bekannt, dass der Bereich der Pflege kurz vor dem Kollaps steht, da 11.000 Stellen nicht besetzt sind und hier bei geht es gar nicht einmal so sehr, um den oft zitierten Fachkräftemangel im klassischen Sinn, sondern viel mehr umso etwas, wie eine Flucht aus einer ganzen Branche, denn die Bedingungen in diesen Berufen sind so schlecht, dass immer weniger Menschen diesen Job überhaupt noch machen wollen, was auch erklärt, warum so viele diesen Bereich frühzeitig verlassen und auch ein großer Anteil es physisch, wie psychisch nicht lange durchhält. Auf Grund verschiedener Faktoren werden die Mensch aber immer älter und somit steigt auch der Anteil derer, die pflegebedürftig sind immer stärker an. Hier sprechen wir von Fakten, die schon seit Jahrzehnten bekannt sind, was die Frage aufwirft, warum die Politik nicht schon viel früher begonnen hat nach passenden Antworten zu suchen bzw. dies auch aktuell nicht geschieht.

Die üblichen Finanzprobleme?
Man muss auch hier wieder die Milliarden ansprechen, die gerade erst in den Finanzmarkt gepumpt wurden aber es gibt im Verlauf der letzten Jahrzehnte, natürlich auch noch unzählige andere Beispiele, die die Frage zu lassen, wie wichtig Deutschland ihre Senioren eigentlich sind. Sprechen wir von den heutigen Senioren, sind dies die Generationen, die Deutschland nachdem Zweiten Krieg mit ihrem Fleiß und Können nach oben gebracht haben und für diese Menschen soll jetzt kein Geld mehr da sein? Eine Motivation sich aktuell für ein Land zu engagieren, ist dies für die Senioren von Morgen und Übermorgen natürlich auch nicht. Die Politik muss begreifen, dass sich ihr Umgang mit den heutigen Senioren auch auf die heutigen Arbeitnehmer auswirkt. Man hätte vor Jahrzehnte beginnen können, die Wichtigkeit der Pflegeberufe zu erkennen und darauf hinwirken können, dass eine solche Berufsgruppe auch gerade finanziell so da steht, dass es ausreichend Anreize gibt diesen Berufen nachzugehen. Denn auch dieser, immer wichtiger werdende Teil der Arbeitswelt ist ein Bestandteil des aktuellen Systemwechsels.

Das es keinen Sinn macht völlig unkontrolliert Gelder in einen solchen Bereich zu schießen, die dann über irgendwelche neuen Beiträge auch gedeckt werden müssen, sollte man aus dem Gesundheitswesen kennen, denn hier treten die gleichen Effekte auch immer wieder auf. Desto mehr Geld hineinfließt, desto mehr steigen, wie durch Zauberhand, auch die Kosten auf der anderen Seite an. Dies aber selten dadurch, dass die Menschen mehr verdienen, sondern zum Beispiel dadurch, dass auch dieser Bereich immer mehr den raubtierkapitalistischen Regeln unserer heutigen Zeit unterliegt und dies darf weder im Gesundheitswesen, noch in der Altenpflege der Fall sein. Das dem aber genauso ist und dies auch von der aktuellen Bundesregierung mindestens toleriert wird, ist auch wieder ein Beispiel dafür, warum man in Deutschland eigentlich schon seit längerer Zeit nicht mehr von einem Sozialstaat sprechen kann. Der Staat muss natürlich auch im Bereich der Pflege seiner Fürsorgepflicht gegenüber seinen Bürgern gerecht werden und auch an dieser Stelle, wie natürlich auch an vielen anderen, kann er dies immer weniger leisten. Somit ist es umso wichtiger, auch hier die Finanzprobleme nachhaltig zu lösen.

Generationengerechtigkeit?
Der zu Beginn des Artikels erwähnte, kurz bevorstehen, Kollaps, dieses so wichtigen Bereichs, lässt natürlich nicht positiv in eine Zukunft mit immer mehr älteren Menschen blicken. Es kann auch nicht sein, dass der Staat immer stärker versucht, und dies gilt auch vor allem für den finanziellen Bereich, die Verwandtschaft in die Verantwortung zu nehmen oder aber man müsste es ganz anders lösen und völlig neue Modelle etablieren. Es kann aber nicht sein, dass in der heutigen Zeit Arbeitnehmer immer mehr für die Pflege berappen müssen, die zu Pflegenden in der heutigen Zeit immer schlechter da stehen und man für die Zukunft noch nicht im Ansatz eine Lösung hat, dies ist dann nur an dem Punkt gerecht, dass es allen gegenüber ungerecht ist. Man muss sich auch überlegen, dass an dieser Stelle auch noch die Problematik der auch stetig anwachsenden Altersarmut eine Rolle spielt und auch in diesem Bereich sollte man sich einfach einmal auf den Strassen der Republik umsehen und wird sehen, wie viele Senioren heute schon Leergutsammeln, um über die Runden zu kommen.

Auch die Fakten, die in diesem Artikel auf den Tisch kommen, sind Teile eines Deutschlands, welches mit dem, was die Politiker versuchen zu suggerieren, nicht im Ansatz etwas zu tun hat. Auch hier gilt es das große Ganze zu sehen und auch hier wird wieder deutlich, dass es noch lange nicht alles sein kann, dass es der Wirtschaft ein klein wenig besser geht. Vor allem dann nicht, wenn immer wieder die breite Masse der Bevölkerung leer ausgeht. Gerade junge Menschen sollten sich mit diesen Problemen viel mehr auseinandersetzen, denn auch sie wird diese Problematik irgendwann einmal treffen, dann allerdings noch viel härter, als es jetzt schon der Fall ist, denn in diesem Bereich kann man mit ruhigem Gewissen jetzt schon sagen, dass es in der Zukunft noch viel, viel härter werden wird. Das die Veränderung die sich hier nun abzeichnet, eine sehr massive ist und man durchaus von einer Mammutaufgabe sprechen kann, ist kein Zufall und sollte auch niemanden überraschen und die Verantwortlichen sind schnell ausgemacht, schließlich gibt es nur zwei große Volksparteien und ihre Juniorpartner, die in Deutschland in den letzten Jahrzehnten Politik gemacht haben und damit die aktuelle Situation verschuldet haben.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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