fairschreiben

Die Wahrheit des Wortes

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Der Patient Welt

16. Juni 2010

Alle Welt, und dies ist wörtlich zu nehmen, spricht von der Krise und letztendlich sind auch die Gründe dieser durchaus bekannt. Trotz dieser Erkenntnis stellt es sich aber im Moment so dar, dass sich nichts verändert. Da muss die Frage erlaubt sein, warum sich nichts verändert und vermutlich ist die Antwort relativ simpel. Es geht den meisten Menschen noch immer viel zu gut und sie meinen, dass sie im einzelnen nicht betroffen sein werden. Das Problem ist, dass nur die breite Masse die Möglichkeit hat dieses System grundlegend zu erneuern. Die vermeintlichen Elite und Experten in diesem Land werden von sich alleine, ohne Druck von außen, gar nichts tun. Warum sollten sie auch, denn so lange weiter fleißig konsumiert wird, als würde es kein Morgen geben, füllen sich ihre Kassen immer weiter und so lange dies der Fall ist, haben sie natürlich nicht den Funken einer Idee, warum sie etwas anders machen sollten. Da die alten Regeln die hier regulierend greifen könnten über Bord gegangen sind, muss man nach neuen Wegen suchen.

Hauptsache billig
Dieses globalisierte, raubtierkapitalistische System kennt nun einmal keine Grundsätze, wie zum Beispiel Ethik und Moral, es kennt nur den Grundsatz der totalen Gewinnmaximierung und das Problem ist, dass die Menschheit es mitträgt. Dieses kranke System wäre heilbar, es setzt nur voraus, dass die Menschen aus ihrer Lethargie erwachen und nicht jeden Tag ihr reales Leben verdrängen. Man geht in den Discounter und hat alles was man zum Leben braucht, dass hier vieles sprichwörtlich billig ist, scheint nur wenige zu interessieren, man folgt blind dem Konsumterror. Die Folge ist, dass die Produzenten immer größere Probleme bekommen bei steigenden Kosten auf diesem Niveau mitzuhalten und irgendwer auf dieser Welt schafft es immer noch etwas preiswerter zu sein. Somit verlagert sich sehr viel gen Osten, was hier zu Arbeitslosigkeit und Armut führt. Man darf nun aber nicht den Fehler machen und denken dies wäre im Ansatz eine gerechte Sache, denn somit ginge es nun dem Osten besser, denn dies stimmt nur bedingt.

Es geht den Protagonisten dieses menschenverachtenden System nicht darum irgendwem, außer sich selbst etwas Gutes zu tun. Das Ziel ist einzig und allein den Profit zu erhöhen. In vielen Bereichen sind nun schon lange Tiefen erreicht, die auf dieser Welt kaum noch zu unterbieten sind, womit sich ein Grund für den weltweiten Kollaps des Systems zeigt. Man hat in vielen Bereichen den Bodensatz, den Abgrund erreicht. Nun beginnt man mit Nichts Geld zu verdienen, wofür ungedeckte Leerverkäufe nur ein, wenn auch ein sehr treffendes, Beispiel sind. Da man aber nicht wirklich mit Nichts Geld verdienen kann, muss das Kapital nun von anderer Seite her geliefert werden und diese Aufgabe übernimmt im Moment in weiten Teilen der Welt die Politik, also die Staaten. Da aber auch hier durch das politische Missmanagement vergangener Jahre und Jahrzehnte keine großen Reserven mehr sind, muss auch an dieser Stelle überlegt werden, wo man das Kapital her bezieht und hier bedient man sich natürlich wieder dem vermeintlich schwächsten Glied in der Kette, dem Bürger und Steuerzahler.

Die Kraft nutzen
Der Einzelne fühlt sich in diesem System nun schwach und machtlos und genau dies ist einer der Punkte auf denen dieses System basiert. Die Menschen vergessen, dass sie durch ihre Masse allein schon eine sehr große Macht besitzen, sie müssen nur aufwachen. Es ist wichtig, dass sie aus ihrem medialen Dornröschenschlaf erwachen, ein kollektives Verhalten zeigen und so in breiter, weltweiter Front Zeichen gegen dieses System setzen und hier gibt es natürlich ein großes Portfolio an Aktionen. Nun ist es in unserer heutigen Zeit nun einmal so, dass doch große Teile der Menschheit dank dem Internet vernetzt sind und Zugang zu sehr vielen Informationen haben, diese Chance sollte und muss natürlich genutzt werden, um etwas zu bewegen. Bewegung bedeutet natürlich Kraftaufwand und diesen scheuen natürlich viele Menschen und genau dies ist ein weiterer großer Fehler, denn letztendlich ist der Kraftaufwand für Verdrängung und Unwohlsein noch viel größer. Nicht umsonst steigen Zahlen im Bereich von Burn Out und Depressionen immer weiter an.

Man muss die gesamtheitlichen Kontexte verstehen und sich dann spezifisch an die Abarbeitung der einzelnen Problemfelder machen, nur so wird man zu einer nachhaltigen, positiven Systemveränderung gelangen. Wie gerade auch in Deutschland die jüngste Vergangenheit gezeigt hat, darf man sich hierbei natürlich nicht auf die Wirtschaft und auch nicht mehr auf die Politik verlassen, man sollte sich einfach wieder mehr auf sich selbst konzentrieren und die Chancen nutzen Teil an etwas Großen werden zu können, was dann auch am Ende des Tages zur eigenen Zufriedenheit beiträgt. Die Masse hat die Macht, sie muss sie nur auch nutzen und geschickt einsetzen. Es gilt eine eigene Wirtschaft mit eigenen Dienstleistungen und weiteren neuen Geschäftsideen aufzubauen. Die Stützpfeiler eines freiheitlichen und menschenwürdigen Systems, von Demokratien, die immer mehr zu raubtierkapitalistischen Scheindemokratien werden bis hin zu den Kirchen, deren Probleme auch immer größer werden, kommen immer mehr ins wackeln. Man sollte erwachen und sich solidarisieren bevor einem das Dach auf den Kopf fällt und man wieder in den Trümmern steht.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 3 Kommentare ↓

  • 1 Martina Jäger // 16. Jun 2010 at 06:31

    wenn der mensch den impulsen, wie eifersucht, neid und habgier widerstehen kann, mag das klappen.
    die welt wird meiner meinung nach mit oder ohne mensch sich immer im prozess der anpassung befinden.
    oder ob das nun ein heilungsprozess ist, ist mir nicht klar, von seiten der welt aus.

    als mensch sicherlich, er vermag gut und gerne sein eigenes grab zu schaufeln,
    befindet sich im ewigen kreislauf der wiederkehr, um am ende nichts zu lernen.

    aber wer weiß, vielleicht siegt das bewusstsein.
    dies hier kann ein schritt sein.

    die welt, imbezug zur natur, sie geht ihre wege, unter einfluss, aber bevor diese welt nicht mehr ist, ist der mensch schon lange nicht mehr.

  • 2 nic // 16. Jun 2010 at 12:32

    ich glaube schon, dass sich etwas ändert und wenn man einen wachen blick hat, sieht man immer mehr hoffnungsvolle neuerscheinungen: projekte, die wirklich der entwicklung helfen, discounter die immer mehr bio-produkte anbieten, betriebs-chefs, die ihre mitarbeiter wirklich fördern und ihnen helfen sich gesund zu erhalten, immer mehr autos, die emissionsfreier fahren, immer mehr ärzte, die den wahnsinn nicht mehr mitmachen wollen und es gibt eben auch immer mehr kranke menschen, die alternativen suchen, finden und zu schätzen wissen, die dieses wissen weitergeben und so denke ich wird nach und nach eine erneuerung statt finden. mir persönlich lieber als eine heftige revolution, denn ich wüsste niemand, der nen wirklich guten masterplan für danach hat und in solchen fällen wird es dann oft schlimmer als vorher (zb sturz des schahs mit anschließendem khomeini-regime etc.) also augen auf im alltag, wo sich wandel konstruktiv unterstützen lässt ;) lg

  • 3 Michael // 17. Jun 2010 at 12:44

    “Die Folge ist, dass die Produzenten immer größere Probleme bekommen bei steigenden Kosten auf diesem Niveau mitzuhalten und irgendwer auf dieser Welt schafft es immer noch etwas preiswerter zu sein. Somit verlagert sich sehr viel gen Osten, was hier zu Arbeitslosigkeit und Armut führt. Man darf nun aber nicht den Fehler machen und denken dies wäre im Ansatz eine gerechte Sache, denn somit ginge es nun dem Osten besser, denn dies stimmt nur bedingt.”

    Schon witzig, solche Sätze direkt neben einer McDonalds-Werbung zu lesen ;-) Hat was !!!

    Aber zur Sache. Klar sollte sein, daß es nicht um die Welt geht, sondern nur um den Menschen. Die Welt braucht keinen Menschen um zu überleben, und die Welt als Patienten zu sehen, ist natürlich der falsche Ansatz. Die Welt ist gesund, und selbst wenn es auf der Erde kein Leben mehr gibt, ist für den Kosmos lediglich ein kleines Experiment gescheitert, das da “Leben” heißt, was wahrscheinlich nichtmals zu Kenntnis genommen wird.
    Es kann also letztlich nur darum gehen, daß der Mensch sich sein eigenes Lebensumfeld zerstört. Dem Menschen geht es maximal um den Menschen, und nicht mehr. Okay. Er wird sich aber an die von ihm selbst geschaffenen Lebenskonditionen auch wieder gewöhnen. Wenn man am Golf von Mexiko nicht mehr schwimmen kann, geht man woanders hin oder ins städtische Schwimmbad.
    Das ist kein Zynismus, sondern zeugt letztlich nur davon, daß auch der Mensch, trotz unglaublicher wissenschaftlicher Erkenntnisse und technischer Wunderwerke nichts anderes ist, als das, was er immer war. Ein Tier, wenn auch ein intelligentes (was ja laut Bibel sein Kernproblem ist). Er agiert nach seinen Urinstinkten und fundamentalen Bedürfnissen. Seine wissenschaftlichen Kenntnisse und technischen Errungenschaften setzt er lediglich dazu ein. sie auf hohem Niveau durchzusetzen. Doch der Trieb ist und bleibt der gleiche. Sozialgefüge braucht er nur soweit, wie es in seiner persönlichen Existenz von Nutzen ist.

    Das Ganze kann manaus meiner Sicht nur dadurch ändern, daß man dieses Prinzip einfach mal anerkennt, und nicht mehr den Menschen als das bedeutendste der Geschöpfe ansieht. Ist er nicht. Kein Schaf der Welt ist so doof, die Weiden, die es ernährt, so kahl zu fressen, das nichts mehr nachwächst. Die Demokratie hat den Vorteil, daß es doch ab und an noch Beschlüsse geben kann, die Verstand haben. Wenn der Mensch einmal verstanden hat, daß er nicht die Erde retten muss (Supermann ist auf Hartz4, die Erde braucht ihn nicht mehr) sondern er sich ganz alleine um eine aufgabe kümmern muss: Den Menschen vor sich selber zu retten

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