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Die Wahrheit des Wortes

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Der Papst und der Krieg

20. Juli 2011

Dass die Welt auf heiße Zeiten zugeht, zeigt sich in diesen Tagen immer deutlicher. Deutschland unternimmt scheinbar interessante neue Schritte, um endlich wieder Exportweltmeister zu werden und wenn es auch mit Rüstungsgütern sein mag. Man braucht in diesen Tagen wohl wirklich jeden Cent, schließlich hat man die wohl unlösbare Aufgabe der Eurorettung noch immer vor sich. Die Bundesregierung unter ihrer Chefin, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), versucht gerade Teile Afrikas massiv aufzurüsten, wie es den Anschein hat und das als Chefin einer christlich, liberalen Regierung. Nun würde man denken, dass Papst Benedikt XVI. spätestens an dieser Stelle auf die Barrikaden geht, wenn sein Heimatland die Grundsteine für noch mehr Leid und Tod legt und mit Rüstungsgütern tut man im Regelfall genau dies. Aber auch an dieser so interessante Stelle bleiben tiefgreifende und hilfreiche Kommentare aus. Man erinnert sich noch grau daran, dass sich die Kirchen, gerade auch zu Zeiten des Kalten Krieges, noch für Frieden in der Welt eingesetzt haben, dies geschieht aktuell offensichtlich kaum noch und da muss man natürlich einmal beleuchten, warum dem so sein könnte. Es passt aber auch in das immer wieder kritisierte Bild des Vatikans, denn in allen entscheidenden Fragen kommt einfach viel zu wenig, um nicht zu behaupten im Regelfall gar nichts. Was muss noch passieren, damit die Kirchen, denn es betrifft letztendlich nicht nur die katholische Kirche, ihren gesellschaftlichen Aufgaben wieder ausreichend nachkommen?

Die große und die kleine Gier
Die Welt sortiert sich neu, dies sollte langsam wirklich jeder begriffen haben und die Gründe hierfür sind auch kein größeres Geheimnis. Die westliche Welt, allen voran die USA unter ihrem gescheiterten Präsidenten und ehemaligen Hoffnungsträger Barack Obama, ist Pleite und dies gilt natürlich auch für Europa, wo man dies genauso wenig faktisch einräumen will, wie auf der anderen Seite des großen Teichs. Für Europa gilt, dass die Probleme absehbar waren, scheiterte doch auch schon die Wiedervereinigung in Deutschland ökonomisch und die Menschen müssen bis zum heutigen Tage, zum Beispiel in Form des Solidaritätszuschlags, dafür bezahlen. All dies führt natürlich zu steigender Armut und anderen großen gesellschaftlichen Problemen, denen sich eigentlich auch die Kirchen stellen sollten, genau dies bleibt allerdings im ausreichenden Maße aus. Nun erinnert man sich noch gut daran, welche Euphorie entstand, als der neue Papst aus Deutschland kam. Wir sind Papst! Was dann kam, war eine nie gesehene Problemwelle vor allem im Kontext des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche. Man kann aber nun wirklich nicht behaupten, dass alle Energien hier in der Aufarbeitung gebündelt worden wären, denn Ergebnisse, die dies belegen würden, waren bis jetzt noch nicht sichtbar. Parallel verstärkten sich die angesprochenen ökonomischen Probleme in der Welt und damit natürlich auch die gesellschaftlichen Probleme aber auch hier schwieg man lieber. Auch für die Kirchen und vor allem auch für den Oberhirten Papst Benedikt XVI. gilt natürlich, dass man sich auch durch Schweigen mitschuldig macht und dies scheinen doch auch eine Menge Gläubiger so zu sehen, betrachtet man sich die Austrittswelle mit der man nun schon so lange zu kämpfen hat.

Die meisten ökonomischen Probleme der heutigen Zeit entstehen durch die unendlich große Gier nach Macht und immer mehr Geld einer kleinen vermeintlichen Elite aber natürlich auch durch die kleine Gier, die sich in der Breite der Gesellschaft auch immer mehr ausgebreitet hat. Natürlich spielt hierbei der riesige Konsumterror der letzten Jahre und Jahrzehnte auch eine große Rolle aber dies kann nun wirklich auch noch lange nicht alles entschuldigen. Im Kontext der Gier scheint sich dann auch Papst Benedikt XVI. einzureihen, denn wenn man sein zurückhaltendes Verhalten hinterfragt, gelangt man dazu, dass er im Hintergrund Großes für die Welt schaffen will. Man kann also auch hier wohl von einer Art Gier nach Anerkennung und Ruhm sprechen, was für seine Position schon erstaunlich ist. Es gibt aber wohl auch neue Wege im Vatikan und die spielen dann eben auch noch negativ in das Gesamtbild der heutigen Welt mit hinein. Überlegt man sich nun noch, dass es außerordentlich negative Tendenzen aus Reihen der christlichen Parteien in der Bundesregierung gibt, wie man zuletzt sehr deutlich an den Äußerungen des Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizère (CDU) im Kontext der Menschenrechte erkennen konnte, werden die Fragen in Richtung Kirchen noch viel größer. Rüstungsexporte als der Wirtschaftshit und der Versuch der Degradierung der Menschenrechte, beides durch eine christlich geführte Regierung, da müssten die Kirchen eigentlich auf die Barrikaden gehen und massiv auf die christlichen Werte, zu denen all dies so gar nicht passt, verweisen. In der Breite passiert dies allerdings nicht im einmal im Ansatz.

Das Geschäft mit dem Tod
Die Krönung all dessen sind dann natürlich die gerade angesprochenen, aktuellen Rüstungsgeschäfte über die man in Deutschland diskutiert. Hier geht es auf der einen Seite um die Panzer für Saudi-Arabien aber natürlich auf der anderen Seite auch um die Kriegsschiffe für Angola. Was Kriege in der heutigen Zeit bedeuten, kann man sich ganz aktuell von Afghanistan bis Libyen ansehen und man scheint auch deutlich zu erkennen, welche ökonomischen Ziele die westliche Welt mit ihrem globalisierten Raubtierkapitalismus hier verfolgt. Nun stellt sich die Frage, ob Papst Benedikt XVI. die Nachrichtenlage nicht wirklich im Blickfeld hat oder warum er all diese Probleme weitestgehend unkommentiert lässt. Es könnte aber eine ganz einfache Grundlage dafür geben, dass er selbst das Geschäft mit dem Tod in seinem Heimatland ignoriert, denn die Ziele all dessen, was hier von Regierungsseiten verfolgt wird und da steht Deutschland natürlich nicht alleine da, ist eindeutig und wird auch immer deutlicher kommuniziert, der Einflussbereich und damit am Ende des Tages der Machtbereich der westlichen Welt soll ein weiteres Mal vergrößert werden und damit würde sich natürlich auch der christliche Machtbereich weiter vergrößern, was den Papst natürlich erfreuen dürfte, gerade auch hinsichtlich der Situation der Kirchen in Deutschland. Folgt man dieser These nun vollumfänglich, könnte man sogar von den Kreuzzügen 2.0 sprechen. All die Konsequenzen, die dieses gesamte Verhalten am Ende des Tages auch für die Menschen in Europa haben wird und diese sollten zum zehnten Jahrestag von 911 doch sehr präsent sein, gehen dann natürlich nicht nur auf das Konto des politischen Berlins, sondern ebenso auf das Verhalten des Papstes und der Kirchen. Wer im Fahrwasser der kriegerischen Ausweitung des globalisierten Raubtierkapitalismus mitfährt, trägt auch hier einen Teil der Verantwortung.

Anders ausgedrückt, sollte sich nicht nur Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihre verantwortlichen Minister darüber im Klaren sein, dass im Notfall Blut an ihren Händen klebt, sondern eben auch Papst Benedikt XVI. Natürlich wäre er nicht der erste Papst über den man so etwas behaupten könnte aber ob dies die Kirchen in der westlichen Welt wirklich weiterbringen würde, darf doch bezweifelt werden und man wäre im Vatikan, wie natürlich auch im politischen Berlin, gut beraten, endlich einmal wieder auf die Menschen zu hören, denn diese sind auch Wähler und Kirchensteuerzahler, was man scheinbar von Zeit zu Zeit vergisst bzw. verdrängt oder gar ignoriert. Für die Gesellschaft ganz allgemein gilt, so lange diese Art der Politik in Deutschland weitergeht und die Kirchen ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen auch nicht mehr nachkommen, muss man andere Wege finde, um wieder für mehr Gerechtigkeit und Frieden auf der Welt zu sorgen. Glücklicherweise gibt es in dieser Zeit, letztendlich auch durch das Internet, genügend Möglichkeiten für Aktivitäten zu sorgen. Kirchenkritik, Kritik am Papst, ist genauso wichtig, wie auch die Kritik an der Politik aber mindestens genauso wichtig ist, dass jeder der ein, auch noch so kleines Interesse an Demokratie, Freiheit und Frieden hat, seine Möglichkeiten komplett ausschöpft, um sich für diese großen Ziele einzusetzen. Natürlich muss man dafür auch ein großes Stück der eigenen Gier und des weitverbreiteten Egoismus ablegen aber man kann wohl sagen, dass sich dies bei den hier angesprochenen Zielen in jedem Fall lohnen würde und es wird, wie auch dieser Artikel zeigt, der einzige Weg sein, diese großen Ziele zu erreichen.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Kultur · Politik · Wirtschaft

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