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Die Wahrheit des Wortes

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Der Papst und das Mitleid

13. Juni 2012

Spricht man von der bisherigen Amtszeit von Papst Benedikt XVI., spricht man vor allem von Skandalen und kriminellen Machenschaften im Bereich der katholischen Kirche. Aktuell macht dem Oberhirten vor allem die Informationstechnologie oder viel mehr die neuen Möglichkeiten, die sich durch sie ergeben, zu schaffen. Denn Enthüllungsjournalismus hat im Zeitalter der Informationstechnologie noch einmal eine ganz andere Bedeutung bekommen. Bislang waren von diesen Möglichkeiten vor allem Staaten im klassischen Sinne, Politiker und Militärs betroffen, nun kommt all dies auch im Vatikan an. Man ist nicht allzu überrascht, wie es dort zu geht aber trotzdem bekommt es nun noch klarere Konturen. Als hätte man in Rom nicht schon genug Schwierigkeiten mit den nicht enden wollenden Missbrauchsskandalen, wo auch in regelmäßigen Abständen neue Kapital geöffnet werden und dies weit bevor die alten auch nur im Ansatz aufgearbeitet wären, kommt nun noch viel mehr dazu, es geht um Intrigen, Bankgeschäfte, wie man sie aus den Teilen des globalisierten Raubtierkapitalismus kennt, wo Ethik und Moral keine Rolle spielen. Man muss sich nur überlegen, hier geht es nicht um Macht, Politik und Wirtschaft, sondern um den Glauben, zu mindestens sollte es so sein.

Die Enttäuschung wächst
Mit jedem neuen Skandal, mit jedem Vorwurf den man meint aussitzen zu können, wächst bei vielen Gläubigen die Enttäuschung und die führt im besten Fall zur Abkehr von der Kirche und im dramatischsten Fall zur Abkehr vom Glauben. Man wäre also im Vatikan gut beraten, Stellung zu beziehen und dies sollte auch dort Chefsache sein, also Aufgabe von Papst Benedikt XVI. aber der hofft scheinbar mehr auf Mitleid und erzählt etwas von Herzen die mit Trauer erfüllt sind. Auch dies ist wieder so ein Punkt der an Zynismus kaum zu überbieten ist, soll doch hier ganz offensichtlich der Anschein erweckt werden, der Papst und die katholische Kirche seien Opfer. Schaut man sich die Fakten an, gerade auch im Bereich der Missbrauchsfälle und auch wie damit umgegangen wird, zeigt sich doch auch deutlich, dass man eher Täter als Opfer ist. Aus dieser Position hinaus nun auf Mitleid zu hoffen, ist schon ein starkes Stück. Der Papst hatte unzählige große Chancen klar Stellung zu beziehen, dies blieb allerdings in nachhaltiger Form, bis zum heutigen Tage, aus. Der Papst könnte auch im aktuellen Enthüllungsskandal für mehr Klarheit sorgen aber auch hier wieder nur viele leere Worthülsen und der bekannte Versuch alles auszusitzen. In vielen anderen Bereichen der Gesellschaft, wo man den Chef austauschen kann, hätte jemand mit der Vita des Papstes schon lange gehen müssen.

Was bringt die Zukunft?
Nun sieht der Vatikan diesen Weg nicht vor, also wird Papst Benedikt der XVI. bis zu seinem letzten Tag weitermachen, auch wenn es jetzt schon Gerüchte gibt, dass man diesen Tag noch in diesem Jahr erleben wird. Völlig unabhängig davon, wann dieser Tag kommen wird, wird es dann spannend sein zu sehen, welche Bilanz gezogen wird und wie man im Vatikan mit dem verursachten Schaden, der vor allem im Verlust von Schäflein messbar ist, dann zukünftig umgehen wird. Es gibt italienische Journalisten, die behaupten der Vatikan sei noch nie so undicht gewesen, wie er es in diesen Tagen ganz offensichtlich ist. Folgt man dieser These, kommt wohl noch einiges auf den Papst zu. Man sollte aber nicht überrascht sein, wenn der Papst auch dann noch an seinem bisherigen Weg festhält, dass dies nicht im Sinne des Glaubens ist und dem Christentum ganz allgemein eher schadet, als dass man einen Fortschritt für den Glauben erkennen könnte, dürfte auch er begriffen haben. In Zeiten des großen Umbruchs, in dem sich die Welt befindet, muss sich natürlich auch die Kirche positionieren und im Moment findet man sie immer weiter im Abseits, was natürlich auch eine stetig anwachsende Austrittswelle belegt und mit dem aktuellen, auf Mitleid hoffenden Kurs, wird man diese auch nicht gestoppt bekommen, sondern forciert sie eher noch.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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