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Die Wahrheit des Wortes

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Der Papst ist weg

28. September 2011

Der wahre Christ scheint der Katholik zu sein, so wirkte zu mindestens das Auftreten und die Aussagen von Papst Benedikt XVI. während dem gesamten Deutschlandbesuch. Ganz massiv zeigte sich dies natürlich, als er nach der Supershow im Berliner Olympiastadion, nach Erfurt weitergereist war. Es wurden weitere Zeichen gesetzt, welche belegten, wie wenig man an dieser Stelle des Christentums bis zum heutigen Tage gelernt hat. Man ist eigentlich schon lange nicht mehr in der Position sich kompromisslos zu zeigen, scheinbar ignoriert man aber auch dies im Vatikan mit göttlicher Ruhe. In einer Zeit in denen die Kirchen mit einer Austrittswelle nach der nächsten zu kämpfen haben, wäre eine Einigkeit auf gleicher Ebene etwas, was man anstreben sollte und nicht ablehnen sollte. Ablehnung ist natürlich ein sehr gutes Stichwort, wenn man sich den am Sonntag zu Ende gegangenen Papstbesuch anschaut, denn die Welle der Ablehnung hat mittlerweile auch Deutschland erreicht und wenn man sich anschaute, was sich von Berlin über Erfurt bis nach Freiburg getan hat, muss man sagen, dass es gut ist, dass diese Gegenbewegung so an Kraft gewinnt. Nun ist der Papst wieder weg und die Welt ist am Ende des Tages noch genauso, wie sie zuvor auch war. Alles was zu einem positiven Wandel, einem Impuls hätte führen können, blieb erwartungsgemäß aus.

Die Hungersnot in Ostafrika
Wenn man sich den Beginn des Besuches von Papst Benedikt XVI. in Deutschland anschaute, also genau im Auge hatte, was sich in Berlin abspielte, kommt natürlich auch im Land der Eigenverantwortung, gerade auch in einer Stadt wie Berlin, wo Katholiken eher die Minderheit sind, die Frage nach den Kosten auf. Was hier an Kosten produziert wurde, allein nur um die Sicherheit des Oberhirten garantieren zu können, war schon ordentlich. Jetzt muss man natürlich erkennen, dass all die Gelder, die hier ausgegeben worden sind, wirklich Kleingeld waren, vergleicht man es zum Beispiel mit den unvorstellbaren Summen die auch in Deutschland für die Rettung des Euros ausgegeben wurden und werden. Nun sollte man auch die Hoffnung in sich tragen, dass solche finanziellen Belastungen, wie sie durch einen solchen Besuch entstehen, für Deutschland eher zu verkraften sind, als für Länder, wie zum Beispiel Spanien. Was an dieser Stelle allerdings noch alles auf Deutschland zu kommt und wo man am Ende dieser Reise steht, bleibt auch abzuwarten. Dieser These folgend, sollte man auch nun schon etwas genauer hinschauen, wofür man welche Gelder ausgibt. Natürlich hat man die Massen gesehen, die sich über den Papst freuten aber solche Massen hat man auch jedes Wochenende in der Bundesliga oder bei Tourneen großer Stars, nur werden diese meist nicht so sehr in den Medien begleitet und wirken deshalb natürlich noch einmal ganz anders.

Man kann dies aber auch alles noch aus einem ganz anderen Blickwinkel sehen, denn während Papst Benedikt XVI. sich in Deutschland für riesige Summen feiern ließ, verhungerten in Ostafrika die Menschen. Wenn man sich vor Augen hält, wie viele Menschenleben man dort hätte allein nur in dieser Zeit retten können, hätte man auf diesen Besuch verzichtet, merkt man einen gewissen Zynismus der bei dieser Reise vorhanden war. Man hätte sich natürlich auch im Vorfeld für eine ganz andere Form der Hilfe für Afrika einsetzen können und versuchen können, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen, denn die Katastrophe, die im Osten des schwarzen Kontinents im Moment tobt, kam nicht im Ansatz überraschend. Es ist richtig, dass man nicht die Kirchen oder gar die katholische Kirche alleine für all dieses Leid verantwortlich machen kann aber sie tragen in jedem Fall ihren Beitrag und der ist nicht gerade gering. Aber kehren wir zurück nach Deutschland und schauen uns an, was der Papstbesuch noch alles zu bieten hatte, denn natürlich waren zwar Berlin und der Osten Deutschlands Hauptgebiete dieser Reise aber nicht die einzigen Flecken der Republik, die man besuchte. Es stand nach Thüringen noch ein Besuch im schönen Breisgau auf dem heiligen Reiseplan. So flog man also weiter nach Baden-Württemberg, traf dort noch den frisch gebackenen Ministerpräsidenten und Papstfreund Winfried Kretschmann (Grüne), bevor es in einem Hochsicherheitskonvoi über die A5 gen Freiburg ging, die natürlich für diesen Anlass gesperrt wurde, womit auch schon der nächste Kritikpunkt erreicht wäre.

Was ist Gerechtfertigt?
Das man sich auch in Deutschland nicht immer frei bewegen kann, ist nichts wirklich Neues. Es kommt immer wieder vor, dass gewisse Bereiche, von zum Beispiel Innenstädten, gesperrt werden, wenn mehr oder weniger wichtige Politiker im Anflug sind. Nun ist es aber so, dass man Sachverhalt auch hinterfragen sollte, wenn sie schon eine gewisse Routine erlangt haben, denn nur weil diese vorhanden ist, bedeutet es nicht, dass ein Sachverhalt damit auch gleich gerechtfertigt ist. Nun kam es auch schon in Deutschland vor, dass es wütende Auseinandersetzung zu solchen Sperrungen im Kontext politischer Besuche gab. Kommt der Papst, scheinen auch hier kritische Fragen eher unerwünscht zu sein. Nun zeigt die Gegenbewegung gegen den Papst und seinen Besuch in Deutschland allerdings auch deutlich, dass die Zeiten auch in Deutschland vorbei sind, wo sich die katholische Kirche kritiklos alles erlauben konnte. Denn Kritik gibt es auch immer mehr am Papst und dies ist auch gut so, denn aus Sicht der PR, hatte man vom Vatikan aus Vieles versucht, von einer ganz besonderen Kunstausstellung in Dresden bis hin zu einem ökologischen Papst, wie er besser nicht in das Siegerjahr der Grünen hätte passen können. Nur hat man scheinbar nicht berücksichtigt, dass es den Menschen nicht um PR geht, sondern um faktische Inhalte, die man schon so lange an dieser Stelle vermisst und auch noch weiterhin vermissen wird.

Die Wirtschafskritik gegen den kranken, globalisierten Raubtierkapitalismus, wie man sie zuvor noch in der spanischen Hauptstadt Madrid erleben dürfte, wurde nicht im Ansatz in einer angemessenen Form fortgesetzt, was unter dem Strich bedeutet, dass es wohl auch in Spanien nicht um die Sache ging und man hier nur ein Strohfeuer sah. Natürlich war die Kritik in Spanien, einem von den aktuellen Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise so gebeutelten Land, thematisch bestens gewählt, eben wie die Themen für Deutschland auch, nur wurden weder in Spanien, noch in Deutschland die Dinge auf die Agenda gesetzt, die den Menschen wirklich unter den Nägeln brennen. In Deutschland steht hier natürlich das Thema der unvorstellbaren und grausamen Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche ganz weit oben auf der Tagesordnung aber auch diesmal scheute man dieses Thema, wie der Teufel das Weihwasser. Somit kann man davon ausgehen, dass dieser Besuch vor allem zu weiterer Unzufriedenheit geführt hat und dies kann im Vatikan niemanden mit Freude erfüllen. Selbiges gilt für das große Thema der Ökumene, wo man auch eisern bleibt, möge es kosten, was auch immer es wolle. In seiner Gesamtheit muss man wohl sagen, dass dieser Papstbesuch mehr Fragen aufgebracht hat, als dass er Antworten gegeben hätte und damit genau das passiert ist, was Kritiker auch erwartet hatten. Lange Zeit war die Rede davon, dass der Papst kommt, jetzt ist er wieder weg und dies ist auch gut so.


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