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Die Wahrheit des Wortes

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Der neue Krieg

14. Dezember 2010

Letzte Woche endete die Hetzjagd gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange in London und manch ein Politiker, wie auch einige Journalisten, dürften diesen Sachverhalt wohl wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk empfunden haben. Das sich aus diesen Berufszweigen nicht wirklich irgendwer für die Meinungsfreiheit, um die es hier am Ende des Tages geht, zu kümmern scheint, ist schon sehr bezeichnend. Natürlich wirft all dies auch kein gutes Licht auf diese Berufszweige. Aber dies ist noch lange nicht alles, was diese merkwürdige Verhaftung nach sich zog. Viele Finanzdienstleister kündigten die Zusammenarbeit mit Wikileaks auf und sorgten so für einen teilweisen Abbruch des Spendenzuflusses. Nun hat sich mittlerweile auch für den letzten Ungläubigen des Internetzeitalters gezeigt, dass man diese Gemeinschaft nicht unterschätzen sollte, denn die Vergeltung folgte umgehend, da Sympathiesanten von Wikileaks umgehend die Server von zum Beispiel Matsercard lahm legten und so an diesen Stellen für einen Zusammenbruch des Zahlungssystems sorgten.

1984 und die Rache
In der Welt in der wir alle leben, spielt Überwachung eine immer größere Rolle, denn es ist doch auch durch das Internet einiges aus den Fugen geraten und die Meinungsfreiheit steht auch auf ganz neuen Füßen und zwar sicherer denn je. Während die Politiker immer mehr Überwachung wollen, da immer mehr Menschen verstehen, dass regieren in der heutigen Zeit mehr ein verwalten der Massen ist und das regieren, nicht nur in Deutschland, oft nicht mehr als eine mittelmäßige Moderation ist, nutzen auch die Protagonisten aus der Wirtschaft dieses Mittel für ihre Zwecke. Mitarbeiter werden illegal überwacht, Kunden und ihr Verhalten werden immer gläserner, um noch bessere Werbestrategien entwickeln zu können und den Konsumterror weiter zu erhöhen. All dies ist schon weit über den Überwachungsstaat hinaus und wirkt oftmals schon wie die total überwachte Welt. Glücklicherweise wird der Anteil derer, die diese Art nicht mehr hinnehmen immer größer und somit steigen die Probleme der Clique, der vermeintlichen Experten und Eliten immer schneller an. Ein durchaus positiver Effekt unserer heutigen Welt mit ihrem globalisierten Leben.

Bisher gab es aber nur selten die Möglichkeit, dass gewisse Communities ihr Können ganz gezielt und medienwirksam einsetzen konnten. Nun scheint man bei den Gegnern dieser raubtierkapitalistischen Überwachung eine rote Linie überschritten zu haben, was auch umgehend und nachhaltig beantwortet wurde. Die massiven Hackerangriffe gegen verschieden Finanzplattformen, die dazu führten, dass diese gänzliche ausfielen, war eine klare Machtdemonstration und auch so etwas, wie ein klarer Vergeltungsschlag in der digitalen neuen Welt. Es zeigt sich sehr schön,  dass man Menschen, wie einen Julian Assange bis aufs Blut jagen kann, er sich festsetzen lässt aber all dies keine Problemlösung darstellt, da somit nur Massen an neuen Kriegern, in diesem ganz neuen Krieg, in die Schlacht ziehen und man darf davon ausgehen, dass dies erst der zarte Anfang war und man wohl mit weiteren Highlights auf dieser Ebene rechnen darf. Es geht hier schon lange nicht mehr nur um die Person Julian Assange, es geht viel mehr um ein völlig neues Verständnis von Meinungsfreiheit und ähnlichen Menschenrechten, welche im Moment an vielen Stellen der Welt sehr massiv bekämpft werden.

Die unabhängigen Medien
Wie bereits berichtet und nicht nur an diesem Beispiel ablesbar, schlagen sich die Medien mehr und mehr auf die Seite der Wirtschaft, da natürlich von hier, dass scheinbar alles bestimmende Kapital kommt. Auf der Seite der Politik sieht es ähnlich aus, schließlich scheint man auch hier mit einer ganz besonderen Art der Dankbarkeit zu rechnen und es soll schon manch Journalist seine Karriere aufgegeben haben, um eine große Rolle im politischen Berlin zu spielen. All dies fällt aber nicht nur  den nun immer massiver ins Rampenlicht tretenden Aktivisten aus dem Umfeld von Wikileaks auf, sondern auch mehr und mehr den ganz normalen Bürgern, was natürlich zu einer gewissen Welle der Sympathie in der Bevölkerung führt. Es überrascht jetzt nicht, dass gerade auch die etablierten Massenmedien Schweißperlen der Angst auf der Stirn tragen, wenn eine solch gewaltige Welle von Meinungsfreiheit auf sie zu rollt, denn schließlich haben diesen Punkt viele über all die Jahre unterschätzt bzw. verdrängt gehabt. Der Journalismus, der einfach nur meint als Sprachrohr der Interessen der Wirtschaft und Politik dazu sein, sieht in diesen Tagen sein Ende kommen. Neubeginn ist auch hier der Trend.

Es hat lange Zeit gedauert bis sich eine so etablierte und nachhaltig handelnde Front bilden konnte und auch aktiv Zeichen setzen konnte aber es funktioniert, wie die Ereignisse der letzten Tage und Wochen gezeigt haben. Wenn man dann im deutschen Fernsehen auch noch Interviews sehen darf, in denen scheinbar unbeteiligte Passanten erklären, wie sie dieser Niedergang der Server von Finanzplattformen stört, weiß man, wie groß die Panik wirklich ist. Wenn man nun meint so etwas senden zu müssen, um die Stimmung im Land gezielt in eine Richtung zu lenken, sollte man erwarten, dass man zu mindestens Menschen zeigt, die nicht wirken, als hätten sie einige Sekunden zuvor einen Zettel mit dem passenden Text bekommen. Genau diese Art von Medienarbeit kritisiert man gerade auch in Deutschland gerne, wenn sie aus Ländern, wie zum Beispiel China, kommt, dessen Glaubwürdigkeit man gerne in diesem Kontext bezweifelt. Man erlebt gerade den Beginn eines neune Krieges, wahrscheinlich den größten Kriegsausbruch seit den Tagen des 11. September 2001, nur das man diesmal von einer anderen, gewaltloseren aber nicht minder gefährlichen Form der Kriegsführung spricht. Es ist allerdings ein gewollter, ein provozierter Krieg der angesprochenen Clique und dies darf man auch nicht aus dem Auge verlieren. So sollte man sich auch Fragen, wie legitim die aktuelle Antwort auf diese Kriegserklärung ist.

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Kategorie: Gesellschaft · Medien · Politik · Technik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Bernd Martin // 15. Dez 2010 at 13:14

    Der Text ist eigentlich viel zu harmlos und pauschal geschrieben, aber vielleicht liegt es ja auch daran, dass Deutschland mit zu den wichtigen Standorten der “vielen Stellen der Welt” an denen Meinungsfreiheit nur noch auf dem Papier steht, gehört!? ;-)

    Wikileaks war sicher erst der Anfang und es wird hoffentlich noch mehr Aufklärung geben, die z. B. zeigt wie sehr wir als Deutsche von unserer Regierung verarscht und ausgenommen werden, wieviele und welche Leichen die Amis noch im Keller haben, welche Geheimdokumente es gibt, die endlich beweisen, dass George W. Bush ein Massenmörder ist, der seine Macht für einen privaten Feldzug gegen den Irak – sicherlich gekoppelt mit ami-egoistischen politischen und wirtschaftlichen Interessen – missbraucht hat….und und und….
    Auch die Area51 wäre da ein sehr interessanter Punkt, über den die Menschheit endlich mal informiert werden sollte.

    Fazit für klardenkende Menschen dürfte wohl sein, dass unsere gesamte Gesellschaft ein verlogener und erlogener Haufen von machtgierigen, geldgierigen und über Leichen gehenden Menschen ist, die sich gegenseitig etwas vorgaukeln um dabei einen möglichst großen eigenen Vorteil zu erhaschen!

    Auch die Aufklärung über die Kirche, die größte Maffia aller Zeiten, wäre mal sinnvoll, denn ich persönlich kann nicht verstehen, dass es im 21. Jahrhundert immer noch Menschen gibt, die von sich selbst behaupten intelligent zu sein, aber im Konsenz dazu an einen allmächtigen Gott glauben, der im Himmel sitzt und von dort aus alles steuert! *tztztztz*

    Aber zurück zum eigentlichen Thema:
    Man kann nur hoffen, dass sich in diesen neuen Krieg keine “Agenten à la Matrix” einschleichen, die am Ende wieder die Wahrheiten verdrehen, denn das würde dazu führen, dass dieser Krieg sinnlos war….wobei Kriege das eigentlich immer sind….nur dieser neue Krieg hier nicht…es ist eben ein gewaltloser Informationskrieg in dem der Gegner mit den eigenen Waffen geschlagen wird!

Schreib was dazu