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Die Wahrheit des Wortes

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Der Herr der Ringe

24. April 2008

Die Olympischen Spiele rücken näher und China, welches man wohl als den Herrn der Ringe bezeichnen muss, bereitet sich bestens vor. Das muss auch so sein, werden nun natürlich viele sagen. Das so genannte Vogelnest, das Olympiastadion in Peking wurde präsentiert. Der Fackellauf ist auch ruhiger geworden, man ist eben auf einem guten Weg. Vor allem aber muss man sagen, dass es China es geschafft hat, dass seine Menschenrechtspolitik immer weniger auf der Agenda der weltweiten Politik und Medien steht. Der Kurs Chinas scheint zu funktionieren und das weltweit. Es geht sogar noch weiter, denn China navigiert sich immer mehr selbst in die Opferrolle und dies zum Teil sogar mit Billigung auch in Deutschland.

Der Lauf von Canberra

Das Olympische Feuer hat so eben, die erst 1913 gegründete, australische Hauptstadt Canberra passiert und ist nun auf dem Weg in das japanische Nagano. Die Strecke in Australien wurde um vier Kilometer verkürzt. Diese Kürzungen irritieren auch nicht mehr wirklich, da sie zur Normalität geworden sind. Da ist es schon irritierender, dass immer häufiger pro chinesische Demonstranten auftauchen. Interessanterweise gibt es hier nicht im Ansatz die Diskussionen, wie es sie bei den tibetischen Demonstranten gab. Man darf wohl sagen, dass wenn man für China demonstriert, man auch den Staat und das was er tut unterstützt und dies darf man dann wohl durchaus als politische Demonstration ansehen. Politik ist aber genau das, was die anderen Herren der Ringe von Jacques Rogge dem Präsident des International Olympischen Komitees (IOC) bis hin zu Herrn Thomas Bach dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und IOC-Vizepräsident, nicht im Kontext zu diesen Spielen sehen wollen.

Diese Herren sind es auch, die genau wie viele andere Funktionäre und Sportler darauf hinweisen, wie viel man allein dadurch erreicht hat, dass die Spiele in China stattfinden und somit viele Ausländer und Journalisten im Land sind bzw. sein werden. Kürzlich hat China erst ein Mal für die Zeit der Olympischen Spiele die Visapolitik massiv verändert. Man muss nun davon ausgehen, dass nun erheblich weniger Ausländer im Land sein werden. Pressefreiheit? Natürlich, alle Reporter haben die Freiheit  über das China zu berichten, welches die chinesische Führung vermitteln will. So entstehen immer wieder schöne Beiträge, die dann als kritisch verkauft werden, ohne dass sie es tatsächlich sind. Aber in China ist halt alles etwas anders. Ganz im Olympischen Sinn, sind in China politische Demonstrationen verboten. Mit Erstaunen konnte man dann in den letzten Tagen miterleben, dass dies allerdings nicht für pro chinesische Demonstrationen, die gegen die angeblich verfälschte Darstellung Chinas in den westlichen Medien gerichtet waren, galt.

Nicht zu Ende gedacht

Britta Heidemann die 1982 geborene Fechterin, die China als ihre zweite Heimat ansieht, ist ein Symbol für die Ignoranz mit der zum Teil an dieses Thema herangegangen wird. Die Chinaexpertin sagte in der ARD ihre Meinung zu dem Thema. In erster Linie wirkt es in der heutigen Zeit schon erstaunlich, dass deutsche Sportler in diesem Kontext überhaupt eine Meinung haben, wobei man sich die Frage stellen muss, ob man auf die ein oder andere Meinung nicht verzichten könnte? Das wäre dann natürlich ein schwerer Eingriff in die Meinungsfreiheit aber das stört die Betroffenen an anderer Stelle auch nicht. Aber zurück zu Frau Heidemann und ihrem klaren Statement `Wer mit China redet kommt weiter`. So etwas darf man dann wohl schon Mal als erfolgsorientiert bezeichnen. Dabei sein ist alles, war gestern. Heute heißt es, Erfolg haben egal wie hoch der Preis ist oder wie muss man ein solches Statement verstehen?

Heutzutage wird einem schnell klar, dass verschiedenen Sportlern Olympia bzw. ihr Ruhm wichtiger ist, als auch nur ein wenig Risikobereitschaft für die Sache Tibets, für die Menschenrechte in China zu zeigen. Stefan Pfannmoeller verkaufte bislang über seine Plattform netzathleten.net GmbH gut 30.000 Armbänder mit dem Aufdruck `Sports for Human Rights`. Wie viele davon letztendlich von den Athleten auch tatsächlich in Peking getragen werden, bleibt offen. Gerade von Sportlern dürfte man ein gewisses Grundverständnis von Teamgeist und Solidarität erwarten. Man hat allerdings im Kontext zu den Olympischen Spielen oft das Gefühl, dass die Erfolgssucht vorrangiger ist. Man darf nur hoffen, dass den Menschen die sich so verhalten auch klar ist, dass sich die Solidarität für den Fall, dass sie ein Mal die Hilfe einer starken Gemeinschaft brauchen, auch in Grenzen halten könnte und dann sollte man sich bitte auch nicht beschweren.

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Kategorie: Free Tibet · Gesellschaft · Medien · Politik · Sport

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