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Die Wahrheit des Wortes

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Der Herr der Kriege geht

11. Juni 2008

Erinnern wir uns nicht alle noch daran, als im Weißen Haus der Buchstabe `W` plötzlich aus den Tastaturen verschwunden war? Dies waren mit die ersten Schlagzeilen, als George W. Bush im Jahr 2000 sein Amt antrat. Man muss wohl festhalten, dass seit diesen Tagen viel passiert ist, nicht nur in den USA aber in jedem Fall mit großem Einfluss der letzten verbliebenen Weltmacht. George W. Bush hat es vom ersten Tag an nicht leicht gehabt, denn das Erbe seines Vaters lastete schwer auf ihm. Allerdings hatte er auch die Chance sich von all dem abzusetzen. Nun, wo aus dem Vorwahlkampf in den USA ein Wahlkampf geworden ist, kann man eine Bilanz ziehen, was die Amtszeit Bushs brachte.

911

George W. Bush ist im Moment bei seinem fünften und wohl auch letzten Deutschlandbesuch als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Dieser Besuch versinkt etwas in der Bedeutungslosigkeit. Es gibt noch nicht ein Mal angemeldete Demonstrationen gegen ihn, da viele davon ausgehen, dass George W. Bush auf seine letzten Tage zu einer `lahmen Ente` geworden ist. Ob dem tatsächlich so ist, werden die nächsten Monate noch zeigen. Der Irankonflikt lodert noch immer vor sich her. Experten meinen, wenn nicht noch eine massive Provokation auftreten würde, würde Bush nichts mehr unternehmen. Was ist eine massive Provokation? Spätestens seit dem letzten Golfkrieg sollte jeder wissen, dass so etwas sehr schnell passieren kann. Denn man muss wohl auch in den Geschichtsbüchern festhalten, dass Bush schon so etwas, wie der Herr der Kriege, in den letzten Jahren war.

Nach seinem Amtsantritt wurden die USA und der Rest der Welt von den Attentaten des 11. Septembers in einen Schockzustand versetzt. Über 3.000 Menschen starben damals und bis heute scheint es, trotz amtlicher Ergebnisse, noch immer viele offene Fragen zu geben, was an diesem Tag wirklich geschehen ist. Noch im gleichen Jahr griff Bush Afghanistan an und das obwohl die Geschichte gezeigt haben sollte, wie hart Kriege in diesem Land sind. Dieser Fakt zeigt sich übrigens bis heute. Denn von einer Befriedung, einer Demokratie im westlichen Sinne oder ähnlichem, ist man am Hindukusch noch Lichtjahre entfernt. Erst im Folgejahr, also im Mai 2002 stand der erste Besuch, des zu diesem Zeitpunkt schon mehr als unbeliebten Präsidenten, in Deutschland auf dem Plan. Dieser Besuch wurde von Protesten und Ausschreitungen begleitet. Aber all dies sollte nur ein Anfang sein.

G8-Gipfel in Heiligendamm

Der zweite Besuch Bushs in Deutschland wurde ebenfalls ein eher negativ behafteter. Denn bei seinem Besuch in Mainz im Februar 2005 wurde die gesamte Stadt dicht gemacht. Ein Polizeiaufgebot, welches man bis dahin nicht kannte und evakuierte Einwohner. All dies führte nicht gerade zu einer Verbesserung seines Images. Man muss natürlich auch festhalten, dass man aus solchen Geschehnissen gelernt hat. Denn trotz des Einmarsches im Irak, welcher den Beginn des bislang letzten Golfkrieges markierte und bislang über 4.000 US-Soldaten das Leben kostete, wurde er bei seinem dritten Besuch im Sommer 2006 in Mecklenburg-Vorpommern, außerordentlich liebevoll und warmherzig empfangen. Man darf wohl nicht von eingekauftem Jubelmassen sprechen, aber handverlesen waren sie in jedem Fall. Der vierte Besuch, der im letzten Jahr ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern stattfand, war dann mit den anderen Besuchen nicht mehr zu vergleichen, da dieser im Rahmen des G8-Gipfels in Heiligendamm stattfand. Hier zeichnete sich aber langsam schon das Ende seiner Laufbahn ab.

Nun ist es bald vorbei, mag man meinen. Aber es bleibt abzuwarten, denn auch wenn man George W. Bush viel Schlechtes nachsagen kann, muss man auch immer berücksichtigen, dass sich die Weltordnung völlig verändert hat und auch sein Nachfolger wird dies zu spüren bekommen und damit umgehen müssen. Da Hillary Clinton ihre Präsidentschaftsambitionen nun zu Gunsten von Barack Obama aufgegeben hat, wird es ein Kampf zwischen Barack Obama und John McCain geben. Es ist keine Kunst vorherzusagen, dass dies ein spannendes Duell wird. Wobei, wie fairschreiben.de schon im Rahmen der Berichte über die Vorwahlen festhielt, man davon ausgehen muss, dass McCain wohl das Rennen machen wird und somit die Regierungspartei auch weiterhin ganz vorne bleibt und sich nur die Köpfe verändern und ob das soviel bewirkt wird sich dann zeigen.

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Kategorie: Europa · Politik

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Thomas // 12. Jun 2008 at 22:51

    Denn man muss wohl auch in den Geschichtsbüchern festhalten, dass Bush schon so etwas, wie der Herr der Kriege, in den letzten Jahren war.

    Das ist natürlich eine sehr eurozentrische Sicht. Wenn man sich einmal anschaut, was für die amerikanische Politik und ihre Wähler wichtig ist, dann sind das in aller Regel ganz andere Aspekte als die, die in unseren Medien vorkommen. Das merkt man spätestens, wenn man einen Wahl-O-Mat für die US-Präsidentenwahl anschaut.

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