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Die Wahrheit des Wortes

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Der gruselige Hallowahn

2. November 2010

Am Wochenende war es dann wieder soweit und überall feierte man Halloween. Die letzte Oktobernacht ist seit Anfang der 1990er die Nacht in der man auch mehr und mehr in Deutschland diesem ursprünglich keltischen Brauch nachgeht. Auch wenn es von den Kelten kommt, muss man wohl eigentlich eher von einem amerikanischen Brauch sprechen, der auch Deutschland erreicht hat. Dieses Fest dient aber in der Hauptsache als Wirtschaftsfaktor, was auch immer mehr Menschen begreifen. Da wundert es auch nicht, dass dieser Brauch von einem Lobbyisten der Karnevalindustrie, Dieter Tschorn, während dem Zweiten Golfkrieg 1990 / 1991 nach Deutschland geholt wurde. Damals brauchte man einen Ersatz für den ausgefallenen Karneval, der zu massiven Umsatzeinbußen geführt hatte und so bediente man sich der Geldmachmaschine aus den USA und führt dieses Prinzip bis in die Gegenwart mit stetig steigenden Umsatzzahlen fort. Jeder der an diesem Fest teilnimmt und in dieses investiert, sollte wissen, dass es hierbei in aller erster Linie auch nur um Gewinnmaximierung geht.

Möchten Menschen ständig animiert werden?
Die Spielwarenindustrie, in dessen Bereich auch der Karneval und damit auch Halloween fällt, rechnet in diesem Jahr mit 180 Millionen Euro Umsatz. Nun weiß man aus dem alljährlichen Weihnachtsgeschäft, wie man mit solchen Prognosen umzugehen hat, denn es wird scheinbar auch immer gerne, als so etwas, wie eine sich selbsterfüllende Prophezeiung oder wie man es neudeutsch gerne nennt, als eine self-fulfilling prophecy eingesetzt. Den Menschen wird hierbei über die Medien suggeriert, wie viele angeblich dieses Fest feiern und da will man natürlich nicht schlechter als der Nachbar da stehen, weil was sollte dieser sonst von einem denken, also investiert man selber auch. Nur am Rande sei erwähnt, dass an solchen Stellen jeder Bürger die ganz einfache Möglichkeit hat, etwas gegen die Ausbreitung des Raubtierkapitalismus zu tun. Das Zauberwort ist auch hier, Enthaltsamkeit. Gerade im Bereich von Halloween muss man natürlich einräumen, dass dies auch schon ein Stückchen genau so geschieht, denn man trifft auch immer mehr Menschen, die auf diesen ganzen Hallowahn einfach keine Lust mehr haben.

Es ist aber so, dass sich gewisse Produkte scheinbar nur noch über Events oder vermeintliche, meist auch von den Medien gepuschten, anderen Highlights verkaufen lassen. So ist es auch zu erklären, warum die Menschen an so vielen Ecken animiert werden. So lang die Menschen sich animieren lassen, wird sich natürlich auch dieser Weg nicht ändern, denn so kann man noch immer Gewinne einfahren. Viele Menschen fühlen sich allerdings mittlerweile durch diese Daueranimation nur noch genervt, wenn sie dies nun auch noch im ausreichenden Maß in ihr Konsumverhalten mit einfließen lassen würden, würde sich auch dies wieder etwas normalisieren, weil es dann irgendwann einfach nicht mehr rentabel wäre. Andernfalls darf man davon ausgehen, dass Halloween noch lange nicht alles gewesen sein wird, wo mit man in Deutschland immer neue Geschäfte generieren möchte. Diese Art einer weitverbreiteten Geschäftspolitik führt aber auch noch zu einem ganz anderen, auch gut bekannten, Problem. Die Menschen, die Konsumenten können jeden Euro nur einmal ausgeben und dis wird scheinbar oft unterschätzt, was aber auch einen logischen Sinn macht, denn woher sollte man dies in der Wirtschaft wissen.

Gibt es Konsumterror?
Die Wirtschaft, gerade der Bereich der Finanzwirtschaft, hat das Problem nicht, dass man einen Euro nur einmal ausgeben kann, denn gehen die Finanzen hier gen Null oder auch in den Minusbereich, macht man immer weiter, als sei nichts gewesen und wenn alle Stricke reißen, gibt es immer noch den Staat der mit Steuergeldern als Retter bereit steht, auch das hat die jüngste Vergangenheit gezeigt. Auch in dieser Tatsache ist einiges, was man unter Konsumterror versteht, begründet, denn sagt man, dass das Klappern zum Geschäft gehört, ist es in der heutigen Zeit schon mehr ein richtig teures Getöse, was scheinbar zum Geschäft gehört. Schaut man sich in diesen Tagen, gerade auch bei den privaten Nachrichtensendern die Wirtschaftsnews an, fragt man sich oftmals, was dies noch mit Nachrichten zu tun hat, denn auch hier werden Bilderfeuerwerke abgefeuert, die zum Teil an pure Werbung erinnern. Sehr beliebt ist hier auch immer wieder der IT-Bereich. In sofern kann bzw. muss man sehr wohl von so etwas wie Konsumterror sprechen und dies nicht nur an Halloween.

Auch in diesem Jahr konnte man diesen Trend deutlich erkennen, denn da waren die Artikel, die man zu Halloween unters Volke bringen wollte, sogar zum Teil die Aufmacher in den Nachrichten und damit erreicht man ganz schlicht zwei Dinge. Menschen werden zum Konsum angeregt, weil Konsum an dieser Stelle vermeintlich das Größte ist, sonst wäre es wohl kaum so hoch in den Nachrichten platziert. Auf der anderen Seite verdrängt man so aber auch wichtige Nachrichten, mit denen es sich wirklich lohnen würde sich zu beschäftigen, auf die hinteren Plätze. So geschah es vor Halloween zum Beispiel mit dem Fakt, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Europäischen Union (EU) mit ihrer Idee scheiterte, dass Defizitsünder demnächst mit einem temporären Stimmentzug innerhalb des Bündnisse bestraft werden sollten. Somit bleibt nur eine weitere Beule im deutschen Image, die die Kanzlerin hiermit verursacht hat. Man sieht auch hier sehr deutlich, wer am Ende des Tages lacht und dies sind nicht die gruseligen Geschöpfe, die einem in den letzten Tagen immer wieder begegneten, sondern die Protagonisten aus der Politik und der Wirtschaft.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Kultur · Medien · Politik · Wirtschaft

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