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Die Wahrheit des Wortes

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Der große Wandel in der Medienwelt

30. April 2010

Nicht nur die Kirchen zählen im Moment zu den großen Verlierern, es gibt auch noch andere. Es ist die Rede von der Medienwelt im klassischen Sinne, darüber können auch Flachbildschirme und 3D-Formate langsam nicht mehr hinweg täuschen. Im Bereich der Medien geht es zwar weniger um große Skandale, wie zum Beispiel bei der katholischen Kirche, sondern viel mehr um den technischen Wandel, der natürlich auch vor dieser Branchen keinen Stopp macht aber die Folgen sind ähnlich schwerwiegend. Positiv gesprochen, brauch sich die Branche im gesamten aber wohl keine Sorgen zu machen, denn das Volk muss abgelenkt werden und das gilt in politisch, wie auch wirtschaftlichen Zeiten wie diesen umso mehr. Allerdings wird auch dieser Wandel, wie so viele andere auch, wieder massiven Jobverlust bedeuten. Denn auch hier scheint sich abzuzeichnen, dass die brillanten Entwicklungen und Fortschritte vor allem schlecht für den Arbeitsmarkt sind. Ob es die Konsumenten wirklich weiterbringt, wird die Zukunft zeigen. In der Musikindustrie hat es für die Branchen in jedem Fall wohl eher Nachteile gebracht, als das es Vorteile mit sich gebracht hätte.

Als die Scheiben sich wandelten
Wer wissen will, wie dieser Wandel abläuft, sollte einen kleinen Blick auf die Musikindustrie in den letzten Jahren werfen. Nach der Langspielplatte, der guten alten Schallplatte, folgte die CD. Die Musikindustrie hatte einen riesigen Coup gelandet, dachte sie. Man dachte sich scheinbar, dass der Markt zu gesättigt sei und anstatt sich um den Aufbau neuer großer Künstler zu kümmern, dachte man sich scheinbar es sei technisch viel einfacher zu lösen. Unzählige Menschen folgten diesem Weg auch erst einmal und kauften sich tatsächlich vieles, was sie zuvor auf Vinyl gehört hatten, nun auf diesen kleinen Silberlingen. Es dauerte allerdings auch nicht allzu lange bis man diese kleinen Silberlinge selber brennen konnte und hier begann der Untergang eines ganzen Unterhaltungssegments. Denn der nächste Schritt war, dass man nun die Musik nur noch als einfachste Daten hatte und somit problemlos über das Internet beliebig vervielfältigen und verschieben konnte. Mittlerweile sucht man nach Wegen Herr dieser Lage zu werden und gibt Premium-Alben etc. raus. Hört man sich die Leidgesänge der Branche an, hat sich aber noch nicht im Ansatz eine gute Lösung für diese Probleme gefunden. Dem Kunden und Musikliebhaber hilft dies alles aber auch nur bedingt, denn nun werden vermeintliche Superstars mit Hilfe des Fernsehens so schnell produziert, dass man kaum noch nachkommt. Scheinbar versucht man so die miserable Marktlage etwas zu verbessern. Nimmt man aber einmal die Haltbarkeit solcher Sternchen als Qualitätsmerkmal, ist das Urteil vernichtend und man muss davon ausgehen, dass auch dieser Plan scheitert.

Womit wir beim Thema Fernsehen nun natürlich direkt bei einem weiteren sehr spannenden Thema in diesem Kontext wären, denn hier zeichnet sich ein ähnlich verhängnisvoller Weg ab. Fernsehgeräte, wie auch Radios werden wohl bald schon Museumsstücke sein, denn auch hier ist das Internet auf dem Vormarsch und auch hier, man ist kaum noch überrascht, geht es in aller erster Linie wieder darum die Gewinne zu steigern. Hört man sich manche Zahlen aus der Branche an, scheint aber auch dieser Plan kläglich zu scheitern. Es ist nicht gerade einmal eine Ewigkeit her, dass der Siegeszug der privaten Fernsehsender begann uns schaut man sich in diesen Tagen an, was einem dort geboten wird, kann es einem schon einmal komisch in der Magengrube werden. Wir haben Nachrichtensender, die sich über die Jahre mehr und mehr in so etwas gewandelt haben, wie Sender für mehr oder weniger seriöse Dokumentationen, denn der Nachrichtenanteil, wie auch die Aktualität nehmen immer mehr ab. Natürlich heißt auch in diesem speziellen Segment das Zauberwort Wiederholung und dies ist etwas, was auch für die gesamten restlichen Sender gilt. Es kommt einem manchmal so vor, als hätte man die Wahl zwischen Wiederholungen und irgendwelchen Shows, bei denen man sich oft genug fragt, ob die Welt diese wirklich braucht. Aber auch hier gibt es Trends die sich absetzen, denn natürlich gibt es auch noch gute Filme und annehmbare Unterhaltung, allerdings findet man diese immer öfter im Bereich des kostenpflichtigen Fernsehens, also im Pay-TV.

Qualität ist der Schlüssel
Wo der Weg hinführen soll, wird einem bald schon klar. Denn wie in fast allen Lebensbereichen spielt auch in diesem Sektor das Internet eine immer größere Rolle. Im Bereich der Filme sieht es da ähnlich aus, wie bei der Musik, nur war es hier nicht die CD, sondern die DVD, die sich alles verändern ließ. Auch hier reden wir mittlerweile aber nur noch von Daten die im Internet verfügbar sind, was vor allem die Kinos aber auch die Videotheken massivst traf und trifft. Man sieht am Ende des Tages trifft sich alles von der Musik über Spielfilme, Shows und Dokumentationen bis hin zum Sport im Internet wieder. Nun sind die Menschen aber nicht bereit großartiges Geld für diese Inhalte auszugeben, was mit Sicherheit auch mit dem angesprochenen Qualitätsdefiziten zu tun hat. So versucht man natürlich einen immer größer werdenden Teil über Merchandiseprodukte oder ähnliches auszugleichen aber all dies will im vollen Umfang wohl genauso wenig funktionieren, wie in der Musikbranche. Dann wäre da noch der Weg der Werbung, wobei dies natürlich gerade bei Inhalten für welche man bezahlen soll, zu mindestens in der klassischen Form, fast ausgeschlossen ist. Man hat das Gefühl, als hätte man sich in der gesamten Unterhaltungsbranche völlig giergeleitet, verkalkuliert. Dies ist auch einer der Gründe dafür, dass sich das Mitleid vielfach in klaren Grenzen hält. Außerdem kann man dies auch sehr schön als Indikator der aktuellen Krise sehen, denn es zeigt sehr schön, wie gescheitert dieses System im Ganzen ist.

Die Umsatzeinbrüche versucht man scheinbar nun durch Einsparungen bei den Personalkosten und eben durch die gerade angesprochene Art der  Inhalte wieder auszugleichen. Genau dies wirkt sich dann natürlich nicht nur negativ auf den Arbeitsmarkt, sondern auch wieder negativ auf die Qualität aus und so schraubt sich die Schraube munter weiter nach unten. Wer nun übrigens meint wir sprechen hier von einem Problem der privaten Fernsehsender täuscht sich gewaltig, denn nicht nur das Menschen wie Markus Lanz nun die Menschheit nicht mehr auf RTL, sondern im ZDF unterhält oder ein Stefan Raab plötzlich mit der ARD kooperiert, sind klare Zeichen dafür, wo sich wohl auch hier das Niveau hinentwickeln wird. Leider ist all dies eine Entwicklung bei der es scheinbar nur Verlierer gibt. Als aller erstes sind hier natürlich die Menschen zu nennen, die ihre Jobs verlieren. Dann sind es aber auch die, die qualitativ gut unterhalten werden wollen aber auch die Künstler selbst, die sich in der heutigen Zeit oft genug auf fragwürdige Dinge einlassen müssen, um überhaupt zu überleben. Da mittlerweile eigentlich alles kostenfrei zur Verfügung steht und das leider auch oftmals ein fairer Preis ist, scheint aber auch die Antwort auf diese Krise relativ einfach zu sein. Vielleicht sollten es doch einige Entscheider in dieser Branche einfach einmal mit Qualität versuchen, auch wenn es Geld kostet und ein langer Weg sein wird die Menschen wieder an so etwas zu gewöhnen, könnte es eine lohnende Investition sein und das ist doch auch hier alles was zählt.

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Kategorie: Gesellschaft · Kultur · Medien · Technik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Art for Europe » Wenn die allerletzte Wette platzt // 9. Apr 2014 at 08:11

    [...] Unglück ist nun Schluss und es bleibt die Frage zu beantworten, was all dies für die Kulturlandschaft im Staatsfernsehen bedeutet. Eigentlich gar nichts, denn dieses Format war schon lange Tod und was es am Anfang einmal [...]

Schreib was dazu