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Die Wahrheit des Wortes

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Der Dubai-Crash

30. November 2009

Ist die Welt auf ihrem Weg zum Abgrund wieder einen Schritt weiter? Diese Frage stellt sich seit letzter Woche wieder sehr massiv, denn das Wüstenemirat Dubai hat sehr schwerwiegende finanzielle Probleme und diese könnten ganz schnell zu einem weiteren Problem der Weltwirtschaft werden. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes Wüstensand ins Wirtschaftgetriebe geraten. Nun hat Wüstensand die Eigenschaft, dass er sehr fein ist und es somit sehr schwer werden dürfte, diesen rückstandslos zu entfernen. Natürlich gibt es auch an dieser Stelle wieder eine große Zahl an vermeintlichen Experten, die schon wieder direkt Entwarnung geben, denn es geht `nur` um 80 Milliarden US-Dollar, scheinbar haben diese Menschen wirklich noch immer nicht begriffen, wo uns diese Peanuts-Mentalität alle hingebracht hat. Dubai ist aber auch der Beweis dafür, wie leer all die Versprechen, die es seit der Pleite von Lehman Brothers gab, waren. Es geht munter unverändert weiter und die Welt sitz da und wartet auf den Knall.

1.000 US-Dollar für jeden Bürger
Der größte Teil der Börse ist Psychologie und genau hier liegt natürlich auch die große Gefahr, denn Dubai und die ganze Region waren immer eine Vorzeigeregion, selbst in den dunkelsten Tagen der Weltwirtschaftskrise. Nun scheint wieder einmal die Aussage passend, dass die Hoffnung zu letzt stirbt. Mit 80 Milliarden US-Dollar steht der Wüstenstaat, der bislang eine Superlative nach der anderen bot, in der Kreide und die vermeintlichen Experten sind überrascht und das überrascht wiederum wirklich niemanden mehr. Fraglich bleibt nur, warum diese Menschen noch immer astronomische Gehälter bekommen, von den schwindelerregenden Bonifikationen einmal ganz zu schweigen. Nachdem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise, in der Zeit als die Empörung über diese am Höhepunkt war, wurden unzählige Versprechungen gemacht, wir erinnern uns an die Treffen von Straßburg bis London, geschehen ist eigentlich kaum etwas seitdem, außer das die Billionen, die die Gesellschaft zahlen darf, immer mehr werden aber auch hier liegt ein Vorteil, auf den man hier immer wieder hingewiesen hat.

Vor Jahren noch wären viele Menschen bei 80 Milliarden US-Dollar zusammengeschreckt, dadurch das die aktuelle Weltwirtschaftskrise mittlerweile für Billionenschulden sorgt, wirkt natürlich ein solcher Betrag, wie der über den wir nun in Dubai reden, wie Kleingeld. 80 Milliarden US-Dollar würde in Deutschland rund 1.000 US-Dollar Schulden für jeden Einwohner bedeuten, da kann sich jeder für sich ausrechnen, wie lange man an diesem Schuldenberg noch zu knabbern hätten. Es scheint fast so, als hätte man Dubai nun auch finanziell abgearbeitet und nun, wo es an die realistischen Gewinne gehen soll und nicht mehr um Zockerei, kollabiert der Markt. Genau dies ist es, was die Politik zu verhindern hat aber wie die letzten Monate gezeigt haben, gibt es hier scheinbar auch nicht das geringste Interesse daran, hier an einem Systemwechsel zu arbeiten. Diese Verbrüderung von Politik und Wirtschaft gegen die Gesellschaft muss bekämpft werden, denn es kann nicht sein das sich Menschen, wie zum Beispiel Josef Ackermann, tatsächlich noch immer Gedanken um seine Form einer Bad-Bank machen, die den Steuerzahler wahrscheinlich weiteres Vermögen kosten würde.

Mr. Victory und seine Geschäftsmodelle
Wie man in den Medien hören konnte, sieht Ackermanns Plan vor, dass die Verluste, also die Summen, die entstehen wenn die vermeintlichen Experten in immer größeren Umfang zocken, letztendlich der Allgemeinheit zukommen sollen und die Gewinne natürlich im Haus bleiben. Eigentlich sollte man dieses Geschäftsmodell als Kunde der Deutschen Bank einmal selber einfordern. Man lässt sich von der Bank Geld geben, natürlich zinsfrei und ohne irgendwelche Kosten und spekuliert damit. Sollte es gut gehen, behält man die Gewinne, sollte man sich allerdings verzocken, schenkt man die Schulden einfach der Bank. Man darf davon ausgehen, dass `Mr. Victory` Josef Ackermann dies für kein gutes Geschäftsmodell für seine Bank hält. Dann fragt man sich natürlich nur, was auf der anderen Seite daran gut sein sollte. Fest steht sollte die Politik auch nur im Ansatz solche Ideen durchgehen lassen, sollten sich spätestens an dieser Stelle die Bürger in breiter Masse überlegen auf die Strasse zu gehen, denn an diesem Punkt dürfte für die Protagonisten des Raubtierkapitalismus einer der letzten Widerstände fallen. Wie gut diese vermeintlichen Experten mit Geld umgehen können, haben sie in den letzten Monate oft genug bewiesen und dies zeigt sich natürlich auch wieder ganz deutlich mit dem Crash in Dubai.

Viele deutsche Unternehmen pflegen sehr gute wirtschaftliche Kontakte in die arabische Welt, gerade erst hat die Deutsche Bahn einen Megadeal für eine Wüstenbahn unterzeichnet, was natürlich nun auch noch einmal alles zu hinterfragen sein wird. Es zeigt aber auch wieder, wie verfehlt die deutsche Wirtschaftspolitik ist und war, denn es zeigt sich wieder einmal, wie gefährlich unserer Exportabhängigkeit ist und es endlich Zeit wird sich stärker auf die eigenen Märkte, also auf die Binnenkonjunktur zu konzentrieren. Beispiele, wie der Untergang des Traditionsunternehmens Quelle, haben gezeigt, dass Topmanager scheinbar noch nicht einmal in der Lage sind mit dem deutschen Markt klar zu kommen. Man kann sich dann überlegen und hat es mittlerweile nun auch schon an den verschiedensten Stellen sehen können, was passiert wenn sich diese Menschen an fremden Märkten versuchen. Der Dubai-Crash ist ein weiteres klares Zeichen für das völlige Versagen einer vermeintlichen Elite, allerdings liegt die Schuld diesmal nicht nur in der Wirtschaft, sondern eben auch bei der Politik, denn man war seit langer Zeit gewarnt und wusste auch, dass sich ohne ausreichenden Druck von außen dort nichts ändern würde aber man hat nichts getan. Vielleicht löst dieser Crash keine oder nur kleine Schockwellen aus und die Welt hätte schon wieder Glück gehabt aber trotzdem ist es spätestens jetzt an der Zeit von Regierungsseite her massiv einzuschreiten oder man bekennt sich klar dazu diese Abart des Kapitalismus zu wollen, dann sollte man allerdings den Begriff Sozial aus den Wörterbüchern streichen.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 2 Kommentare ↓

  • 1 /dev/null // 8. Dez 2009 at 08:49

    80 Milliarden schulden auf 80 Millionen Menschen verteilt sind 1000 Dollar pro Kopf.

    MfG

  • 2 fairschreiben // 8. Dez 2009 at 11:30

    Dummer Flüchtigkeitsfehler, den wir natürlich umgehend korrigiert haben. Vielen Dank die Redaktion

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