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Die Wahrheit des Wortes

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Der BAHNsinn-Von Eschede bis zur Operation Eichhörnchen

29. Januar 2009

Die Deutsche Bahn (DB) macht ein Mal mehr Schlagzeilen. Allerdings wird man das Gefühl nicht los, dass die Bahn seit einigen Jahren nur noch mit negativen Schlagzeilen auffällt und man sich so sie die Frage stellt, wo führt das alles hin? Das große deutsche Mobilitätsunternehmen scheint in der Öffentlichkeit mehr und mehr auf das Abstellgleis zu geraten und es stellt sich die Frage, was die Bahn wohl am Markt machen würde, wenn sie nicht diese massive Vormachtsstellung hätte? Ob Wind, Wetter oder Schafherden, es gibt zu viel, was die Bahn offensichtlich an einem reibungslosen Ablauf hindert. Ganz zu schweigen von Streiks und so fragwürdigen Aktionen, wie die Operation Eichhörnchen, die sich mehr und mehr zu einem handfesten Skandal ausweitet.

Der Bahnstreik

Wenn man sich das große Unternehmen der Mobilität über die letzten Jahre betrachtet, erscheint es einem oftmals so, als gäbe es bei der Bahn nur zwei Verlässlichkeiten. Zum einen die regelmäßigen Preiserhöhungen und zum anderen die Tatsache, dass Fahrpläne und das Einhalten von Verbindungszeiten etwas sehr relatives ist. Natürlich kann man niemanden bei der Bahn dafür verantwortlich machen, wenn Probleme durch das Wetter entstehen. Nur, wie man die Folgen von Orkanen wie Kyrill oder eisige Temperaturen wie in diesem Winter anpackt, liegt sehr wohl im Verantwortungsbereich der Bahn. Es passt nicht zusammen, sich an jeder Ecke als der große Partner für Mobilität aufzuspielen und dann immer wieder mit den Witterungsverhältnissen nicht klar zu kommen. Man muss sich auch immer vor Augen halten, dass das Fahren mit der Bahn auch kein kostenfreies Freizeitvergnügen ist, sondern Millionen Menschen teuer dafür bezahlen, pünktlich und sicher von A nach B zu kommen. Genau diese Menschen sind in vielen Fällen auch noch auf die Bahn angewiesen, was die Problematik noch ein Mal verstärkt.

Außer das man bei der der Bahn ganz offensichtlich nicht in der Lage ist sich ausreichend auf verschiedene Wetterbedingungen einzustellen, ist da auch noch das Problem der, in einer fast schon routinemäßigen Regelmäßigkeit auftretenden, Streiks der Bahnmitarbeiter. Man erinnert sich noch zu gut an den Dauerkrach zwischen Hartmut Mehdorn und Manfred Schell, der die Bahnkunde teilweise bis an den Rand des Wahnsinns trieb. Heute weiß man, dass es nicht nur ein ganz offensichtlicher privater Zwist dieser Herren war, sondern es ein personenunabhängiges Dauerproblem zu sein scheint. Genau diese tariflichen Auseinadersetzungen sind ein weiterer Baustein dessen, was dem Image der Bahn so sehr schadet. Denn in Zeiten immer weiter steigendem Leistungsdruck, ist das Thema zuverlässige Mobilität immer wichtiger. Diesen Fakt sollte man auch bei der Bahn berücksichtigen. Unzufriedene Kunde sind das Grauen eines jeden Unternehmens, auch diese Botschaft sollte man irgendwann bei der Bahn nicht mehr ignorieren, wie man es scheinbar im Moment tut.

Operation Eichhörnchen

Lässt man nun Wetterbedingte Probleme und Streiks ein Mal außen vor, ist das Maß der Probleme bei der Deutschen Bahn aber noch lange nicht voll. Denn auch technisch kommt die Bahn nicht aus den Schlagzeilen. Es scheint egal, ob man von nicht perfekt gesicherten Tunneleingängen spricht, die es scheinbar ermöglichen, dass sich ganze Schafherden auf den Gleisen tummeln oder aber von Problemen mit Radsätzen, die Probleme sind massiv. Ganze Baureihen des ICE müssen sich wesentlich häufigeren Untersuchungen unterwerfen, da es ganz offensichtlich zu massiven Materialproblemen kommt. Seit am 03. Juni 1998 in Eschede 101 Mensch bei dem Unglück des ICE Wilhelm Conrad Röntgen ums Leben kamen, ist natürlich gerade auch das Thema Sicherheit bei der Bahn ein sehr sensibles und hier bei stehen natürlich gerade auch die Hochgeschwindigkeitszüge massiv im Fokus der Öffentlichkeit, denn niemand möchte, dass sich ein solches Unglück noch ein Mal wiederholt. Man sieht auch an dieser Stelle sollte die Deutsche Bahn darauf achten, dass ihr Image nicht immer massiver beschädigt wird.

Nimmt man all die gerade aufgezählten Problemfelder bei der Bahn zusammen, ergibt sich ein desaströses Bild. Genau in einer solchen Situation dann auch noch negativ mit einem Skandal, wie der Operation Eichhörnchen, in der Öffentlichkeit zu stehen, kann eigentlich nicht im Interesse eines Großkonzerns sein, dessen Börsengang gerade gescheitert ist und auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Behauptete die Bahn anfangs es wäre um einen Datenabgleich von circa 1.000 leitenden Angestellten gegangen, musste man nun, wie die Medien berichten, einräumen, dass gut 173.000 Mitarbeiter von rund 240.000 Mitarbeitern überwacht wurden. Es ist anzunehmen, dass eine solche massenhafte Überwachung von gut zwei Drittel der gesamten Belegschaft auch den Rahmen der Verhältnismäßigkeit eines Antikorruptionskonzeptes, als welches die Operation Eichhörnchen deklariert wurde, sprengt. Natürlich darf man auch gespannt in die Zukunft blicken und abwarten, ob nicht noch weitere unangenehme Details dieser Operation ans Tageslicht geraten. Bei all diesen Fakten ist es eher überraschend, dass erst jetzt die Rufe nach einem Rücktritt des Bahnchefs Hartmut Mehdorn laut werden. Denn all die hier beleuchteten Tatsachen führen zwangsläufig zu der Frage, ob Hartmut Mehdorn die Geschicke im großen Konzern der Mobilität noch unter Kontrolle hat.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Technik · Wirtschaft

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