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Die Wahrheit des Wortes

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Der Absturz in der vernetzten Welt

11. Februar 2009

Die Welt ist fest in den Händen der Weltwirtschaftskrise und keiner weiß was zu tun ist. Natürlich werden auch die Fragen danach lauter, wer dies alles zu verantworten hat und wie es überhaupt soweit kommen konnte? Keine leichten Fragen in einer Krise die so massiv ist, wie die Welt sie noch nicht erlebt hat. Denn was von einer Immobilienkrise in den USA zu einer weltweiten Banken-und Finanzkrise wurde und mittlerweile in eine Weltwirtschaftskrise gegipfelt ist, wird immer weitreichendere Folgen haben bis hin zu tiefen Spuren in den gesellschaftlichen Formen auf dieser Erde. Aber vielleicht ist die Antwort doch einfacher als viele meinen. Vielleicht müssen wir uns einfach nur auf unsere Geschichte berufen, um zu verstehen was dieser Tage geschieht. Wenn wir es dann noch schaffen würden aus den Fehlern der Geschichte zu lernen, hätten wir vielleicht eine Chance den Schaden dieser Krise ein wenig einzudämmen.

Von der Dampfmaschine bis zur Z1

Es war die Zeit als die Dampfmaschine erfunden wurde, als die Welt in Schrecken fiel. Was würde passieren? Diese Maschinen würden die bestehenden Wirtschaftsformen vernichten, sie würden Massen an Arbeitsplätzen vernichten. Eine Katastrophe war geboren. Da war eine technische Neuerung, deren Ausmaß auf die Wirtschaft und die gesellschaftlichen Strukturen erst ein Mal nicht klar zu definieren war. Denn alles sollte sich verändern. Die Produktionsabläufe waren plötzlich ganz andere, was natürlich auch zu gesellschaftlichen Veränderungen führte. Es war die Zeit um 1712 als Thomas Newcomen die erste funktionierende Dampfmaschine schuf, die sich James Watt 1769 in einer weiterentwickelten Form patentieren ließ. Wie sehr diese Herren die Welt veränderten ist wohl jedem bestens bekannt, dass Leben hatte sich in kürzester Zeit grundlegend verändert und bei weitem nicht nur zum Negativen, denn diese neuartigen Maschinen halfen den Menschen auch. Gut 200 Jahre nach der Erfindung von Newcomen rutschte die Welt in den Ersten Weltkrieg ab, es folgten eine Weltwirtschaftskrise und der Zweite Weltkrieg. Die Entwicklungen und Resultate aus diesen Erfindungen hatten sich in diesen zwei Jahrhunderten noch ein Mal um ein vielfaches potenziert. So schlimm diese Zeiten auch waren, die Welt und die Menschheit haben sie überlebt.

1938 kann man wohl als das Geburtsjahr des Computers festhalten, als Konrad Zuse mit seiner ersten programmgesteuerten Rechenmaschine der Durchbruch noch vor den Amerikaner gelangte. Die damalige Maschine mit dem Namen Z1 wog gut 800 Kilogramm und belegte eine Fläche von etwa sechs Quadratmetern. Man sieht es war nicht gerade ein Laptop, den man sich, wie wir es heute kennen, kurz und einfach unter den Arm klemmen konnte. So waren also wieder über 200 Jahre in der Menschheitsgeschichte ins Land gezogen und eine neue bahnbrechende, die Welt völlig verändernde Erfindung war geboren. Was sich aus dieser Maschine über die nächsten Jahrzehnte entwickeln sollte, welchen Einfluss sie auf die Wirtschaft und die Gesellschaft haben sollte, war damals wohl kaum abzusehen. Es war vergleichbar mit der Erfindung der Dampfmaschine, denn sie waren wieder da, diese Ängste was diese technische Neuerung wohl für die Menschen bedeuten würde. Heute sind wir etwas schlauer, was diese Erfindung angeht und wissen, dass sie der Menschheit viel Gutes gebracht hat, wir wissen aber auch um die riesigen Nachteile die sie uns brachte. Bill Gates, das Internet alles Folgen die auf dem technischen Durchbruch von Zuse basieren. Globalisierung, Zügellosigkeit in der Finanzwirtschaft und ähnliches kann man aber ebenfalls als Folge dieser Erfindungen verbuchen.

Die vernetzte Welt und ihr Wissen

Natürlich könnte man sich die Frage stellen, wie sich die Welt wohl ohne die Erfindungen und Entwicklungen von Newcomen und Watts entwickelt hätte? Genauso kann man diese Frage auch zu Zuse und Gates stellen aber bringt uns all diese Hinterfragerei wirklich weiter? Was wäre das Ergebnis? Wir würden wahrscheinlich das Positive ausblenden und über das Negative zur Erkenntnis gelangen, dass Erfindergeist und Entwicklung etwas ganz schlechtes seien und genau dieser Schluss wäre falsch. Natürlich ist die Welt ein Mal mehr unpersönlicher und hektischer geworden und sie ist auch ein ganzes stückweit unkontrollierbarer geworden aber es gibt auch dies Mal riesige Vorteile. Es gibt die Möglichkeit das globale Wissen noch besser zu vernetzen und zu nutzen. Natürlich liegt hier auch die große Gefahr, denn wir kennen alle die Aussage `Wissen ist Macht` und deshalb ist es umso wichtiger sich dafür einzusetzen, dass Wissen ein globales und jedem zugängliches Gut bleibt und nicht von einigen wenigen kontrolliert wird. Denn Kontrolle ist auch immer der Schlüssel zur Manipulation und Ausbeutung. Es gibt in den heutigen Tagen schon Entwicklungen von Google bis Wikipedia, die man durchaus kritisch im Auge behalten sollte. Denn die Folgen unkontrollierten, globalen Handels spüren wir heute schon und hier sprechen wir letztendlich nur von einem gesellschaftlichen Segment, wenn auch von einem sehr wichtigen und bedeutenden.

Es ist zum einen natürlich eine politische Aufgabe diese Wege in eine positive Richtung zu lenken und genau dies ist im Finanzbereich nicht gelungen, denn hier haben die Regierungen weltweit versagt. Deshalb ist die Bedeutung der Gesellschaft umso wichtiger, denn jeder für sich kann heute Einfluss nehmen, auch dies ist ein Vorteil dieser technischen Errungenschaften. Trägheit, Desinteresse an Bildung und ähnliches stehen dieser gesellschaftlichen Aufgabe allerdings oftmals im Wege. Denn die technischen Errungenschaften heute nur für Kommunikation mit zweifelhaftem Sinn oder zum Spielen zu nutzen, ist der falsche Weg. Wenn man die Medien der heutigen Zeit allerdings dazu nutzt Wissen zu verbreiten und zu managen, sich politisch zu engagieren, sich für Menschenrechte einzusetzen und ähnliches, haben wir es dies Mal begriffen. Es wäre außerordentlich wünschenswert, dass die 200 Jahre nach Konrad Zuse friedlicher und dem Menschen nützlicher würden, als es die 200 Jahre nach der Erfindung von Thomas Newcomen es waren. Denn all diese Erfindungen von der Dampfmaschine bis zum Computer sind Freunde der Menschen, so lange wir sie alle kontrollieren und zum Guten nutzen. Das solche Erfindungen negativ sein können und zum Beispiel Arbeitsplätze kosten können, die Reichen noch reicher machen und ähnliches sollte man gelernt haben und aus diesem Erfahrungsschatz heraus in Zukunft besser handeln.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Technik · Wirtschaft

Bis jetzt 2 Kommentare ↓

  • 1 Angelika // 11. Feb 2009 at 10:53

    Es ist immer wieder spannend, dass derartige Basisinnovationen – es gibt dazu ein interessantes Buch: “Der sechste Kondratieff” von Leo A. Nefiodow – die Welt regelrecht aus den Angeln heben können. Und es ist spannend, dass diese Erfindungen die Macht haben ein ganzes Wirtschaftssystem nachhaltig zu prägen, mit allen dazu gehörenden Begleiterscheinungen wie das Aussterben einer Branche, Entlassungen, neue Jobs, neue Märkte.

    Obwohl wir von solchen Wirtschaftszyklen wissen, reagiert die Gesellschaft trotzdem irritiert, wenn sich neue Basisinnovationen ankündigen und bestehende Systeme ihrem Ende zusteuern. Gerade darin liegt aber das Potenzial zum Neuen: etwas muss sich leeren, damit Neues kommen kann. Und die kreativsten Neuerungen stellen sich erst unter Zugzwang ein. Auch das ist ein menschlicher Charakterzug unserer Gesellschaft.

  • 2 Marcel // 11. Feb 2009 at 14:54

    Sind Krisen nicht immer das Resultat sich verändernder Bedingungen? Ist nicht die “Entdeckung” der Elektrizität, die viel größere Lesitung? Warum der Computer und nicht die VErnetzung der Welt?
    Man kann sehr lange über diese dinge nachdenken und jeder kommt zu einem anderen Ergebnis.
    Fakt ist, das wir uns in einem Prozess gesellschaftlicher Umbrüche befinden.
    Wer oder was das ausgelöst hat ist für unser wohlbefinden irrelevant. Relevant ist, das wir den Veränderungen zugleich offen und auch kritisch gegenüberstehen, denn Eskalation resultiert meist aus blindem Vertrauen oder der Unfähigkeit Diskurse zu führen.

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