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Die Wahrheit des Wortes

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Der Absturz der Tigerentenkoalition

24. Juni 2010

Im Herbst letzten Jahres nahm der Machtwechsel im Bundestag seinen Lauf und die Große Koalition aus Union und SPD wurde durch die so genannte Tigerentenkoalition aus CDU, CSU und FDP abgelöst. Die Chancen für einen Neustart  waren wohl nie besser aber mittlerweile merkt man, dass es diesen Neustart nie gegeben hat und wohl auch nicht mehr geben wird. Da überrascht es auch nicht großartig, dass die Regierung unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei manchen Umfragen schon die schlechtesten Werte der letzten zehn Jahre erreicht und auch ihre persönlichen Werte immer weiter absinken. Es ist eine traurige Entwicklung die sich hier abzeichnet aber man muss natürlich auch berücksichtigen, dass die Regierung nicht unverschuldet in diese Situation gerutscht ist, denn sie hatte die Optionen alles besser zu machen.

Wirtschaftsparteien
Sieht man einmal von der Linken ab, die in großen Teilen wohl noch in einem gewissen Selbstfindungsprozess feststeckt, scheinen die verbleibenden Parteien nur noch Wirtschaftsparteien zu sein. Im Bereich der Konservativen, also bei CSU und CDU überrascht dies kaum, auch bei den Liberalen ist ein gewisser Hang in diese Richtung keine große Überraschung. Bei der großen Arbeiterpartei SPD vollzog sich allerdings ein politisches Umdenken, welches doch viele Stammwähler erstarren ließ. Denn den Kurs, den damals Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) vor allem auch mit seiner Agenda 2010 einschlug und damit den sozialen Kahlschlag begann, verstehen bis in die Gegenwart viele Menschen nicht. Somit sieht man aber sehr schön, wo seit Jahren die Prioritäten bei der SPD gesetzt sind und eine Abkehr von diesem unsozialen Kurs zeichnet sich im Moment noch nicht ab. Man merkt die Luft für die Bürger wird dünner, wenn man nach Parteien sucht, die den Interessen der Bürger folgt und nicht denen der Wirtschaft.

Aber es gibt da natürlich auch noch die Grünen, die große ökologische Partei. Diese zählten dann auch bei den letzten großen Wahl im Frühjahr diesen Jahres im bevölkerungsreichsten Bundesland, in Nordrhein-Westfalen, zu den großen Siegern und werden sich nun wohl im Land an Rhein und Ruhr an einer Minderheitsregierung mit der SPD beteiligen. Wie viel Bestand diese Landesregierung unter der Leitung von Hannelore Kraft (SPD) dann haben wird, wird die Zukunft zeigen. Man muss bei den Grünen aber auch bedenken, dass sie mittlerweile etabliert sind und damit natürlich auch immer mehr dem politischen Mainstream angehören. Auch hier geht es um die Nähe der Politik zur Wirtschaft und nur weil es bei den Grünen dann auch schon einmal ein biologisch abbaubares Unternehmen sein darf, macht es die Sache selbst kein Stück besser. Man stellt fest, dass es eine große Aufgabe ist, die Richtigen zu wählen. Hier ist natürlich auszusprechen, dass es doch auch oftmals nicht nur missverständliche Wahlversprechen der verschiedenen Parteien sind, die für Unzufriedenheit sorgen, sondern man das Gefühl nicht los wird, als sei der Wortbruch ganz allgemein vorprogrammiert.

Eigeninitiative braucht das Land
Aber was kann nun jeder selbst tun, um sich dieser Spirale zu entziehen? Es geht um die Eigeninitiative und natürlich darum Eigenverantwortung zu zeigen. Wo man einkaufen geht, wie man sich informiert, wie man sich in seinem persönlichen Umfeld engagiert, dass sind alles Fakten, die auch dazugehören, wenn man ein Land grundlegend verändern möchte. Man muss seine ganz persönlichen Chancen einfach besser nutzen und sich mehr Unabhängigkeit von diesem System erkämpfen. Wenn der Staat meint sich komplett auf die Seite des Großkapitals zu schlagen und dabei seine Bürger vernachlässigt, muss dem eine breite und geschlossene Front aus der Mitte der Gesellschaft gegenüberstehen. Ein Anlass wäre zum Beispiel, dass man für eine vernünftige Verteilung der Mehreinnahmen, die in dieser Woche ans Tageslicht kamen, einsetzt. Denn hier greift schon wieder dieser falsche Weg, sind Schulden da, ist es Sache der Gemeinschaft, gibt es Gewinne zu verteilen, werden dann aber gewisse Teile der Gesellschaft, die vorher noch zahlen dürften, ausgeschlossen.

Gerade erst hat eine Vergleichsstudie unter Schülen der 9. Klasse wieder gezeigt, wie groß der Zusammenhang zwischen Bildung und finanziellem Hintergrund ist und das es hier ein große Nordsüdgefälle gibt, welches dann natürlich einer gewissen Finanzlogik folgt. Auch hier ist Protestpotenzial durchaus vorhanden, denn jeder weiß, wie wichtig Bildung auch für dieses Land ist und deshalb muss hier einfach auch gelten, dass jeder die gleichen Chancen hat. Es hat manchmal den Eindruck, als würden gewisse Kräfte nur darauf aus sein, den Keil immer noch tiefer in die Mitte der Gesellschaft zu treiben. Genau darauf sollte man sich aber nicht einlassen, sondern für mehr Solidarität eintreten. Die ureigenste Ignoranz und eine große Portion Egoismus sind die Hauptgründe, warum dieser Plan der hohen Herren und natürlich auch Damen, überhaupt erst aufgeht. Es ist ein langer und beschwerlicher Weg der vor uns allen liegt aber was wäre die Alternative? Es gibt keine und deshalb ist es nun umso wichtiger sich so zu verhalten, wie es hier angedacht wurde.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Umwelt · Wirtschaft

Bis jetzt 2 Kommentare ↓

  • 1 Martina Jäger // 24. Jun 2010 at 21:55

    den part mit der eigeninitiative find ich wichtig und ist ein machbarer weg. da der staat stiefmütterliche bürgerpflege betreibt, ist es an der zeit die rolle der stiefmutter zu hinterfragen und sich unabhängiger zu machen. es gibt alternativen, die den weg zur unabhängigkeit und eigenverantwortung ausbauen. was alles nicht klappt, erscheint oft einsichtiger als die eigene kreativität zu nutzen, um ein paar neue wege zu beschreiten.

  • 2 nextstopjupiter // 10. Jul 2010 at 11:59

    Manipulation durch Bildung ersetzen, Wettbewerb durch Kooperation, nicht mehr fuer Geld arbeiten, sondern fuer Werte, die Macht der Banken und des Finanzsystems brechen, und es wird moeglich sein, neue Wege zu beschreiten. Let’s Build the Spaceship Peace, http://hubpages.com/t/f0ee0

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