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Die Wahrheit des Wortes

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Der Abschied von den Weltnachrichten

12. Juli 2011

Am Ende der letzten Woche endete eine Ära und die 1843 gegründet `News of the world` wurde eingestellt. Nachdem es einen riesigen Skandal um diese Boulevardzeitung mit einer Auflage von 2,6 Millionen gab, nahm der Verlagschef James Murdoch sie am Sonntag vom Markt. Die letzte Ausgabe erschien komplett ohne Werbung und alle Einnahmen wurden einem wohltätigen Zweck gespendet und man entschuldigte sich bei den Lesern. Man kann sich in etwa ausmalen, wie groß ein solcher Skandal sein muss, damit ein solches Erfolgsblatt einfach so eingestampft wird. Die Größe des Skandals wird auch deutlich, betrachtet man, dass wohl nicht nur Journalisten und Polizisten in ihn verstrickt sein sollen, sondern auch die Politik bis ganz hinauf zur britischen Regierung. Natürlich erkennt man hier auch sehr deutlich die Wege, die man in der heutigen Zeit in den Medien geht und dies gilt nicht nur für England. Man kann sich nun auch gut vorstellen, dass so etwas vom Grundprinzip her natürlich auch in Deutschland möglich wäre, denn die Strukturen sind schon sehr ähnlich, was sich letztendlich auch in einer sehr engen Verknüpfungen von Politik, Wirtschaft und Medien zeigt, die wie man weiß eben auch in Deutschland vorhanden ist. All dies belegt auch, wie groß die Probleme sind, wenn man vom Bereich der Medien spricht und dies ist nicht gut für die Demokratie an sich.

Die Hitler-Tagebücher
Auch in Deutschland gab es schon große Skandale im Kontext der Medien. Einer der größten war der Skandal um die gefälschten Tagebücher von Adolf Hitler, die Konsequenzen waren damals im Vergleich zum aktuellen Fall in England eher sehr milde, wobei diese Fälle natürlich auch nicht direkt miteinander zu vergleichen sind. Im Fall des englischen Boulevardblatts ging es unter anderem darum, dass die Telefone von Angehörigen von Mordopfern gehackt worden sein sollen, um diese abzuhören und so an Informationen zu gelangen. Auch aus deutscher Sicht sollte man sich allerdings, gerade auch im Bereich der Boulevardpresse, nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, was die Beschaffung von Informationen angeht. Einen Verlust von Ethik und Moral kann man in diesen Tagen auch weltweit verfolgen, also sollte man sich auch nicht allzu stark auf solche Werte verlassen. Das Problem bei alldem ist der Schaden, der so ganz allgemein für die Medien entsteht und dieser hilft am Ende des Tages im Kontext von weniger Informationen vor allem wieder den Protagonisten aus der Politik und der Wirtschaft, womit sich der Kreis natürlich in einer gewissen Art und Weise wieder schließt. Ein Rückgang an Qualität und Quantität in der Medienwelt ist letztendlich einfach nur negativ für die Demokratie und in diesem Kontext kommen natürlich schlimme Ahnungen auf, dass so etwas durchaus gewollt ist.

Nun geht man bei solchen Skandalen natürlich gerne hin und erklärt, warum all dies in Deutschland so anders ist und wie getrennt zum Beispiel die Medien und die Politik sind. Fakt ist, dass der aktuelle Regierungssprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen kommt, also hier von einer großen Distanz zu sprechen, wäre schon merkwürdig. Nimmt man den Bereich des Privatfernsehens hat man mittlerweile, gerade auch im Bereich von Nachrichtensendungen aber auch bei wirtschaftslastigen Beiträgen das Gefühl reine Werbesendungen für gewisse Produkte oder gar ganze Unternehmen zu sehen, was natürlich für eine große Nähe zur Wirtschaft spricht, was wiederum auch eine gewisse Logik im Kontext der Werbegelder, mit denen man sich hier im Schwerpunkt finanziert, ergibt. Überhaupt ist in einer raubtierkapitalistischen Welt eine so massive Verflechtung von Unternehmen überall die Jahre entstanden, dass man vielfach gar nicht mehr weiß und erkennen kann, wer hier noch zu wem gehört, was natürlich auch nicht gerade für eine freie und unabhängige Berichterstattung spricht, da vielfach die Transparenz einfach fehlt. An diesen Punkten erkennt man dann natürlich auch sehr schön, warum all dies nicht im Sinne von Freiheit und Demokratie sein kann.

Schon GEZahlt?
Die meisten Menschen dürften diesen Werbeslogan der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) kennen, die unter anderem damit versucht ein gutes Image für eine Art Zwangsabgabe aufzubauen, die man auch für die Unabhängigkeit in der deutschen Medienlandschaft bezahlen soll. Nun könnte man allein schon ganze Bücher über die Methoden, die man dort an den Tag legt, schreiben aber dies würde nur davon ablenken, diese Institution im Allgemeinen zu hinterfragen. Denn auch hier müssen Menschen etwas bezahlen und dies für eine Leistung, die scheinbar sehr fragwürdig ist. Auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen wird scheinbar immer kommerzieller und man beruft sich dann gerne darauf, dass man natürlich die Konkurrenz im Auge haben muss. Dann fragt man sich natürlich, wenn so etwas ein Anspruch ist, wofür GEZ-Gebühren erhoben werden. Wenn ein große Nachrichtengesicht des öffentlich-rechtlichen Fernsehens einem dann auch noch plötzlich als Regierungssprecher begegnet und Steffen Seibert nun so etwas, wie das Sprachrohr der Kanzlerin ist, wirft dies weitere Fragen auf. Der Ansatz der GEZ-Gebühr soll es sein für große finanzielle Unabhängigkeit und für eine große Vielfalt im Medienbereich zu sorgen. Man muss aber immer wieder feststellen, dass es scheinbar eine immer massivere Anpassung an den Bereich des Privatfernsehens gibt und wenn man dies für notwendig hält, wäre es schon nicht allzu gut aber vor allem würde es wohl dieser Gebühr die Grundlage entziehen.

Es gibt gewisse Inhalte, die das politische Berlin ganz offensichtlich gut verbreitet wissen will. Dies erkennt man auch immer wieder sehr schön im Bereich von Hartz-IV-Empfängern, wo scheinbar eben auch über die öffentlich-rechtlichen Sender ein gewisses Bild aufgebaut wird. Es gibt aber noch andere Bereiche, wie zum Beispiel das Ende der Weltwirtschaftskrise, auch hier wird die Marschroute der Bundesregierung doch meist sehr unkritisch verfolgt und ein Bild geschaffen, wo man sich nur allzu oft fragt, wo drauf dieses aufbaut. Die USA haben den Staatsbankrott eigentlich schon erreicht und tricksen nur noch herum, um dies nicht offiziell verkünden zum müssen. Der Euro ist noch lange nicht gerettet, viel mehr noch, müssen auch die Deutschen für seinen Erhalt immer tiefer in die Tasche greifen und bei einem solchen Szenario vom Ende der Krise zu sprechen, ist schon absurd. Für eine solche Information, die doch viel mehr, wie eine von Oben verordnete Desinformation wirkt, nun aber auch noch eine Art Zwangsabgabe, die GEZ-Gebühr, zu verlangen, kann man zu mindesten als sehr merkwürdig bezeichnen. Man sieht schon ziemlich deutlich, dass nicht nur England ein großes Problem im Bereich der Medien hat, sondern ähnliches auch für die Bundesrepublik Deutschland gilt. Glücklicherweise bietet da gerade auch das Internet ganz neue Möglichkeit und die sollten noch mehr, als es jetzt schon der Fall ist, genutzt werden.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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