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Die Wahrheit des Wortes

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DenkMal!

4. November 2011

Denkmäler gibt es überall auf der Welt und sie verstehen sich oftmals, als Mahnmal für schreckliche Zeiten. Sie weisen daraufhin, wie es nie wieder werden soll. Man gedenkt damit den Opfern all der Kriege, der falschen Ideologien oder oftmals auch nur deren falscher Anwendung. Wenn die Menschen ein bisschen mehr denken würden und nicht so häufig nur an sich denken würden, wäre es wahrscheinlich denkbar, irgendwann weniger Denkmäler zu brauchen. So lange sich die Menschheit aber nur berieseln lässt, selber oft genug der Gier und dem Neid folgt, wird dies immer wieder in Konflikten und letztendlich auch in Gewalt münden. Spätestens mit dem Fall des Eisernen Vorhangs ist eine neue Epoche des Wahnsinns eingeläutet worden, während sich die Menschen noch darüber freuten, dass das Blockdenken Geschichte war und das Wettrüsten ein Ende hatte, wurde schon die nächste Runde dieses unmenschlichen Spiels begonnen. Der globalisierte Raubtierkapitalismus sollte seinen Siegeszug beginnen. Nimmt man Deutschland, erinnert man sich noch gut an die Euphorie die sich ausbreitete, als die Mauer fiel. Jegliche nachdenkliche Töne wurden weggewischt und als ewiger Pessimismus verurteilt, dass der größte Teil der damaligen Kritik über die Jahrzehnte zur bitteren Realität wurde, erwähnt man in diesen Tagen eher selten, könnten die Menschen doch beginnen nachzudenken.

Von der DDR bis in die EU
Für die Bewohner der ehemaligen DDR bedeutete der Mauerfall vor allem Freiheit und die Hoffnung auf ein besseres Leben, welches auch ganz klar an positive, ökonomische Gedanken gekoppelt war. Genau dies bekamen man spätesten mit den Ankündigungen von Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU) und seinen Blühenden Landschaften auch suggeriert. Heute weiß man, dass die Realität eine andere ist, denn unter dem Strich hat sich ein schwer definierbarer Brei ergeben, denn man aber im Gesamten nicht unbedingt, als den großen Wurf bezeichnen kann. Mittlerweile ist die DDR Geschichte, genau wie die Amtszeit von Kohl (CDU). Nun regiert seine Ziehtochter und  heutige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Pläne haben sich vergrößert, um nicht zu sagen, der Größenwahn hat einen neuen Level erreicht. Nun geht es längst nicht mehr um die Einheit eines getrennten Volkes, sondern um die Einheit eines ganzen Kontinents. Der Staatenbund Europa wurde immer größer und auch immer undurchsichtiger und vor allem, erklärte man den Menschen wieder, dass alles nur besser würde. Spätestens hier hätten die Menschen begreifen müssen, dass dies niemals hätte funktionieren können, denn was im kleinen Maßstab zwischen dem Westen und dem Osten der Republik schon fehlgeschlagen war, konnte natürlich auf der ganz großen Ebene auch nicht funktionieren. Trotzdem forcierte man die Europäische Union (EU) und später natürlich auch den Euro immer mehr.

Man gab den Menschen Kabelfernsehen und später Satellitenfernsehen und das Internet, um sie möglichst 24 Stunden jeden Tag abzulenken. Schaut man sich die aktuelle Situation an, ist dieser Plan auch zum größten Teil aufgegangen, denn ein Großteil der Menschen beschäftigt sich mit allem möglichen aber nicht mit den sich wiederholenden Fakten. Die Treuhand wickelte damals einen Großteil der DDR ab und es gab gewisse Kreise, die hier richtig gute Geschäfte gemacht haben und diese zum Teil auch bis in die Gegenwart noch machen. Der Großteil der Bevölkerung hat in dem Maße allerdings niemals davon profitiert. Aktuell sieht es wieder ganz ähnlich aus, denn auch in der aktuellen Krisensituation gibt es wieder einen ganz kleinen Kreis, eine Minderheit, die wieder einmal profitiert. Man ist gar nicht überrascht, dass diese Kreise die gleichen bleiben. Um sich nun an dieser oder auch an anderer Stelle überrascht zu zeigen, müsste man informiert sein und dies wird in der heutigen Zeit immer schwieriger und dies obwohl man meint, jegliche Information wäre über das Internet immer abrufbar. Vom Prinzip her ist dies auch genauso der Fall, allerdings wird man im selben Moment mit soviel Ablenkungsfeuer überfrachtet, dass sich viele Menschen gar nicht mehr in der Lagen fühlen, sich auch nur im Ansatz zu informieren. So steht am Ende des Tages eine weniger informierte Gesellschaft da, als noch zuvor. Die Menschheit kennt jede Geschichte eines B-Promis, erkennt aber nicht, wie massiv man auf den nächsten Abgrund zu läuft. Dieser Zustand ist eben so traurig, wie auch gefährlich.

Neid als Hilfsmittel
Es gibt in Deutschland Menschen die gar kein Interesse daran haben ihren Beitrag zu einem funktionierenden System zu leisten und die einfach nur mit ruhigen Gewissen auf die Kosten der Allgemeinheit leben. Es gibt in diesem Land ebenso viele Beispiele dafür, dass Menschen unvorstellbare hohe Gehälter für Verantwortung beziehen, die sie niemals übernehmen werden. All dies sind unschöne Randerscheinungen, die allerdings gar nicht das Hauptproblem darstellen. Die kleine Minderheit, die den Großteil des Kapitals hält und trotzdem noch immer mehr will, nutz oftmals den Faktor Neid, um möglichst viele kleine Gruppen zu schaffen, die keine große einheitliche Front werden können. Dieser Einsatz von Neid als Bremse gegen Solidarität ist ein sehr geschickter Schachzug, der eben genau dieser Minderheit hilft. Es geht nicht um den kleinen Bankdirektor und es geht auch nicht um altrömische Dekadenz, wie es einmal eine ehemalige Leitfigur einer Regierungspartei, die aktuell ums Überleben kämpft, formulierte. Es geht um die Spaltung, um nicht zu sagen, um die völlige Aufsplitterung unserer Gesellschaft. Da sich Kirchen, wie auch Gewerkschaften, schon lange in diesem System eingewoben haben, gehen auch von hier immer weniger Impulse aus und sie versinken immer mehr in der Bedeutungslosigkeit, womit sie dem Gesamtsystem des globalisierten Raubtierkapitalismus auch gute Diener geworden sind. Was fehlt ist die ganz große Solidarität und genau hier liegt auch das große Risiko, denn die Armut wird sich weiter ausbreiten und es werden immer mehr Menschen betroffen sein, die aktuell noch meinen nichts tun zu müssen, weil es ihnen vermeintlich gut geht und sie noch nicht einmal die Werbepausen, die Gebetszeiten des Konsumterrors, dazu nutzen nachzudenken.

Am Ende des Tages scheint es so, als würde sich Geschichte dann eben doch wiederholen und dies ist ein wirklich erschreckender Fakt. Es ist wieder dieses Warten auf den ganz großen Knall und man weiß, wie dieser endet. Die Menschen müssen lernen zu begreifen, dass es nicht darum geht, ob eine Regierung von der Union geführt wird oder von der SPD, selbst eine Regierung unter der Hauptverantwortung der Grünen ist nicht die Lösung, wie es sich auch ganz langsam in Baden-Württemberg immer deutlicher zeigt. All diese Parteien sind etabliert, was in diesem Fall vor allem bedeutet, dass sie systemtreu sind und genau dieses System ist das Problem. Man sieht, dass dieses System nun also nicht durch Wahlen verändert werden kann, genauso wenig, wie man es mit Gewalt verändern wird, man muss es durch Handlungen verändern. Jeder Mensch muss mit seinem Verhalten dafür sorgen, dass dieses System sich selber vernichtet. Man muss zum Bauern um die Ecke gehen und nicht ein paar Euro beim Discounter sparen. Man muss seine Gelder da positionieren, wo sie gut aufgehoben sind und die Welt voranbringen und nicht noch die Großen unterstützen, die man im Notfall über seine Steuergelder so oder so unterstützen muss. Man sollte seinem Nachbarn helfen, anstatt ihn zu verurteilen, in der einen, wie auch in der anderen Richtung. All dies setzt aber eben voraus, dass man einmal ein wenig nachdenkt, wo einen dieser ganze Wahn hinführt und wie viele Denkmäler die Menschheit eigentlich noch benötigt bis sie merkt, dass selber denken wirklich sehr hilfreich sein kann und auch wirkliche Chancen für eine bessere Zukunft bietet.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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