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Die Wahrheit des Wortes

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DDR BRD und 20 Jahre Mauerfall

9. November 2009

Am heutigen Tag dreht sich in Deutschland alles um den 20. Jahrestag des Mauerfalls. Die Erinnerungen an dieses tiefgreifende Ereignis der deutschen Geschichte begleitet dieses vereinigte Land aber eigentlich schon das ganze Jahr und erreicht an diesem Tag den letztendlich den Höhepunkt. Natürlich ist dies ein Datum an dem man zurückblicken muss auf all das, was sich seitdem in Deutschland aber auch im Rest der Welt verändert hat. Es ist aber auch einer dieser Tage, an denen man nicht vergessen sollte, dass nicht alles nur perfekt lief seit diesen Tagen im Herbst 1989 und auch bei weitem noch nicht im Ansatz alle Probleme beseitigt sind. Ganz Deutschland befindet sich bis zum heutigen Tag in einem Prozess des Wandels, der damals vor 20 Jahren seinen Anfang nahm und das Leben in Ost, wie auch in West bis zum heutigen Tag nachhaltig beeinflusst.

Wir sind das Volk!
Dieser Leitspruch der friedlichen Demonstration ist auch in diesen Tagen allgegenwärtig und wenn man sich die heutige Situation in Deutschland betrachtet, fragt man sich oftmals, wo der Spirit dieser Tage hingekommen ist. Vor 20 Jahren begann in der damaligen DDR mit der dortigen Protestbewegung gegen das bestehende SED-Regime ein Umschwung der Einfluss auf weit mehr als nur auf die DDR haben sollte. Es war ein Baustein und wahrscheinlich auch der größte Baustein, der zur späteren kompletten Auflösung der Blöcke führte. Die Sowjetunion sollte sich später auflösen und das Gesicht Europas sollte sich für immer verändern. Vielen Menschen in der damaligen DDR ging es aber vor allem erst einmal um ihr Leben, um ihre Situation in einem Unrechtsstaat in dem sie nicht mehr länger leben wollten. Da nur wenige an die von der SED angekündigten Veränderungen im Staat glaubten, wählten sie den Weg des friedlichen Protestes, um das System zu stürzen. Am 09. November 1989 war es dann soweit und die Grenzen zwischen Ost und West fielen, die Mauer fiel. Ein neues Kapitel in der deutschen Geschichte wurde aufgeschlagen.

Man muss wohl 20 Jahre später einräumen, dass damals vor allem ein großer Fehler begangen worden ist oder vielleicht war es auch gar kein wirklicher Fehler, sondern ein durchaus gewollter Schritt. Sowohl die Protagonisten aus der Politik, wie auch die der Medien und dies gilt für die aus dem Westen ebenso, wie für die aus dem Osten, verbreiteten eine Euphorie, von der alle hätten wissen müssen, dass nichts auf dieser Welt dazu hätte führen können, dass dieses Glücksgefühl auch lange anhält. Es war als wollte damals niemand durch ein vernünftiges Maß an Realismus diese grandiose Party stören und so feiert man einfach nur und dafür wurde der Kater dieser bombastischen Feier in den folgenden Jahren umso größer. Allerdings muss man anmerken, dass die Freude damals wohl bei weitem nicht so groß gewesen wäre, hätte man davon gesprochen, dass die Menschen in Deutschland auch noch 20 Jahre später dafür bezahlen müssten und es dann noch immer nicht vorbei ist. Denn laut heutigem Kenntnisstand, werden wir alle bis mindestens 2019 dafür bezahlen müssen und selbst dann wird das Ziel noch nicht erreicht sein.

Das Aus der Blühenden Landschaften
Wir alle erinnern uns noch gut an die Versprechungen von Helmut Kohl (CDU), dem damaligen Bundeskanzler, dem Kanzler der Wiedervereinigung, er versprach die Blühenden Landschaften, die man auch 20 Jahre nachdem Mauerfall noch vielfach vermisst und dies gilt abermals für den Osten, wie auch für den Westen der Republik. Im Moment geht man davon aus, dass vielleicht 2022 die Ostländer an die schlechter gestellten Westländer Anschluss gefunden haben könnten. Bei solchen Theorien ist natürlich die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung noch nicht bis ins Detail mit eingerechnet. Der Mauerfall wirkte natürlich auch noch einmal wie ein Katalysator im Kontext der Globalisierung und genau diese bzw. der Fakt, dass diese völlig außer Kontrolle geraten ist, führt zu weiteren Problemen, wie zum Beispiel das der Weltwirtschaftskrise. Es sei angemerkt, dass hier im Moment der selbe Fehler gemacht wird, wie damals in Zeiten des Mauerfalls, es wird zum Teil ein Optimismus verbreitet, der nachher wieder zu einem tiefen Fall in der Gesellschaft führen wird, da unzählige Menschen noch bitter enttäuscht werden. Mit diesem massiven Schub im Kontext der Globalisierung stieg natürlich in den Jahren nachdem Mauerfall noch einmal der Kapitalismus zu neuen Höhen auf, schließlich galten der Sozialismus, wie natürlich auch der Kommunismus gerade als gescheitert.

Genau dieses gewinnorientierte Denken, welches sich immer stärker verbreitet hatte, führte natürlich zu großen Problem, denn all die, die von dem was sich seitdem Fall der Mauer verändert hatte nicht finanziell profitierten, fühlten und fühlen sich zum Teil bis in die Gegenwart, als die großen Verlierer und davon gibt es eine sehr große Anzahl. Natürlich verbesserte sich die gesamtdeutsche Situation auch nicht dadurch, dass der Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD), der Helmut Kohl (CDU) später beerben sollte, mit seiner Agenda 2010 den Kahlschlag des Sozialstaates einläutete, was letztendlich dazu führte, dass die Schere zwischen Arm und Reich bis zum heutigen Tage immer weiter auseinandergeht. Spätestens seit der Weltwirtschaftskrise, die uns 20 Jahre nach dem Mauerfall fest in ihren Klauen hält, fragen sich viele Menschen und auch diese gilt wieder für den Osten, genauso wie für den Westen, ob nicht auch der Kapitalismus, zu mindestens in der aktuellen Form, als gescheitert anzusehen ist. Es ist ein Tag den man in jedem Fall im großen Stil feiern kann und sollte, denn es ist ein Festtag für die Freiheit, für die Demokratie und vor allem für die Menschlichkeit. Allerdings sollte man in Zukunft auch ehrlicher gegenüber dem Volke sein, als man es damals war und nicht wieder die gleichen Fehler von damals machen, denn dann hätte man auch gezeigt, dass man aus diesem Teil der deutschen Geschichte gelernt hat.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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