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Die Wahrheit des Wortes

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Davos – Das Treffen der Schuldigen

28. Januar 2010

Natürlich kann man nicht behaupten, dass sich in Davos zum Weltwirtschaftsforum nur die Schuldigen treffen aber man darf wohl schon sagen, dass unter den gut 2.500 Teilnehmern aus Politik und Wirtschaft eine ganze Mengen der vermeintlichen Experten und Eliten sind, die die Weltwirtschaftskrise mitverursacht haben. Es ist das 40. Jubiläum dieser Veranstaltung und es scheint von Beginn an unter einem schlechten Stern zu stehen, denn kurz vor Beginn der Veranstaltung fand man den verantwortlichen Sicherheitschef Markus Reinhardt, Polizeikommandant von Graubünden, tot auf. Es wird von einem Suizid ausgegangen. Unabhängig von diesem tragischen Todesfall, muss man aber davon ausgehen, dass auch diesmal nichts bahnbrechend Positives an Veränderungen von hier ausgehen wird, wie auch, sitzen doch hier die Empfänger, Verteiler und die, die all die Bonifikation und ähnliches weiterhin tolerieren, an einem Tisch.

Unmut gegen die Mächtigen dieser Welt
Bis Sonntag noch tagen im schweizerischen Davos die Mächtigen dieser Welt. Deutschland wird politisch durch Bundesaußenminister und Vizekanzler Guido Westerwelle (FDP), Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) vertreten sein. Wenn man sich manchmal fragt, was die Bundesregierung so den ganzen Tag macht, sieht man es hier. Wenn man nach Ergebnissen fragt, muss man nur schauen, was die letzten großen Tagungen dieser Art gebracht haben. Speziell für Deutschland wird man nun sagen, dass das Land bei weitem nicht so hart von der Krise getroffen wurde, wie man es hätte erwarten können, dies belegen allein schon die Arbeitslosenzahlen, also scheinen bei solchen Treffen doch gute Ergebnisse heraus zu kommen und all der Unmut gegen die Mächtigen dieser Welt ist nicht gerechtfertigt. Dieser Blick ist allerdings sehr kurzsichtig.

Wirft man einen Blick hinter die Kulissen der Arbeitslosenstatistik, sieht die Welt schon nicht mehr ganz so farbenfroh aus. Addiert man die Kurzarbeiter, die einen großen Teil der aktuellen und zuvor nie da gewesenen Staatsverschuldung ausmachen, hinzu und dann noch die Menschen, die sich in irgendwelchen Maßnahmen befinden, dessen Sinnigkeit auch bei Experten oft als fraglich eingestuft wird, kommt man zu einer Arbeitsmarktsituation, die einfach nur miserabel ist. Betrachtet man das gerade angesprochene Problem der Staatsverschuldung, welches man natürlich der Politik anlasten muss, wenn man sie als nicht völlig unterwandert von der Wirtschaft ansehen will, gelangt man zu einem weiteren außerordentlich negativen Indiz der heutigen Lage. Jeder Schuldenberater in Deutschland würde wahrscheinlich bei einer solchen Haushaltspolitik für einen privaten Haushalt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen aber bei einer weiteren Verschlechterung der Lage haftet hier, im Gegensatz zum Privathaushalt, nicht der Verursacher, sondern die Gesellschaft und genau das macht den Unterschied.

Wenn das dicke Ende kommt
Das Leitmotiv der Mächtigen in Davos, könnte schnell zum Leidmotiv der Gesellschaft werden, wenn nämlich nicht alles gut wird, werden weitere Staatspleiten und Massenarbeitslosigkeit die Folge sein und dies kann schnell zu einer sehr ungemütlichen Situation in Europa führen. Ein gutes Beispiel hierfür ist und bleibt General Motors (GM), die auch weiterhin das alte Spiel von Zuckerbrot und Peitsche spielen. Die schwedische Tochter Saab gilt plötzlich als gerettet, wobei hier scheinbar keine Garantie für die gut 3.400 Arbeitsplätze besteht. Selbst wenn dem so wäre, weiß man mittlerweile durch Opel nur zu gut, was von den Worten der GM-Manager gerade im Kontext irgendwelcher Rettungsaktionen zu halten ist. Ganz nebenbei hat GM nun beschlossen das Opelwerk im belgischen Antwerpen dicht zu machen und merkt an, dass im Moment keine weiteren Werke geschlossen werden sollen. Mit Spannung darf man nun abwarten, wie lange dieser Moment wohl anhält. Die einzige Positive an dieser Entwicklung ist, dass sich die Opelaner in Europa noch absolut solidarisch zeigen und sich nicht gegeneinander ausspielen lassen und genau dies sollten sie beibehalten, es könnte am Ende des Tages ihre einzige Chance sein.

Nun ist noch kein Wort über den großen Weltführer Barack Obama verloren worden, der dieser Tage auch nicht gerade mit Erfolgen auftrumpfen kann, außer das Deutschland, auf der ebenfalls gerade laufenden internationalen Afghanistankonferenz, scheinbar seinen Weg von `Frieden schaffen mit noch mehr Waffen` mitgeht. Ansonsten bleibt es bei vielen Plänen und Visionen und vor allem bei einem Mangel an positiven Fakten und immerhin hatte er nun schon über ein Jahr Zeit, positive Fakten zu schaffen. Da tut dem Mann ein wenig Abwechslung richtig gut und die gibt es im Moment wohl dadurch, dass er mit Ehegattin Michelle nun im Wachsfigurenkabinett von Madame Tussauds in New York zu sehen ist. Da kommt die Frage auf, ob in Berlin nicht vielleicht noch ein Plätzchen für ihn neben Adolf Hitler frei wäre. Da wären dann quasi die Führer unter sich. Dies soll bedeuten, man muss sich vor Augen halten, auf was für einem Weg die Welt im Moment ist und dies scheint kein guter zu sein und leider kann man wohl auch diesmal wieder nicht darauf hoffen, dass Davos hier einen positiven Wendepunkt in der Geschichte markieren wird. Das dem so ist, wirft natürlich auch wieder Fragen nach der Sinnigkeit solcher Veranstaltungen ganz allgemein auf.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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