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Die Wahrheit des Wortes

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Datenschutz vernichtet Arbeitsplätze

22. September 2008

Durch die aktuellen Bemühungen, die Privatsphäre des Internetnutzers noch intensiver zu schützen, werden tausende Existenzen gefährdet – über die Kehrseite der guten Sache.

Dieser Gastbeitrag wurde durch MinutenLohn eingestellt.

Nicht das wir uns sofort falsch verstehen: Auch ich bin der Meinung, daß es meinen Gemüsehändler nichts angeht, wo ich meine Kondome kaufe. Aber gehen wir erst mal zurück auf Start.

Beratung: vergebliche Liebesmühe?

Das Kernproblem dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben und ist ja auch in der Offline-Welt durchaus bekannt: Der Kunde betritt das Ladenlokal eines Fachhändlers und informiert sich intensiv über das Produkt seiner Wahl. Er bedankt sich höflich und – rennt zum nächsten Discounter weil es da ein paar Euro billiger ist. Das der Fachhändler durch seinen ergebnislosen Zeiteinsatz hier einen Verlust erlitten hat sollte eigentlich einleuchten. Dem berechtigten Wunsch des Fachhändlers, dem Kunden einen Pfeil mit einen Peilsender in den Hintern zu schießen um am anschließenden Kauf beim Discounter beteiligt zu werden, konnte zumindest im Internet bisher nachgekommen werden.

ausgenutzt und ausgetrickst

Auch im Online-Leben und -Einkaufen halte ich es für berechtigt, das eine Internetseite die umfassend und ausführlich über ein Produkt berichtet und aufklärt, an einem späteren Kauf prozentual am Umsatz beteiligt wird. Dies war auch bisher problemlos möglich (und zudem deutlich schmerzfreier als in obiger Darstellung). Beim Besuch auf der Beratungsseite konnten sogenannte Cookies im Browser des Nutzers gespeichert werden. Dadurch war es möglich dem Seitenbetreiber seine berechtigte Provision vom Umsatz zuzuordnen und später auszuzahlen. Die gegenwärtige Weiterentwicklung der Browser geht nun dazu über, eine längere Speicherung der Cookies zu verhindern und damit auch die Provisionierung der Umsätze. Die Folgen sollten uns bereits bekannt sein: Keine Einnahmen – Keine Fortführung des Geschäftsbetriebes. Wir werden vermutlich immer häufiger auf verwaiste Webseiten treffen, deren Pflege einfach unrentabel geworden ist.

Technik die begeistert?

Angekündigt, und teilweise bereits umgesetzt, sind entsprechende Funktionen für den Internet Explorer 8, Firefox 3, Chrome und andere. Obwohl jeder Browser seine eigene Bezeichnung für diese Funktion hat, hat sich übergreifend bereits ein recht treffender Name heraus kristallisiert: Der P0rn0-Modus. Bezogen auf diesen Anwendungsfall ist die Vernichtung von Zuordnungsdaten sicherlich auch sinnvoll. Jedoch wird hier, wie so oft, mit Schrot geschossen und Unschuldige werden existenzbedrohlich getroffen. Eine selektivere Vorgehensweise wäre hier sicherlich wünschenswert.

Eine Übersicht über die verschiedenen Tracking-Möglichkeiten und ihre Bedeutung für die Provisionszuordnung findet sich bei:
MinutenLohn: Bedeutet Stealth-Browsing das Aus für Afilliate-Marketing?

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Kategorie: Gesellschaft · Medien · Technik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Die Redaktion // 22. Sep 2008 at 10:45

    Im Namen der Redaktion möchte ich mich für diesen tollen Gastbeitrag bedanken und freue mich auf weitere.

Schreib was dazu