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Die Wahrheit des Wortes

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Data Save? Save Data!

20. August 2008

Es geht um ihre Daten. Es geht um ihre Sicherheit. Es geht um ihr Leben. Dem Sommerloch sei Dank, haben wir dieser Tage einen Datenskandal in Deutschland. Es gibt in diesem Datenskandal keine wirklich neuen Fakten und Erkenntnisse aber das liegt in der Natur der Sache des Sommerlochs. Bis zu 80 Millionen Daten sind in Deutschland im Umlauf und laut einigen Schätzungen sogar zehn bis 20 Millionen Kontodaten. Was soll man dazu sagen? Natürlich ist eine solche Menge an Daten jeden Tag in Deutschland unterwegs, dies ist auch nichts Besonderes. Die Frage die man sich stellen muss ist, wer hat auf welche Daten Zugriff und welche Möglichkeiten ergeben sich dadurch für den Inhaber der Daten?

Datensammler Schäuble soll helfen

Immer wieder im Gespräch ist das oft verteufelte Internet, wo man so leicht an Bank- und oder Kreditkartendaten kommt. Hierbei wird nicht erwähnt, dass diese Daten zum Beispiel auch bei unzähligen Tankstellen in Form von Belegkopien vorliegen. Somit könnte auch jeder, von der Aushilfe bis zum Chef, eines solchen Unternehmens die Daten missbrauchen. Wenn man bei eine Supermarkt an der Kasse bezahlt, an einem Geldautomaten Geld abhebt ist diese Datenspur zu verfolgen. Somit ist es technisch problemlos möglich, dass ihr netter Bankberater ein Bewegungsprofil von ihnen erstellt und es ihnen nicht mehr möglich ist zu verheimlichen, dass sie Urlaub in der Südsee machen. Oft genug bekommt man in dieser Gewinnorientierten Welt Geschenke gemacht, da muss man sich die Frage stellen, wieso es da etwas zu verschenken gibt oder ob die kleinen Werbegeschenke, sofern man überhaupt etwas erhält, nicht schlicht und ergreifend die Bezahlung für ihre Daten darstellen.

Nun schreien sie alle nach einer Verbesserung des Datenschutz, vorne voran zum Beispiel Menschen, wie die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD), die allerdings auch direkt auf die Zuständigkeit des Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble (CDU) verweist. Besser kann man den Bock nicht zum Gärtner machen. Diese Regierung, die wo es nur geht Daten sammelt und vernetzt, die versucht heimlich durch Bundestrojaner und ähnliches an Daten ihrer Bürger zu kommen, soll nun Schützenhilfe im Bereich Datensicherheit leisten? Da kann man nur sagen, dass kann ja heiter werden. Was wird denn dann aus den ehrgeizigen Projekten, wie den neuen Personalausweisen mit biometrischen Daten, den neuen Krankenkassenkarten usw.? Dürfen nun alle ihre neuen, mit Fingerabdrücken versehenden, Reisepässe wieder umtauschen? Oder ist dies alles wieder nur ein großes Ablenkungsmanöver der Regierung?

Juristische Chancen gleich Null

Wenn man einen Vertrag abschließt, was heute oftmals zum Beispiel nur noch mit gewissen persönlichen Datensätzen möglich ist und man nun diese Datensätze durch zum Beispiel eine bestimmte, ansonsten nicht verwendete, Schreibweise markiert und man trotz Widerspruchs irgendwann ein Mal Werbung oder ähnliches auf diese markierten Daten erhält, ist es trotzdem kaum möglich juristisch irgendetwas zu erreichen. Oft genug wird auch darauf verwiesen, dass es um die Sicherheit der Allgemeinheit geht. Ein spannender Aspekt. Wenn man heute in einen Supermarkt geht, in dem man wahrscheinlich auch noch Videoüberwacht wird und kauft sich dort eine Prepaid-Karte für sein Handy, muss man alle möglichen Daten angeben. Aber wofür? Wenn man in einer Telefonzelle telefoniert, kann man dort auch problemlos anonym, nach vorheriger Bezahlung, telefonieren. Hier wäre zum Beispiel ein Ansatz, einfach das benötigte Datenvolumen wieder auf das tatsächlich nötige Maß zurückzufahren. Dies würde aber zwangsläufig dazu führen, dass uns die Wirtschaft und die Regierung weniger überwachen könnte und dieses Interesse wird man weder in der Wirtschaft, noch in der Politik dran geben.

Da wir alle mündige Bürger sind, hat jeder für sich selbst, zu mindestens in einigen Teilbereichen, die Chance sich besser zu schützen und das sollte man auch tun. Überlegen sie sich vor dem Einsatz elektronischer Zahlungsmittel, egal ob im Internet oder bei Banken und Geschäften, ob es nicht Alternativen gibt. Denn was geht es ihren Bankberater an, wo sie einkaufen, was für Medien sie nutzen und wo sie sich wann aufhalten. Denken sie immer darüber nach, welche Möglichkeiten sich durch die Vernetzung gewisser Datensätze für sie ergeben könnten. Klären sie bis ins Detail ab, welche Daten wirklich zwingend nötig sind um gewisse Verträge einzugehen. All dies ist aufwendig aber trägt letztendlich zum Schutz ihrer persönlichen Daten bei. Als letzter Tipp, denken sie immer daran, Fehler passieren und Nichts und Niemand ist perfekt. Dies soll bedeuten, wenn ihnen bei gewissen Angaben versehentlich Fehler unterlaufen, sie also zum Beispiel im Rahmen von Rabattkarten, versehentlich falsche Angaben machen, kann dies genauso passieren, wie das ihre Daten, genauso versehentlich, an dritte unbefugte Personen gelangen. Die Welt ist nun ein Mal nicht perfekt.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Technik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 lichtan // 21. Aug 2008 at 11:43

    .. gut gebrüllt Löwe.
    Kommentar von ..
    Vorname: Reiner
    Nachname: Gehtsnicht
    Anschrift: Bergstraße 4
    Ort: 75172 Pforzheim
    Telefon: 07231 482391
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